Waldfischbach-Burgalben
Felix Leidecker ist neuer Chef der Verbandsgemeinde
Bruce Springsteens „My Hometown“ – eine musikalische Würdigung der Heimatstadt – spielte die Creek-Band aus Höheinöd. Weil sich beide für ihre Heimat einsetzen. Und auch „Über sieben Brücken“ – Webers Lieblingslied – fehlte nicht. Gespielt in der Version von Karat, weil mit Bürgermeister Marko Bias und Amtsleiter Günther Berndt zwei Gäste aus der thüringischen Partnerstadt zu Gast waren. „Beide haben hier gelernt. Die Verwaltung kann also nicht so schlecht sein. Man sieht was aus ihnen geworden ist“, sagte Weber.
Lothar Weber und Felix Leidecker gehörte am Montag die Bühne. Aber nicht immer. Ab und zu stahlen Webers Enkelinnen Helene, Henriette, Frieda und Leni den beiden Männern die Schau. Für die vier Mädels und ihren Opa Lothar hatten Leidecker und seine Lebensgefährtin Anna-Lena Weber ein großes und vier kleine Plüsch-Alpakas sowie Gutscheine für eine Alpaka-Wanderung als Geschenk dabei.
Leidecker dankt seinem Vorgänger Lothar Weber
Offen, herzlich, stets an guten Lösungen orientiert, habe Weber gearbeitet, lobte Leidecker. „Unsere Verbandsgemeinde hat dir, das kann man mit Fug und Recht behaupten, viel zu verdanken“, sagte der neue Mann an der Verwaltungsspitze. Der bedankte sich ausdrücklich bei seinem Mitbewerber ums Bürgermeisteramt, Jochen Werle (SPD), für die Fairness und dessen menschliche Größe nach dem intensiven Wahlkampf. Vor der Kür komme die Pflicht, weiß Leidecker. Aber seinem Herzensthema Tourismus möchte er Zeit widmen.
Der Beigeordnete Thomas Warth (SPD), der Weber die Entlassungsurkunde überreichte, ließ wichtige Themen Revue passieren, die Webers Amtszeit prägten: Aufarbeitung defizitäre Energiewerke, Insolvenz Golfclub, Henselsches Anwesen, Flüchtlingskrise, Corona, Ukraine-Krieg waren da die Stichworte. Er wisse, dass sich Weber gefreut habe, das Hallenbad nach zwei Jahren Schließung wieder öffnen zu können.
Webers Beiträge waren geachtet und gefürchtet
Offen, mal mit unterschiedlicher Meinung, immer mit großem Respekt habe man miteinander gearbeitet, sagte Landrätin Susanne Ganster (CDU). Bodenständig, nie abgehoben, nie beliebig und immer glaubwürdig, charakterisierte der geschäftsführende Beamte der Verbandsgemeinde, Frank Riedinger, Weber. In der Verbandsbürgermeisterrunde seien Webers Beiträge geachtet und gefürchtet gewesen, erinnerte Michael Zwick (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland. Geachtet, weil Weber immer so ein Detailwissen gehabt habe, dass mancher Kollege gedacht habe, „oh, da hätte ich mich doch genauer einlesen müssen“. Gefürchtet, weil Webers Detailwissen so umfangreich war, „dass wir manchmal gar nicht mehr folgen konnten“, sagte Zwick schmunzelnd, der aktuell mit sechs Amtsjahren dienstältester Verbandsbürgermeister im Kreis ist und Leidecker in der Runde willkommen hieß.
„Wenn zwei Menschen immer die gleiche Meinung haben, taugen sie beide nichts“, zitierte SPD-Fraktionssprecher Jochen Werle Konrad Adenauer und verwies wie die Kollegen Volker Spieß (FWG) und Marcel Schäfer (CDU) auf die stets konstruktive Zusammenarbeit im Rat in Webers Amtszeit.
Feuerwehr schenkt Weber eine Signalglocke
„Ich hoffe, dass niemand gelogen hat heute Abend, dann kann ich mich all dem ganz locker anschließen“, sagte Hermersbergs Bürgermeister Erich Sommer stellvertretend für die Ortsbürgermeister. Der Personalratsvorsitzende Jochen Könnel erinnerte, dass Weber die Verwaltung personell verjüngt habe. Qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und eigene Leute auszubilden, sei ihm wichtig gewesen. Weber übergebe die Verwaltung in einem sehr guten Zustand.
Die Feuerwehr danke mit einer Signalglocke und überlegt derzeit, ob Leidecker mit einem Piepser ausgestattet wird. „Dann bist Du immer für uns erreichbar“, sagte Wehrführer Harald Bohl lachend. Weber, der gerne den Grundstein für das neue Feuerwehrgerätehaus in Waldfischbach-Burgalben gelegt hätte, sei bei der Wehr immer willkommen.