Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Gesamtschulen sollen zusammenarbeiten

Die IGS in Thaleischweiler-Fröschen wäre nach Ansicht der Gutachter geeignet für gemeinsame Projekte der drei Integrierten Gesam
Die IGS in Thaleischweiler-Fröschen wäre nach Ansicht der Gutachter geeignet für gemeinsame Projekte der drei Integrierten Gesamtschulen im Kreis.

In der Südwestpfalz gibt es weniger Schüler als früher – auch wenn sich die Zahlen nach langem Rückgang einzupendeln scheinen. Dem Schulentwicklungsplan der Firma Biregio zufolge kommen verstärkt junge Familien zurück in die Heimat und bringen ihre Kinder mit. Das reiche aber nicht, um frühere Verhältnisse zu erreichen.

Die Schulen in der Südwestpfalz müssten sich anpassen, etwa durch Kooperationen untereinander und durch ein schärferes eigenes Profil. Das sind erste Ergebnisse des Schulentwicklungsplans, den der Landkreis Südwestpfalz und die Städte Pirmasens und Zweibrücken gemeinsam in Auftrag gegeben haben. Über Schulschließungen werde derzeit nicht nachgedacht. Das sagten sowohl Landrätin Susanne Ganster als auch der Pirmasenser OB Markus Zwick. Das gilt laut Ganster auch für die Rodalber Realschule plus, die seit Jahren wegen niedriger Schülerzahlen auf der Kippe steht. Die Realschulen „Hauenstein und Rodalben machen uns mehr Sorgen als Dahn“, räumte sie ein. Dennoch hätten die Standorte ihre Berechtigung: Die Rodalber Realschule liege günstig und verzeichne vor allem in den siebten Jahrgangsstufen Zulauf von Schülern, die die Integrierte Gesamtschule Waldfischbach-Burgalben verlassen. „Die Realschule lebt von vielen Rückgängern“, sagte Ganster. Zudem sei es nicht am Schulträger, eine Schließung anzustoßen. Vielmehr gebe das Land vor, „wie es mit einer Schule weitergeht“, die mehrfach nicht genug Anmeldungen vorweisen kann.

Berater: Über Schließungen zumindest nachdenken

Berater Krämer-Mandeau warnte aber, Schulschließungen bei den jetzigen Überlegungen ganz außen vor zu lassen. In der Südwestpfalz gebe es Grundschulen mit einer mittleren Auslastung von unter 18 Kindern und Realschulen mit unter 21 Schülern pro Jahrgang. Zwar sehe das Land bei Schulen oft weg, aber früher oder später müssten sie bestimmte Mindestanzahlen an Schülern vorweisen. Wenn man jetzt schon dabei sei, die Struktur der Schullandschaft in der Südwestpfalz neu zu ordnen, dann müssten die Gremien „bestimmte Fragen final denken“, drückte sich der Berater sehr vorsichtig aus. Sonst bestehe die Gefahr, dass das Thema in ein paar Jahren wieder auf der Tagesordnung steht – spätestens wenn nicht mehr genug Lehrer da sind, um die kleinen Schulen vernünftig mit Personal auszustatten.

Kinder immer klüger?

Und noch eine Sache ist laut Krämer-Mandeau auffällig: „Je weniger Schüler es in den Grundschulen gegeben hat, desto klüger sind sie geworden“, sagte er augenzwinkernd. Was gemeint war: Die Gymnasien sind trotzdem ausgelastet. „Das Gymnasium ist die Schulform Nummer eins“, meinte der Gutachter. Dabei bleiben aber weniger Jugendliche für die anderen Schulen übrig: Die drei Integrierten Gesamtschulen in Contwig, Thaleischweiler-Fröschen und Waldfischbach-Burgalben verlieren Schüler, die in ihrem Einzugsgebiet wohnen, aber lieber die weiterführenden Schulen in den Städten besuchen. So wohnen 31 Prozent der Jugendlichen, die die weiterführenden Schulen in Pirmasens besuchen, im Landkreis. An Zweibrücker Schulen machen Jugendliche aus dem Landkreis 27 Prozent der Schüler aus.

Krämer-Mandeau lobte die Einführung der Integrierten Gesamtschulen: „Sie haben damals einen mutigen Schritt getan.“ Das habe dem Schulsystem in der Südwestpfalz Leben eingehaucht. Vielleicht sei die Einrichtung von gleich drei IGS sogar zu mutig gewesen. Heute sei ersichtlich, dass die drei Schulen mehr tun müssten, um ihr Profil zu schärfen, wiederholte der Gutachter mehrmals. Und sie müssten aufhören, sich als Einzelkämpfer zu sehen. Krämer-Mandeau schlug Kooperationsangebote vor, gerade Thaleischweiler-Fröschen wäre für solche Projekte geeignet, weil es in der Mitte liegt. Die drei Schulen seien aufgefordert, „sich als eine zu sehen“. Auf Nachfrage von Fred Konrad (Grüne) relativierte Krämer-Mandeau, dass die Integrierten Gesamtschulen im Kreis durchaus eigenständig bleiben sollen. Pirmasens und Zweibrücken sollen nach Empfehlung der Gutachter von eigenen IGS absehen, um die bestehenden nicht weiter zu schwächen.

x