Kreis Südwestpfalz Gefahr-Einsatz im Gewerbegebiet

Von 15.40 Uhr bis Mitternacht hielt am Freitag ein Gefahrstoff-Einsatz die Feuerwehren von Blieskastel, Webenheim und Breitfurt in Atem. Beim Ausladen war Mitarbeitern einer Spedition in der Straße „Im großen Gunterstal“ im Webenheimer Gewerbegebiet ein 1000-Liter-Spezialbehälter aufgefallen, der zwei winzige Löcher aufwies: Aus diesen trat ein übler, beißender Gestank aus. In Schutzanzügen pumpten Mitarbeiter der BASF-Werksfeuerwehr aus Ludwigshafen die 1000 Liter in einen anderen Behälter um.
Wie der Blieskasteler Feuerwehrchef Marco Nehlig gestern berichtete, soll es sich bei der Flüssigkeit um ein Gemisch aus Peroxid-Essigsäure mit anderen Stoffen handeln. „Bei dieser Peroxid-Verbindung wird durch einen Stabilisator ein spontaner heftiger Zerfall verhindert. Problematisch ist, dass der Stabilisator durch zu hohe Temperatur und durch Verunreinigungen zerstört werden kann“, erklärte Alfred Ulrich, Gefahrgut-Fachberater der Feuerwehr. Für das Umpumpen sei die Standard-Ausrüstung der Feuerwehr ungeeignet. Nach Absprache mit einem externen Gutachter habe man beschlossen, eine Fachfirma zu beauftragen. Allerdings, so Nehlig, habe sich für diese Aufgabe im gesamten Saarland keine Firma gefunden. Am Ende habe man die BASF in Ludwigshafen um Hilfe gebeten. Unterstützt wurden die Helfer aus der Vorderpfalz von den Blieskasteler Wehrkameraden, die das Umpumpen mit einem Sicherheitstrupp und einem Dreifach-Brandschutz aus Wasser, Pulver und Schaum absicherten. „Umgehend hatte die Speditionsleitung die Feuerwehr und den Rettungsdienst alarmiert“, erklärte Nehlig. Noch ehe die ersten Einsatzkräfte anrückten, hätten Mitarbeiter der Spedition bereits eine schützende Kunststoff-Spezialwanne unter den verdächtigen Behälter geschoben. „Somit drang nichts in die Umwelt aus“, beruhigte der Feuerwehrchef. Am Behälter hätten sich zwei stecknadelgroße Löcher gefunden. Ein Arbeiter der Spedition wurde zur Nachuntersuchung in die Uniklinik Homburg gebracht. Zusammen mit Beschäftigten des Unternehmens hatte die Feuerwehr sofort das Gelände evakuiert und den Gefahrenbereich abgesperrt. Permanent prüften Feuerwehrleute aus Breitfurt mit einem Messfahrzeug, ob Gefahrstoffe in die Luft entwichen sind. Kreisbrandmeister Timo Meier und BASF-Einsatzleiter Ludwig Rosenberger, lobten die gute Zusammenarbeit zwischen den Chemie-Spezialisten von der BASF und den Blieskasteler Feuerwehren sowie die Vorarbeiten. „Dank des umsichtigen Handelns kann das Produkt sogar weiterhin verwendet werden. Es wurde nicht verunreinigt“, zitierte Marco Nehlig gestern das anerkennende Urteil eines Gutachters vor Ort. „Der Einsatz ist optimal abgelaufen. 50 Feuerwehrleute, die Polizei, das Rote Kreuz Niederwürzbach sowie die Blieskasteler Rettungswache und die Mitarbeiter der Spedition arbeiteten Hand in Hand“, lobte Nehlig: „Es hat bestens funktioniert.“ Das Notfallkonzept der Spedition sei aufgegangen, es gebe nichts zu beanstanden, erklärte Nehlig nach dem fast zehnstündigen Einsatz. (ghm)