Pirmasens / Landau
Gestoppte Züge, Stromausfälle und ein Toter: Was der Sturm in der Pfalz angerichtet hat
Wegen Sturmschäden hat die Bahn am Montagnachmittag den Betrieb auf den Strecken rund um Pirmasens für den Rest des Tages eingestellt. Zuvor waren an mehreren Stellen Bäume auf die Gleise gestürzt, am Bahnhof Waldfischbach-Burgalben (Kreis Südwestpfalz) hatte einer einen wartenden Zug getroffen. Verletzt wurde dabei laut Bundespolizei aber niemand. Gegen 8 Uhr stürzte der Baum von der Böschung neben dem Haltepunkt. Der Zug mit zwölf Passagieren stand zu diesem Zeitpunkt wohl darunter, so die Polizei. Der Baum schlug die Frontscheibe ein. Die Strecke war zwei Stunden lang gesperrt. Die Passagiere wurden mit Bussen weitergebracht.
Wenig später stürzte ein zweiter Baum im selben Streckenabschnitt auf die Gleise. Zudem blockierte ein Baum bei Rinnthal (Südliche Weinstraße) die Bahnstrecke zwischen Wilgartswiesen und Annweiler, die erst nachmittags vorläufig wieder freigegeben wurde. Nach weiteren Zwischenfällen in der Südwestpfalz – so stürzte ein anderer Baum auf die Gleise zwischen dem Pirmasenser Hauptbahnhof und Pirmasens-Nord – beschloss die Bahn, den Betrieb auf den Strecken Kaiserslautern-Pirmasens, Pirmasens-Saarbrücken sowie Pirmasens-Landau einzustellen.
Wetter-Experte: Extremer Temperatur-Sturz
Welch extreme Wetter-Kapriolen dieser Entscheidung vorangegangen waren, zeichnet Christian Müller vom Wetterbüro „Klima-Palatina“ in Maikammer (Südliche Weinstraße) nach. Er berichtet: Am Sonntag wurden etwa in Römerberg (Rhein-Pfalz-Kreis) noch frühsommerliche 27,9 Grad gemessen, am Montagnachmittag waren es nurmehr 3,7 Grad. Die Wetterstation auf der Kalmit wiederum meldete am Sonntag noch Sonnenschein bei gut 21,7 Grad, am Montagmittag hingegen dichten Schneefall und Nebel bei 0,6 Grad. Und sie registrierte schwere Sturmböen aus Nordost mit 91 Kilometern pro Stunde, was Windstärke 10 entspricht.
Schon in der Nacht auf Montag war daher in mehreren Orten in der Süd- und Südwestpfalz der Strom ausgefallen. Das teilten im Tagesverlauf die Pfalzwerke mit. Den Angaben zufolge hielten die Störungen zum Teil bis zu 55 Minuten an, einzelne Umspannpunkte waren gar viereinhalb Stunden lang betroffen. Und gegen 12 Uhr ließ der Sturm dann einen Baum auf eine Stromleitung stürzen, mehrere Orte im Kreis Südliche Weinstraße waren deshalb für etwa eine halbe Stunde ohne Strom.
Besonders schlimm ist allerdings, was am späten Montagvormittag im Landauer Fort passierte: Ein 84-Jähriger war in der Nähe des Zugangs zur Bodelschwinghstraße unterwegs, als ihn ein herabfallender Ast verletzte, teilt die Landauer Kriminalpolizei mit. Der Senior starb trotz notärztlicher Hilfe noch am Unfallort. Die Kriminalpolizei Landau hat die Ermittlungen aufgenommen. Der Baum, von dem der Ast herabfiel, sei vor weniger als sechs Monaten kontrolliert worden, teilt die Landauer Stadtverwaltung auf RHEINPFALZ-Anfrage mit.