Kreis Südwestpfalz Friseursalon ein Raub der Flammen

Um 20.48 Uhr brach am Dienstag das Dachgebälk des Hauses ein. Im Friseursalon blieb nur wenig heil.
Um 20.48 Uhr brach am Dienstag das Dachgebälk des Hauses ein. Im Friseursalon blieb nur wenig heil.

105 Einsatzkräfte waren am Dienstagabend bei der Brandbekämpfung an einem Friseursalon in der Bechhofer Mühlstraße chancenlos: Sie konnten zwar das Feuer löschen, der Salon war jedoch nicht zu retten. Den Totalschaden schätzen Polizei und Feuerwehr auf rund 120 000 Euro. Verletzt wurde niemand. Die Ermittlungen zur Brandursache beginnen frühestens heute.

Am Dienstagabend, 19.47 Uhr, wurde die Verbandsgemeinde-Feuerwehr von der Rettungsleitstelle in Landau wegen eines brennenden Hauses in Bechhofen zur Hilfe gerufen. Das Feuer war in einem Friseursalon in der Mühlstraße ausgebrochen. Der Brandort war für die Einsatzkräfte aus Bechhofen, Rosenkopf, Käshofen, Kleinbundenbach, Großbundenbach, Contwig, Kleinsteinhausen und Großsteinhausen mit ihren Autos schwer zu erreichen. Denn das betroffene Haus steht nicht mit der Front zur Mühlstraße, sondern wurde als unbewohntes Geschäftshaus im hinteren Bereich eines Grundstücks errichtet. Markus Schmidt, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, alarmierte deshalb zusätzlich die Wehr aus Waldmohr. Sie verfügt über einen Einsatzwagen mit Drehleiter. Mit dem Drehleiterfahrzeug verhinderten die beteiligten Wehren, dass die Flammen auf Nachbarhäuser übergriffen. Das gelang dank einer so genannten Riegelstellung: Mehrere Wasserstrahlen unterbinden die Wärmeübertragung aus dem Brandzentrum auf andere Gebäude, etwa durch Funkenflug. Zusammen mit dem Rettungsdienst aus Schönenberg-Kübelberg waren 105 Frauen und Männer im Einsatz. Große Sorge galt dabei zu Beginn zwei vermeintlich vermissten Frauen und einem Hund. Sie hielten sich aber außerhalb des brennenden Hauses auf. Dass das Haus ein Raub der Flammen werden würde, war den Wehrleuten schnell klar. Schon beim Eintreffen der ersten Brandbekämpfer waren Flammen hinter den Fenstern zu sehen. Viel Rauch drang nach außen, der weithin sichtbar war. „Der Rauch war so stark, dass ich von der Sickinger Höhe aus auf Sicht gefahren bin. Ich habe den Brandort mühelos gefunden, obwohl ich nicht wusste, wo wir hinfahren müssen“, war am Dienstagabend im Stimmengewirr der Einsatzkräfte zu hören. Um 20.48 Uhr brach das Dachgebälk des in Flammen stehenden Hauses ein. Um 21.30 Uhr war das Feuer schließlich gelöscht. Einige Wehrleute blieben über Nacht zur Brandwache. Sie stellten sicher, dass das Feuer nicht wieder aufflackerte. Noch am Dienstagabend besuchte Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker den Unglücksort. Zuvor hatte er an einer Sitzung teilgenommen. Gundacker sagte der betroffenen Familie Unterstützung bei der Erledigung der anstehenden Formalitäten zu. „Wir stehen hier mit Rat und Tat zu Seite“, erneuerte der Verwaltungschef gestern gegenüber der RHEINPFALZ sein Versprechen an die Betroffenen. „Ich weiß noch gar nicht, was auf uns zukommt“, sagte der Ehemann der betroffenen Geschäftsfrau gestern Morgen im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Körperliche Schäden hat kein Familienmitglied erlitten. Der Schmerz über den materiellen Verlust ist aber groß. „Wir haben das Haus selbst gemauert. Alles war Eigenleistung. Bis auf die wenigen Sachen, die man nicht selbst machen darf“, erzählte er. Am gestrigen Morgen waren erstmals Brandermittler der Kriminalinspektion Pirmasens in Bechhofen. Sie konnten den Brandort aber noch nicht begehen, weil es im Haus noch zu heiß war. Das teilte Polizeisprecher Martin Sema auf Nachfrage mit. Allerdings konnten die Ermittler die Vermutung der Feuerwehr stützen, dass der Brand im Bereich der Küche entstanden ist. Dort befand sich auch eine Elektroheizung. Genauere Erkenntnisse könne es frühestens heute Nachmittag geben.

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