Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel „Es ist nicht mehr die Schule, wie sie es vorher war“, sagt der Leiter der IGS Contwig

Im Bus müssen die Schüler Gesichtsmasken tragen.
Im Bus müssen die Schüler Gesichtsmasken tragen.

Fast eine Woche ist rum, seitdem die Schulen in Rheinland-Pfalz nach der Corona-Schließung wieder geöffnet haben. Auch IGS-Schulleiter Thomas Höchst hat am Montag seine Schule unter verschärften Hygienevorschriften für die Neunt- bis Zwölftklässler geöffnet. Der RHEINPFALZ erzählt er im Telefoninterview, wie sich das Leben an der IGS seitdem verändert hat.

„Wir sind sehr zufrieden, wie die Schüler die Regeln annehmen“, berichtet Schulleiter Thomas Höchst. Die Maßnahmen, die er und sein Kollegium über eine Woche vor Schulbeginn erarbeitet hatten, hätten sich bereits bewährt. Höchst zählt auf: „Wir haben Markierungen in der Schule gemacht, sodass man nur in eine Richtung laufen kann, die Klassen sind verteilt, in den Pausen sind die Schüler auf verschiedenen Höfen, gegessen wird im Saal, da die Schüler auf dem Hof eine Maske tragen, und die Räume sind mit Desinfektionsmittel ausgestattet.“

Fünft- und Sechstklässer kommen am 25. Mai zurück

Wenn mehr Klassenstufen zurückkehren – laut Höchst kommen am 25. Mai die Fünft- und Sechstklässler, am 8. Juni die verbleibenden Klassen – könne die Situation aber noch mal schwieriger werden. „Aber auch dann gilt die Regel, dass wir die Klassen teilen“, kündigt der Schulleiter an. Dennoch gebe es noch wenige Schüler, die sich nicht ganz an die Hygiene-Regeln halten, die würden dann ermahnt.

Höchst: Der Unterricht tut den Schülern gut

Die Situation in der Gesamtschule ist für den Rektor gänzlich neu und in gewisser Weise befremdlich. „Es ist nicht mehr die Schule, wie sie es vorher war. Aber darauf haben wir uns auch eingestellt“, gibt Rektor Höchst zu. Dennoch, da ist er sich sicher: Der Unterricht tut den Schülern gut. „Die Schule ist derzeit nicht nur da, um den Lernstoff zu vermitteln, sondern auch für die soziale Stabilisierung“, so Höchst. So gab es etwa am Montag statt Unterricht nur Gespräche im Klassenverband, in denen neben den Regeln auch über die Einschränkungen der vergangenen Wochen gesprochen worden sei. Dass alle Lernpläne in diesem Schuljahr geschafft werden, glaubt Höchst nicht. „Das ist aber auch nicht das Ziel. Es bringt ja nichts, wenn wir jetzt mit der Brechstange rangehen, nur um dann am Ende des Schuljahres ein Kreuz hinterm Lehrplan zu machen, dabei die Schüler aber nichts verstanden haben“, findet Höchst.

Problematisch wird es nur dann, wenn Schüler ohne es zu merken in alte Gewohnheiten zurückfallen. „Das ist dann zum Beispiel, wenn sie beim Weg zum Bus nicht den vorgeschriebenen Abstand einhalten“, schildert Höchst. „Aber so ein Verhalten gibt es ja auch im privaten Leben“, fügt der Rektor hinzu.

Versetzung und Abschluss: Kriterien wurden gelockert

Laut Schulleiter Höchst sind die Versetzungs- und Abschlusskriterien in diesem Schuljahr gelockert. „Wir bieten da aber auch intensive Gespräche mit den Eltern an. Es bringt ja nichts, wenn ein Schüler versetzt wird, es ihm aber besser täte, wenn er die Klasse noch mal wiederholt“, so Höchst. Generell rechnet der Rektor mit einer höheren Zahl an Klassen-Wiederholungen in diesem Jahr – nicht nur an seiner Schule. „Aber dramatisch viel mehr werden es nicht sein“, fügt er hinzu.

Bis vor Beginn der Woche gab es an der IGS – ähnlich wie bei vielen anderen Schulen auch – Unterricht übers Internet. Der Schulleiter erklärte allerdings vor zwei Wochen, dass die Heimunterrichtsqualität sehr unterschiedlich ist. So gibt es Schüler, die zwar viel gelernt haben, jedoch befürchtete Höchst auch, dass andere, die aus bildungsschwächeren Haushalten kommen, durch den Heimunterricht zurückfallen könnten. Folglich begrüßte er schon vor zwei Wochen den erneuten Schulstart.

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