Contwig
Freibad öffnet auch Rutsche und Sprungturm – Besucherrekord am Montag
Dreimal klingelt das Telefon im Bademeisterhäuschen von Jutta Döring, während sie erzählt. „Die Leute rufen an und fragen, ob wir noch Platz haben“, sagt sie lachend. Platz gibt es im Freibad in Contwig genug. Von den 11 000 Quadratmetern stehen den Gästen 5000 zur Verfügung. Trotzdem müssen die Gäste Abstand halten.
Das beginnt schon an der Kasse, wo auf dem Boden Abstandsmarkierungen kleben. Dort muss auch ein Kontaktformular ausgefüllt werden, welches man sich aber auch schon vorab auf der Homepage der Verbandsgemeinde Zweibrücken herunterladen und ausgefüllt mitbringen kann. Der Kartenverkauf erfolgt nur vor Ort und bar, deshalb ist die Kasse auch doppelt besetzt. Wer Mehrfachkarten kaufen möchte, muss dies bei der Verbandsgemeindeverwaltung in Zweibrücken tun, so sollen lange Schlangen an der Kasse vermieden werden.
Maximal 155 Leute dürfen in die Becken
Geöffnet ist das Bad morgens von 9 bis 13 und mittags von 15 bis 19 Uhr. In der Mittagspause desinfizieren die Mitarbeiter alle möglichen Kontaktflächen. Bis man sich einen Platz auf der Liegewiese gesucht hat, muss man einen Mundschutz tragen. Das gilt auch für den Gang zur Toilette oder zum Kiosk.
Mittlerweile darf auch wieder in allen vier Becken geschwommen werden, außerdem ist im Nichtschwimmerbecken die Rutsche wieder in Betrieb. Auch der Sprungturm darf wieder genutzt werden. Darüber freuen sich vor allem die Kinder und Jugendlichen. Die Anzahl der Schwimmer in den Becken ist jedoch weiterhin begrenzt – maximal 155 Menschen dürfen gleichzeitig in Baby-, Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken sein, und zwar genau aufgeteilt. Im Schwimmerbecken, wo die Bahnen in drei Bereiche aufgeteilt sind, dürfen 75 Badegäste gleichzeitig ihre Bahnen ziehen. „Aber das passiert selten, dass so viele auf einmal da sind“, sagt Döring. Im Babybecken sind 20 Personen erlaubt, im Nichtschwimmerbecken 60. Der bisherige Rekord der Besucherzahlen wurde am Montag erreicht: morgens waren 56 und mittags 238 Personen im Freibad – 300 Besucher dürfen es pro Schicht höchstens sein.
Vielleicht ist schon nach den Ferien Schluss
„Wir haben lange überlegt, ob wir überhaupt öffnen sollen, aber gerade Familien mit Kindern brauchen einen Ort, wo sie sich auch mal erholen können, ohne viel Geld ausgeben zu müssen“, erklärt Jutta Döring. Wie lange die Saison laufen soll, ist noch nicht klar. Döring überlegt, nach den Sommerferien zu schließen. Sollte es aber eine Hitzewelle geben und der Andrang steigen, könne man auch verlängern.
Das erarbeitete Konzept, welches auch vom Gesundheitsamt gelobt worden sei, finde Zustimmung und Akzeptanz bei den Besuchern. Es richte sich weiterhin nach der zehnten Landesverordnung, die elfte mache keine Angaben zu den Auflagen für Schwimmbäder. Bis dahin zeigen Absperrband und Klebestreifen, wo’s lang geht. Das passt zwar nicht in das sonst so grüne Bild des Freibads, ist aber notwendig. Auch das Personal musste aufgestockt werden, zwei Mitarbeiter mehr pro Schicht wachen über die Becken.
Viele Saarländer kommen nach Contwig
Laut Jutta Döring kommen aber nicht nur Einheimische, um ins kühle Nass einzutauchen, auch die Saarländer hätten das Freibad in Contwig für sich entdeckt. „Das liegt wahrscheinlich am direkten Kartenverkauf vor Ort“, vermutet sie. Wenn man seine Karten im Voraus online kaufen müsse und dann zu dem Termin verhindert sei, wäre das Geld weg. Tickets kosten in Contwig für Erwachsene 3 Euro und für Jugendliche 2 Euro. „Wenn mal zehn Leute mehr an der Kasse stehen und noch rein wollen, dann kriegen wir das auch hin“, verspricht Jutta Döring. Klingt alles sehr persönlich und verständnisvoll. Das Telefon dürfte also noch ein paar Mal bei ihr klingeln.