Leute aus der Nähe RHEINPFALZ Plus Artikel Felix Edrich: Wie ein 32-Jähriger seine Erfüllung in der Kirchenmusik findet

Felix Edrich.
Felix Edrich.

Eine für einen jungen Mann ungewöhnliche Leidenschaft pflegt Felix Edrich mit seiner Vorliebe für die Kirchenmusik. Der 32-jährige Lehrer leitet den Rodalber Kirchenchor und er betätigt sich als Organist. Darunter leide bisweilen die Freizeit.

Die Musik in den Gottesdiensten habe ihn „schon als Kind fasziniert“, erzählt Felix Edrich. Heute schätzt er sie nicht nur wegen ihrer vielfältigen Formen, sondern auch wegen der Erkenntnis, dass Orgelspiel und Gesang im Kirchenchor „Verkündigungsarbeit“ bedeuten und sie Botschaften transportieren. Die Chormitglieder betrifft dies schon in der Vorbereitungsphase, durch das Hinterfragen der Bedeutung der Texte und den Austausch dazu. Orgelmusik unterstütze den textlichen Ausdruck durch ihren Rhythmus und ihre Zielpunkte, ausgerichtet auf Harmonie mit dem inhaltlichen Liedgut.

Die Weichen für seinen ehrenamtlichen Dienst stellte für Felix Edrich der Klavierunterricht, den er von der Einschulung bis zum Abitur erhielt, parallel dazu ab dem zwölften Lebensjahr der Orgelunterricht bei Andreas Hoffmann, der derzeitige Regionalkantor für die Region Aachen-Land. In den Jahren von 2005 bis 2008 absolvierte er die Ausbildung in der Pirmasenser Außenstelle des Bischöflich-kirchenmusikalischen Instituts, mit wöchentlichen Terminen über drei Jahre. Die Qualifizierung schloss mit der C-Prüfung für den nebenberuflichen Einsatz als Dirigent und Organist.

Chorgemeinschaft funktioniert gut

Wie funktioniert die Gemeinschaft zwischen dem jungen Chorleiter und den in der Regel älteren Sängern? „Das klappt gut aufgrund der menschlichen und musikalischen Qualitäten“, antwortet Edrich. „Und sicherlich auch wegen der ausgewogenen Altersmischung.“ Es gebe eine kleine Gruppe mit Leuten um die 30 Jahre und zwei größere Gruppen, eine mit Chormitgliedern zwischen 40 und 50 Jahren und eine mit Senioren ab 70. Das älteste Chormitglied Norbert Schumacher feiert in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag, dem Chor gehört er seit 75 Jahren an.

Der Rodalber Kirchenchor, der in der Praxis die beiden Chöre der Pfarrgemeinden Seliger Bernhard und St. Josef vereint, setzt sich zurzeit zusammen aus jeweils zwölf Sopran- und Altstimmen, fünf Bässen und zwei Tenorstimmen. Geprobt wird dienstags, 20 Uhr, im Pfarrsaal Seliger Bernhard. Der Chorleiter schätzt die lockere Grundeinstellung der Sangesgemeinschaft, die es ermögliche, „nicht Selbstverständliches wie selbstverständlich umzusetzen“. Aufgrund der Experimentierfreudigkeit bereiteten Gastauftritte auswärts oder die Repertoire-Erweiterung mittels Projekten keine Probleme.

Hoher Zeitaufwand

Das kirchenmusikalische Engagement von Felix Edrich fordert einen hohen Zeitaufwand. Feste Bausteine im ehrenamtlichen Dienstplan sind die Vorbereitung und Durchführung der Singstunden, darüber hinaus der Orgeldienst. An zwei bis drei Gottesdiensten am Wochenende spiele er Orgel, unter der Woche rufe die Pflicht weitere ein bis zwei Mal. Ein Arbeitsschwerpunkt liege in der Osterzeit mit der Vorbereitung und Gestaltung der so unterschiedlichen Themen zwischen Karfreitag und Ostermontag, zwischen Passionsgeschichte und Auferstehungsfeier.

Wo bleibt bei solch einem vollen Terminkalender die Freizeit? „Private Einladungen oder Unternehmungen müssen schon öfters zurückgestellt werden“, räumt Edrich ein, betont aber andererseits: „Das ist zu verschmerzen, weil die Art, wie ich Freizeit mit der Musik verbringe, mein Hobby ist. Die Arbeit macht Spaß“, sagt er und hofft, dass die Chorgemeinschaft noch lange bestehen bleibt: „Die Zeit, in der der Kirche die Leute weglaufen, kann sich auch wieder ändern.“

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