Thaleischweiler-Fröschen RHEINPFALZ Plus Artikel Firmensitz ausgebaut: Weidler-Gruppe kauft Reno-Gelände

Der Fuhrpark der Weidler-Gruppe auf dem ehemaligen Reno-Gelände umfasst rund 70 Fahrzeuge.
Der Fuhrpark der Weidler-Gruppe auf dem ehemaligen Reno-Gelände umfasst rund 70 Fahrzeuge.

Rund 70 Fahrzeuge der Weidler-Gruppe sind täglich in Europa unterwegs. Neben der Zusammenarbeit mit internationalen Konzernen setzt der Betrieb auf regionale Partnerschaften.

Wer regelmäßig auf Bundesstraßen und Autobahnen unterwegs ist, hat sie zwangsläufig schon einmal gesehen: die großen Lastkraftwagen mit „Weidler“-Schriftzug. Rund 70 dieser Fahrzeuge sind tagtäglich auf den Straßen unterwegs – hauptsächlich in Deutschland, Tschechien, der Slowakei und in Polen, berichtet Peter Weidler. Der 28-Jährige ist seit knapp vier Jahren im Unternehmen, um in die Fußstapfen seines Vaters zu treten: Firmengründer Jürgen Weidler.

„Wir helfen den Leuten, die Sachen herstellen, beim Geld verdienen, indem wir ihre Produkte dorthin bringen, wo sie hingehören“, fasst Jürgen Weidler das Geschäftsmodell des 1988 gegründeten Speditionsbetriebs zusammen. Gesteuert und organisiert wird weiterhin alles von der Südwestpfalz aus. Wie schon bei der Gründung befindet sich der Firmensitz in Thaleischweiler-Fröschen. „Der Standort ist uns sehr wichtig“, betont Peter Weidler. Vor zwei Jahren ist die Weidler-Gruppe umgezogen: Von der Mohrenbach ging es rund einen Kilometer weiter ins Industriegebiet West, wo das Unternehmen ein Gebäude auf dem ehemaligen Reno-Gelände bezog.

„Wir haben mehrere Projekte in der Pipeline“

Ende des Jahres hat Weidler das gesamte Areal gekauft. „Damit investieren wir in die Standortsicherung und den -ausbau“, betont Peter Weidler. Wie das Unternehmen all die neuen Gebäude und Lagerflächen im Detail nutzen wird, steht noch nicht fest. „Wir haben mehrere Projekte in der Pipeline, aber davon ist noch nichts spruchreif“, berichtet Prokuristin Sigrid Demmerle. Fest stehe allerdings, dass mittelfristig für jedes Gebäude auf dem Gelände eine sinnvolle Nutzung gefunden werden soll. Wie viel Geld die Weidler-Gruppe dafür in die Hand nehmen will, verrät Demmerle nicht. Nur so viel: „Das werden am Ende mehrere Millionen sein.“

Zurück zu den Lkw: Die Ladungen, die die Weidler-Fahrzeuge von A nach B bringen, kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen. „Wir transportieren hauptsächlich Baustoffe und Produkte für die Chemiebranche, aber auch Lebensmittel“, zählt Peter Weidler auf. Zu den Partnern des Speditionsbetriebs gehören internationale Konzerne wie Siemens, sagt der 28-Jährige und ergänzt: „Wir haben aber auch viele regionale Partner, zum Beispiel Profine und Wasgau.“

Zwei Standorte in Osteuropa

Zur Weidler-Gruppe gehören mehrere Standorte. Neben Thaleischweiler-Fröschen hat das Unternehmen weitere Lager in Kaiserslautern und Rieschweiler sowie in Großbeeren bei Berlin. Auch in Osteuropa sind die Südwestpfälzer mit eigenen Ablegern vertreten: seit 1994 in der tschechischen Hauptstadt Prag und seit 2007 im polnischen Zerniki-Wroclawskie. Konkrete Pläne für weitere Standorte gibt es laut Peter Weidler nicht. „Wir wollen erstmal den Standort hier weiterentwickeln“, betont er.

Neben der Weidler Speditions GmbH und den beiden Auslandsniederlassungen gehört noch die Weidler Logistik GmbH zum Unternehmen. Am Hauptsitz in Thaleischweiler-Fröschen wird auch bei dieser Sparte auf regionale Zusammenarbeit gesetzt. Im Fulfillment – damit ist der gesamte Prozess der Auftragsabwicklung im Handel von der Bestellung bis zur Auslieferung an den Kunden gemeint – nutzen etwa Kunden aus der Schuhbranche, darunter Dockers, die Lager der Weidler-Gruppe.

„Berufskraftfahrer sterben aus“

Ein Problem, vor dem auch die Weidler-Gruppe nicht verschont bleibt, ist der Fachkräftemangel. Gerade der Transportbereich klage darüber seit Jahren, sagt Sigrid Demmerle: „Die Berufskraftfahrer sterben aus.“ Der Beruf werde grundsätzlich als unattraktiv angesehen, wodurch es kaum gelingt, Fahrer, die in Rente gehen, zu ersetzen. „Die Trucker-Romantik vergangener Zeiten hat sich verflüchtigt“, meint Demmerle. Dabei bringe der Beruf weiterhin Vorteile mit sich, ergänzt die Prokuristin: „Man hat eine gewisse Selbstständigkeit, Ruhe und Freiheiten, die sind aber natürlich nicht mehr so groß wie früher, als man nur an Telefonzellen erreichbar war.“

Aktuell sind bei der Weidler-Gruppe etwa 200 Mitarbeiter beschäftigt, rund 70 davon in Thaleischweiler-Fröschen. Zudem bildet das Unternehmen selbst aus. „Momentan haben wir drei Azubis. Sie werden Bürokaufleuten und Fachkräften für Lagerlogistik ausgebildet“, sagt Peter Weidler. Wenn es nach dem 28-Jährigen ginge, wären fünf Azubis mehr im Betrieb. „Wir wünschen uns vor allem Speditionskaufleute“, betont er. Dass in diesem Bereich die Stellen unbesetzt bleiben, habe mehrere Gründe. „Speziell darauf wird sich generell weniger beworben. Wenn doch, passt es oftmals nicht, weil die Leute sich etwas Falsches darunter vorstellen“, schildert Weidler. Hinzu komme, dass die Lehrjahre mit langen Autofahrten verbunden seien: „Für die Berufsschule muss man nach Saarbrücken oder Ludwigshafen. Die Bürokaufleute haben es da mit Pirmasens und Rodalben wesentlich einfacher.“

Peter Weidler und Sigrid Demmerle kümmern sich um das Tagesgeschäft. Im Hintergrund hält Katharina Arbogast-Eitel die Stellung.
Peter Weidler und Sigrid Demmerle kümmern sich um das Tagesgeschäft. Im Hintergrund hält Katharina Arbogast-Eitel die Stellung.
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