Hinterweidenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Forscher, Musiker, Maler: Die vielen Talente von Chris Lukhaup

Musiker, Krebs- und Fischkenner und neuerdings auch Maler: Chris Lukhaup aus Hinterweidenthal plant Ausstellungen in Straßburg u
Musiker, Krebs- und Fischkenner und neuerdings auch Maler: Chris Lukhaup aus Hinterweidenthal plant Ausstellungen in Straßburg und Paris.

Der Musiklehrer prophezeite ihm im Alter von sieben Jahren talentfrei zu sein und aus ihm wurde ein Bassist in zwei Top-Metal-Bands. Biologen und Zoologen belächelten ihn, als er die These aufstellte, dass bestimmte Süßwasserkrebsarten sich selbst klonen können, bis seine Theorie wissenschaftlich belegt wurde. Jetzt macht er noch Kunst: Die Rede ist von Chris Lukhaup.

Der 53-jährige Chris Lukhaup ist ungemein kreativ. 2015 titelten wir in einem RHEINPFALZ-Porträt „Von der Gitarre zur Garnele“, heute müsste die Überschrift ergänzt werden: „Von der Gitarre über die Garnele zur Malerei.“ „Mach das, worauf du Lust hast, du kannst nichts verlieren“, lautet sein Lebensmotto. Die Frage, ob ihn seine Ehefrau, die chilenische Mosaikkünstlerin Isidora Paz Lopez, bei seiner Schaffenskraft inspiriert hat, bleibt unbeantwortet. Lukhaup zu beschreiben, ist schwierig. Der Vater zweier Kinder bezeichnet sich als spirituell gläubig und merkt an: „Ich glaube an das Gute im Menschen.“

Die Musik: Von null auf hundert steigt der junge Stuttgarter Chris Lukhaup, geboren in Siebenbürgen (Rumänien), in die Death Metal Band „Atrocity“ als Bassist und Songschreiber ein. Mit Musik Emotionen wecken, Menschen berühren und begeistern, das ist sein Anspruch. Von 1990 bis 2007 rockt er auf großen Bühnen in der ganzen Welt, vor allem mit der Band „Leave’s Eyes“ genießt er Popularität in der ganzen Welt. Auf Festivals in den USA, Südamerika, Australien und Europa steht Lukhaup seinerzeit auf der Bühne. Insgesamt spielt er 1500 Konzerte und ist bei zwei Welttourneen dabei.

Mit Metalfans auf Krebssuche

Die Tiere: Das Interesse an Tieren, vor allem an Fischen, Garnelen und Krebsen, erwacht im Kindesalter. Sein Vater ist Tierarzt, verstirbt, als Chris Lukhaup zwei Jahre alt ist. „Vor allem in Südamerika haben Fans bei Auftritten immer mal T-Shirts mit einen Krebs als Aufdruck hochgehalten. Ich habe mich dann nach dem Gig mit ihnen getroffen und bin mit den Leuten tagelang auf der Suche nach Krebsen und Garnelen durch die Landschaft gestreift.“ Die meisten Bände von „Brehms Tierleben“ zieren noch heute das Buchregal Lukhaups.

Im Tonstudio seiner Band steht ein Aquarium. Dort erscheint eines Tages die Michael-Jackson-Gitarristin und interessiert sich für ein Aquarium. Vor dem Kauf beobachtet sie, wie ein sich häutender und damit wehrloser Krebs von einer Garnele aufgefressen wird. „No way“, lautet ihr Kommentar und die Aquarianer-Karriere ist beendet, bevor sie überhaupt beginnt. Die Frage, warum die Haut von Krebsen unterschiedlich farbig ist, weckt den Forscherinstinkt Chris Lukhaups. Er schreibt den ersten „Süßwasseratlas für Krebse“.

Vorträge und Ausstellungen

Seither hat er unzählige Exkursionen unternommen, ist gefragter Ratgeber von Aquarianern, hat Tausende imposante Unterwasserfotos geschossen, Bücher geschrieben und vor Hunderten von Zuhören aus Fachkreisen Vorträge gehalten – und das ohne Biologiestudium. „Ich habe Philosophie studiert, selbstverständlich ohne Abschluss“, sagt er schmunzelnd.

Die Malerei: Seit einem Jahr etwa greift Chris Lukhaup zu Pinsel und Leinwand. „Ob ich gut malen kann, sollen andere beurteilen, mir gefällt, was ich mache“, sagt er. Den neuen Kunstzweig beschreibt er wie eine Reise: „Du glaubst, du sitzt im Flugzeug nach New York und entdeckst dich im Zug nach Landau.“ Soll heißen, wenn Lukhaup beginnt, eine weiße Leinwand mit Acryl zu bemalen, weiß er am Ende noch nicht, wie das fertige Kunstwerk aussehen wird. Die erste Ausstellung in der Dahner Kreisgalerie sollte eine Art Versuchsballon sein. Lukhaup plant Ausstellungen in Straßburg und Paris, eben dort, wo ein großes Kunstpublikum das reflektieren wird, was der Maler auf Leinwand gebracht hat.

Krebs nach Sahra Wagenknecht benannt

Lukhaup ist aber auch ein politischer Mensch. Seine Vorbilder sind Angela Merkel und Sahra Wagenknecht. Auch hier scheint es nicht möglich, ihn einzuordnen in die politische Landschaft. „Beide sind Politikerinnen, die mit Bedacht handeln, die sehr viel wissen und die Welt ein Stück besser machen wollen, und zwar authentisch und glaubhaft“, beschreibt er beide. Nicht umsonst hat eine Krebsgattung, deren Farbe rötlich erscheint, den Namen „Wagenknecht“ (Cherax wagenknechtae) erhalten. Eine andere Art trägt den Namen „Edward Snowden“. „Politik ist ein Kompass, ein Gradmesser für eine Richtung, auf die wir Einfluss nehmen können“, merkt Chris Lukhaup an. Sahra Wagenknecht genießt indes nicht nur ihrer Kompetenz wegen Sonderstatus bei Lukhaup, sondern auch weil sie Sternzeichen Krebs ist.

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