Hinterweidenthal / Hauenstein Forstamt gedenkt früherer Mitarbeiter der einst eigenständigen Ämter
In einer kleinen Feierstunde enthüllte der Forstamtsleiter in dieser Woche den mit einem Metallschild mit Gravur versehenen Sandsteinfindling. Örtlichkeit auch wie Zeitpunkt sind sorgsam ausgewählt: Am Fuße einer Gruppe blühender Kirschbäume wurde die Gedenkstätte enthüllt.
„Seien wir ehrlich, wir haben fast schon komfortabel von dem gelebt und profitiert, was unsere Vorgänger als Dividende ausgeschüttet haben. Jetzt sind wir gefordert, unsere Vertragsverpflichtungen zu erfüllen“, sagte Grünfelder und appellierte, mit dem Erbe sorgsam umzugehen. Die Bereichsleiterin Süd der Forstverwaltung, Ute Fenkner-Gies, stellte fest: „Es ist ein Glück dass wir unsere Wälder haben. Sie alle sorgen dafür, dass sie noch etwas stabiler werden.“
„Gewaltiges Archiv mit genetischen Potenzialen
Grünfelder sprach von „Respekt vor den Leistungen unserer Altvorderen, verbunden mit Dankbarkeit und würdiger Erinnerung an all diejenigen, die vor uns die Wälder treuhänderisch bewirtschaftet haben“. Der Dank reiche bis in die vornapoleonische Zeit zurück. Der Wald biete ein gewaltiges Archiv, unter anderem an genetischen Potenzialen zur Resilienz wider den Klimawandel, jedoch böten sich auch Szenarien der Waldvernichtung. Es habe vieler Gedanken und helfender Hände gebraucht, bis der Wald in der naturnahen Ausprägung als Ökosystem gewachsen sei.
„Klimawandel schwebt wie ein Damoklesschwert“
Die Herausforderungen für die Zukunft sprach Grünfelder in aller Deutlichkeit ebenso an.„Was wäre, wenn die Kirsche nicht mehr blüht, wenn es keinen Frühling mehr gäbe, weil es keinen Winter mehr gibt?“, stellte er Fragen, die nur die Zukunft beantworten könne. Der Klimawandel schwebe wie ein Damoklesschwert über der Natur.
Fakt sei, dass das, was sich in unserer gemäßigten Klimazone heutzutage als natürliche Routine erweise, tatsächlich bereits erkennbar geschädigt sei. Die Altbuchen gehörten zu den ersten Verlieren, „der durch Menschenhand verursachten Klimaveränderung“, mahnte Grünfelder. Es sei zu befürchten, dass sich der Klimawandel fortsetze. Es müsse alles dafür getan werden, dass künftig Frühling nicht nur in den Gewächshäusern stattfinde. Das Handeln derjenigen, die mit Wald und Waldökologie beruflich zu tun haben, sei auf längere Zeiträume ausgelegt, Waldbewirtschaftung sei eine generationsübergreifende Tätigkeit.
Mit einem Beisammensein und Gedankenaustausch von Forstbediensteten wie auch vielen Ruheständlern, für die ein Shuttleservice eingerichtet war, wurde der Enthüllung des Gedenksteins Leben eingehaucht.