Münchweiler / Hinterweidenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Forst baut Wegenetz aus

Der Weg ist bald fertig, rechts die Böschung hoch sind Spuren von Mountainbikern zu erkennen.
Der Weg ist bald fertig, rechts die Böschung hoch sind Spuren von Mountainbikern zu erkennen.

Das befahrbare Waldwegenetz im Gebiet des Forstamts Hinterweidenthal wurde stark abgespeckt. Ausgebaut werden nur die Wege, die für die Waldbewirtschaftung wichtig sind. Der Forst will dabei gleichzeitig die Holzwirtschaft fördern und die Bedenken von Erholungssuchenden berücksichtigen.

Für eine Summe im unteren sechsstelligen Bereich baut Landesforsten derzeit einen Waldweg von etwa sechs Kilometern Länge bei Münchweiler aus – am Mittelhang, südseitig des Langenberg-Waldort Dachsbau, präzisiert Forstamtsleiter Michael Grünfelder. Der Ausbau sei mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt, sagt Grünfelder. Bisher habe es pro Hektar Waldfläche 70 Laufmeter Wege gegeben, diese Zahl habe man auf 35 Meter pro Hektar halbiert. Davon seien 20 Meter das ganze Jahr über mit Lastwagen befahrbar. Das Forstamt wolle das Geld, das ihm zur Verfügung steht „nicht mit der Gießkanne ausbringen“, sondern dort verwenden, wo es für Holztransport und Walderschließung am sinnvollsten ist.

Damit trage das Forstamt auch seiner Kundschaft Rechnung, die das ganze Jahr über mit Holz beliefert werden wolle. Also müssten die schweren Fahrzeuge auch ganzjährig in den Wald. Vor der Jahrtausendwende habe es genügt, das Holz im Winter zu schlagen und im Frühjahr aus dem Wald zu fahren. Nun wurde der Weg befestigt, verbreitert, und es wurde Grobschotter aufgetragen.

Finsterdell, Herzbrünnel, Opferschale

Etwa zu zwei Dritteln ist der Wegeausbau von der Finsterdell bis zum Herzbrünnel in Münchweiler und dann hoch zur Opferschale fertig. Manche Stellen sind zehn Meter breit. Derzeit komme einem die Veränderung noch gewaltiger vor, weil die Bankette auf beiden Seiten keinen Bewuchs haben. Auf der Bergseite wurden Gräben eingezogen, in denen das Oberflächenwasser ablaufen kann, damit der Weg nach Regen schnell trocknet. Die Gräben münden in Auffangmulden, wo das Wasser gesammelt wird. Im Frühling soll es Laichraum für Amphibien bieten. Die Gräben und Mulden halten das Wasser im Wald zurück und führen es bei einem bestimmten Wasserstand reguliert durch Abflussrohre zurück in die Natur, „wo wir es wieder dringend brauchen“, erklärt Grünfelder. Um die hohe Böschung abzusichern, hat der Forst Holzgatter aufgestellt.

Eine Sandsteinmauer wurde mit vor Ort gefundenen Findlingen errichtet. Hier sollen sich Eidechsen, Vögel und anderes Getier eine Heimat gestalten. Auch eine Insektenschutzwand steht bereit, zeigt Revierförster Axel Werner. Um den Weg fertigzustellen, wird nach dem Grobschotter noch feineres Material aufgetragen und verdichtet. Danach wird die Strecke für einige Zeit gesperrt, damit sich das Material verfestigt.

Schlusslicht in Rheinland-Pfalz

Bei der Besichtigung joggt eine Frau die neue Strecke entlang. Seitlich, hoch zum Wald, sind die Spuren von Mountainbikern deutlich zu erkennen. Die Wanderer und Radfahrer dürfen den Weg nach der Freigabe wieder für sich beanspruchen. Für Autos, Motorräder und Mopeds gilt das nicht. Wer mit dem Traktor in den Wald will, um Brennholz zu sammeln, muss sich beim Revierförster einen Erlaubnisschein besorgen. Ansonsten droht ein Bußgeld.

Grünfelder und Werner betonen, dass der Weg rund um den Bereich Herzbrünnel und Opferschale „lediglich instandgesetzt wurde. Es wurden keine weiteren Eingriffe vorgenommen“. An der Kreuzung wird der zentrale Holzlagerplatz eingerichtet. Grünfelder berichtet, dass nur ein Zehntel der Waldwege im Gebiet des Forstamts in dieser Dimension ausgebaut wird. „Das Thema Wegeausbau ist aus vielerlei Gründen sensibel, deshalb müssen wir achtsam hantieren. Ich gehe davon aus, dass wir deshalb nach wie vor das Schlusslicht beim Lkw-fähigen Ausbau des Wegenetzes in Rheinland-Pfalz bilden werden.“ Bezüglich der derzeit nackten Sandbankette beruhigt Axel Werner: „Nächstes Jahr ist bereits der erste Buchenanflug sichtbar. Dann wirkt das Ganze nicht mehr so beeindruckend.“

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