Hauenstein
Firmlinge müssen sich aufteilen
Die 49 Firmlinge werden nicht wie üblich in einer mit der gesamten Gemeinde wohl gefüllten Christkönigskirche das Sakrament empfangen. Sie werden vielmehr in drei Gottesdiensten – am Samstag um 18 Uhr und am Sonntag um 10 und um 14 Uhr – gefirmt von Domkapitular Franz Vogelgesang, der den erkrankten Bischof Karl-Heinz Wiesemann vertritt.
An jedem der Gottesdienste, die samstags von dem Schwanheimer Singkreis „allegro“ und sonntags von der in zwei Gruppen aufgeteilten „Schola“ musikalisch gestaltet werden, dürfen nur 100 Personen teilnehmen. Jeder Firmling kann von höchstens vier Personen begleitet werden, damit die Höchstzahl nicht überschritten und die Abstandsregeln eingehalten werden können. Weil die Firmgottesdienste, die voraussichtlich gestreamt werden, nicht öffentlich zugänglich sein können, wird den Gläubigen am Firmwochenende eine zusätzliche Sonntagsmesse angeboten, die Pfarrer Martin Seither in Lug halten wird. Für diesen Gottesdienst sind die üblichen Anmeldungen notwendig.
Online-Vorbereitung
Die Firmlinge wurden von Gemeindereferentin Amanda Baiersdörfer auf das Sakrament vorbereitet. Auch hier sorgte Corona für besondere Voraussetzungen: Wie bisher wurden Kleingruppen eingerichtet. Aber statt sich gemeinsam am Tisch und von Angesicht zu Angesicht mit den anstehenden Themen zu befassen, mussten heuer die relevanten Bereiche der Firmvorbereitung online erarbeitet werden.
Zu diesem Zweck hatte die Gemeindereferentin zusammen mit Kolleginnen und Kollegen einen Online-Kurs erarbeitet, der beispielsweise die „Glaubens- und Lebenswelt“ der Firmlinge beleuchtete, sich mit der Frage „Was heißt katholisch?“ auseinandersetzte und sich mit den Grundlagen des Glaubens – Gott, Jesus, Heiliger Geist, Kirche – befasste. Unterstützt wurde diese Arbeit durch Filmbeiträge, die die Web-Seite „katholisch.de“ zur Firmung bereitstellt.
Unterschiedliche Motivation
Die in den vergangenen Jahren üblichen Wochenende für die Firmlinge mussten ebenso ausfallen wie das ansonsten gerne eingestreute soziale Engagement der Firmgruppen. Stattdessen gab’s vier feste Termine, bei denen sich die Mitglieder der sechs Gruppen digital über das Online-Video-Tool „Zoom“ über die angesprochenen Themen austauschen und Fragen stellen konnten. „Da hat jede Gruppe anders reagiert“, berichtet Amanda Beiersdörfer: „Die einen waren sehr lebendig, andere taten sich schwer, sich online vor Kamera und Mikrofon zu äußern.“
Über 70 Jugendliche waren zur Firmung eingeladen worden, 49 haben sich angemeldet, wobei die Jüngsten 14 Jahre und der Älteste bereits 23 Jahre zählt. Auch hier, so habe sie festgestellt, sei die Motivation „sehr unterschiedlich“. Während einige der Firmlinge die Vorbereitung „total interessiert“ absolvierten, sei bei anderen doch erkennbar, dass sie die Firmung nur anstreben, weil Eltern oder Großeltern Wert darauf legten.
Was Firmung bedeutet
Der Begriff „Firmung“ ist abgeleitet vom lateinischen „confirmare“ und bedeutet so viel wie „fest machen, stärken“. Die Firmung ist eines der sieben Sakramente der katholischen Kirche. Sie soll den Firmling, so sagt es der Glaube, in einer besonderen Weise mit dem Heiligen Geist beschenken und ihn mit dem Glauben und der Kirche verbinden. Nicht ohne Grund steht die Erneuerung des Taufversprechens am Beginn des Firmritus, der eingebettet ist in einen feierlichen Gottesdienst.
Der wichtigste Bestandteil dieses Ritus ist die Salbung der Firmlinge mit dem sogenannten Chrisam. Das ist ein vom Bischof geweihtes Öl, das aus Olivenöl und Balsamharz hergestellt wird. Der Bischof legt dem Firmling die Hände auf und zeichnet mit dem Chrisam ein Kreuz auf dessen Stirn und spricht die Formel: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“ Dabei legt der Firmpate seine Hand auf die rechte Schulter des Firmlings, um ihm zu zeigen, dass er ihm als persönlicher Begleiter zur Seite steht und ihn in seinem Glauben unterstützen will.