Kreis Südwestpfalz Für Europa auf die Straße gehen

Auf dem St.-Johanner-Markt wurde am Sonntag die erste Kundgebung der Pulse-of-Europe-Bewegung im Saarland abgehalten. Mindestens 200 Demonstranten gingen für ein einiges und friedliches Europa auf die Straße. Am Ostersonntag um 14 Uhr ist bereits die nächste Kundgebung an gleicher Stelle angesagt.
Seit dem Austrittsvotum der Briten aus der Europäischen Union geht in der deutsch-französischen Grenzregion die Angst vor einen „Frexit“ um. Sollte die Kandidatin des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, die Präsidentschaftswahl in Frankreich gewinnen, droht der Austritt Frankreichs aus der EU und dem Euro. Die blauen Luftballons mit den gelben Sternen, die großen Europa-Fahnen und die Reden fordern den Erhalt und den Ausbau des Erreichten. Es sei das besondere Interesse der Menschen aus der Grenzregion, dass die Rechtspopulisten in Frankreich nicht an die Macht kämen, erklärten die Redner am Sonntag. Die Demonstration für Europa wolle die französischen Wähler ermutigen, für einen pro-europäischen Kandidaten zu stimmen. Wie stark der Wohlstand der Grenzregionen von der deutsch-französischen Zusammenarbeit auf dem Boden der EU abhängt, belegen die Zahlen der Wirtschaftsstatistik. Nach Angaben des französischen Statistik-Institutes INSEE pendeln täglich 46 000 Franzosen über die deutsche Grenze zur Arbeit. 17 500 Grenzgänger fahren aus den Regionen Saargemünd und Forbach ins Saarland und nach Rheinland-Pfalz. Laut INSEE haben 3700 deutsche Firmen ihren Sitz in Frankreich, 4000 französische Unternehmen ließen sich in Deutschland nieder. Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern betrage 170 Milliarden Euro. Mit dem EU-Austritt Frankreichs geriete die Wirtschaft der Region ins Wanken, so die Befürchtung der Europa-Befürworter. |wrt