Erlenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Gaststätte des FC Erlenbach: Pächter hören auf im mitten in der Natur gelegenen Lokal

Das 22. Jahr soll das letzte von Franz Klemm und Petra Stadelmann-Klemm als FC-Erlenbach-Pächter sein.
Das 22. Jahr soll das letzte von Franz Klemm und Petra Stadelmann-Klemm als FC-Erlenbach-Pächter sein.

Unterhalb der Burg Berwartstein auf dem Naturcampingplatz „Am Berwartstein“ steht das Sportheim des FC Erlenbach. Fußball wird im Verein nicht mehr gespielt, aber die Gaststätte ist bei Campern und Wanderern beliebt. Im nächsten Jahr werden sie von neuen Pächtern bedient werden, Petra Stadelmann-Klemm und Franz Klemm hören Ende des Jahres auf.

Vorbei an der Burg Berwartstein geht es hinab in ein kleines und ruhiges Tal mitten im Pfälzerwald. Dort befindet sich der Naturcampingplatz. Und mittendrin steht ein Sportheim, das als Speisegaststätte genutzt wird. Ein früherer Fußballplatz ist auch zu erkennen; dort stehen jedoch Zelte, keine Tore mehr. Der Naturbadesee Seehof ist nur wenige Gehminuten entfernt.

Mittwochs, samstags, sonntags und an Feiertagen ist die Gaststätte jeweils von 11 bis etwa 20.30 Uhr geöffnet. Gäste können dort gutbürgerlich speisen, es gibt wechselnde Tagesgerichte und hausgebackenen Kuchen. Im Innenbereich stehen rund 55 Plätze zur Verfügung; im Außenbereich 30. Auch Feste können hier gefeiert werden. Rund 140 Essen pro Öffnungstag bereitet das Pächterehepaar zu, berichten Petra Stadelmann-Klemm und Franz Klemm.

Ein eingespieltes Team

Die beiden führen die Gaststätte mit Herzblut und Engagement. Beim Besuch der RHEINPFALZ ist die Mittagszeit schon vorbei, doch sitzen auf der Terrasse noch zahlreiche Gäste. Immer wieder kommen neue hinzu, die sofort bedient werden – das Gespräch mit der Zeitung muss warten.

Das Ehepaar hat eine klare Aufgabenverteilung: Franz Klemm nimmt die Essensbestellungen auf und übergibt diese seiner Frau, die dann direkt in die Küche eilt. Es vergeht keine Viertelstunde von der Bestellung bis zum Servieren des Essens. Die beiden sind ein gut eingespieltes Team, ähnlich wie es bei einer Fußballmannschaft sein sollte. Während sie ein Gespräch über eine Reservierung für eine Gruppe Camper am Abend führt, nimmt er schon die nächsten Essenbestellungen entgegen. Erneut geht das Essenkochen für die Gäste auf der Terrasse schnell über die Bühne. Kurzerhand wird das frisch zubereitete Essen durchs Fenster von Frau zu Mann übergeben, der es den Gästen serviert. Umgekehrt wird nach dem Essen mit dem benutzten Geschirr genauso verfahren und der kurze Weg durchs Fenster genommen.

Gespräche mit Interessenten laufen

Herbert Dauenhauer, Vorsitzender des FC Erlenbach, schätzt genau diesen Einsatz des Pächterehepaares. Er hofft, für nächstes Jahr ebenso engagierte neue Pächter für die Gaststätte im Sportheim zu finden. Denn Ende des Jahres hören Petra Stadelmann-Klemm und Franz Klemm auf. Aus Altersgründen, sagt das Ehepaar. Das kann der Vereinsvorsitzende zwar gut verstehen, bedauert aber trotzdem, dass die beiden nach 21 Jahren gehen.

Petra Stadelmann-Klemm berichtet: „Es gefällt uns hier gut, aber man wird nicht jünger, und unsere Tage hier beginnen meist um 8 Uhr mit beispielsweise einkaufen, Kuchen backen oder Essensvorbereitungen.“ Franz Klemm fügt hinzu: Er habe das Renteneintrittsalter schon länger erreicht.

Erste Bewerbungen für die Pacht sind laut Dauenhauer schon eingegangen; weitere Bewerbungen sind möglich. Derzeit laufen die Gespräche mit Interessenten. „Die Harmonie zwischen Pächter und Betreiber muss schon passen“, sagt der Vorsitzende des im Jahr 1950 gegründeten Vereins, der in den 1970er und 1980er Jahren eine erste Mannschaft, eine Reserve-Mannschaft und eine AH-Mannschaft aufstellen konnte.

Seit 20 Jahren kein Spielbetrieb

Außerdem beteiligte sich der Verein an Jugendspielvereinigungen. In dieser Zeit spielten die Erlenbacher in der C- und B-Klasse. Die letzte Meisterschaft wurde in der Saison 1989/90 (Meister C-Klasse im Fußball-Kreis Bad Bergzabern) gefeiert. Außerdem stellte der Verein Spieler für die damalige Pfalz-Auslesemannschaft, die mit Benefizspielen Erlöse für sozial Benachteiligte erspielte. Für die Erfolge damals sorgte das heutige Ehrenmitglied Emil Fröhlich.

Seit rund 20 Jahren hat der Verein keinen Spielbetrieb mehr. Wie bei vielen anderen Vereinen fand sich kein Nachwuchs mehr. Noch hat der Verein 34 Mitglieder und konzentriert sich hauptsächlich auf das Betreiben des Sportheims als Gaststätte. Einmal pro Woche trifft sich eine Damengymnastikgruppe des Vereins zu Übungsstunden im Dorfgemeinschaftshaus.

Naturcampingplatz wird von Vereinsvorsitzendem betrieben

Der Vereinsvorsitzende Herbert Dauenhauer betreibt auch gemeinsam mit seiner Frau den Naturcampingplatz. Der ehemalige Zollbeamte aus Bad Bergzabern hat ihn von seinem Vater und seinen älteren Brüdern übernommen. Rund 25.000 Quadratmeter Gelände gilt es zu pflegen. Gästebetreuung, Anmeldungen, Abmeldungen, Übergaben, Reinigung der sanitären Anlagen sowie Instandsetzungen kommen noch hinzu. Die Buchung der Campingplätze erfolgt bewusst nicht über ein Buchungsportal, sondern per E-Mail. Den persönlichen Kontakt schätzen die Gäste, ist Dauenhauer überzeugt. Der Campingplatz verfügt über 160 Parzellen; davon werden rund 65 von Dauercampern genutzt. Auch Zeltplätze werden vergeben.

Info

Der Weg zur Gaststätte im Sportheim des FC Erlenbach 1950, Hauptstraße 18a, ist ab der Ortsmitte ausgeschildert. Die Telefonnummer ist 06398 236. Kontakt zur Bewerbung als Pächter: fussballclub1950erlenbach@t-online.de; Kontakt zum Campingplatz: campingplatz.am-berwartstein@t-online.de

Fußball wird nicht mehr gespielt, der Spielbetrieb wurde vor 20 Jahren eingestellt. Rund um das Sportheim wird heute gezeltet.
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