Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Ertüchtigung der Wieslauterbahn schreitet weiter voran

Dieseltriebwagen der Baureihe 642 im Re-Design verkehren seit dem Saisonstart auf der Wieslauterbahn zwischen Dahn und Hinterwei
Dieseltriebwagen der Baureihe 642 im Re-Design verkehren seit dem Saisonstart auf der Wieslauterbahn zwischen Dahn und Hinterweidenthal.

In den kommenden Jahren wird in die Ertüchtigung der Wieslauterbahn kräftig investiert. Ziel ist es, dass die Strecke bis zum Jahr 2027 ertüchtigt ist.

Ab 2027 soll nicht nur mehr Personenverkehr auf der Wieslauterbahn rollen, sondern auch Güterverkehr. Beim ehemaligen Nato-Tanklager und dem heutigen Gewerbegebiet Hinterweidenthal-Süd ist dazu ein Verladeterminal für Holz und andere Güter geplant. Ein erster Bauabschnitt erfolgte dazu von März bis Juni zwischen Hinterweidenthal und Dahn. In den kommenden Wochen soll der nächste Bauabschnitt ausgeschrieben werden. Dabei geht es um die Ertüchtigung des Anschlussgleises zum Gewerbegebiet.

In der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates Dahner Felsenland wurden als vorbereitende Maßnahmen dazu Vegetationsarbeiten im Wert von 51.000 Euro an diesem Anschlussgleis beschlossen. Auf die Nachfrage eines Ratsmitgliedes, warum erneut solche Arbeiten notwendig sind, antwortete Holger Zwick, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland, dass bisher nur das Gleis von Bewuchs befreit wurde und nun auch mehrere Meter von der Gleismitte aus in beide Richtungen gerodet werden müssten.

Den kommunalen Anteil teilen sich der Landkreis und die Verbandsgemeinde

19 Millionen Euro stehen für die Sanierung der Wieslauterbahn zur Verfügung. Dies ist schon beschlossene Sache. Von den 19 Millionen Euro übernimmt das Land Rheinland-Pfalz etwa 10,7 Millionen Euro. Den kommunalen Eigenanteil in Höhe von knapp drei Millionen Euro teilen sich der Landkreis Südwestpfalz und die Verbandsgemeinde Dahner Felsenland auf. Die Verbandsgemeinde ist Eigentümerin der Strecke von Hinterweidenthal nach Bundenthal. Die Betriebsführung obliegt der Albtal-Verkehrsgesellschaft Karlsruhe. Der Verkehrsvertrag sieht vor, dass der Zugbetrieb im Saisonverkehr auf der Wieslauterbahn bis zum Jahr 2037 gesichert ist. Jährlich von April bis Oktober verkehren Züge auf der Wieslauterbahn an den Tagen Mittwoch, Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen, teilweise mit Direktverbindung von und nach Neustadt, Karlsruhe, Landau und Kaiserslautern.

Zu einem positiven Ergebnis führte im April auch eine Nutzen-Kosten-Untersuchung für Taktzüge auf der Wieslauterbahn von Hinterweidenthal nach Bundenthal. Unterstellt wurde dabei ein Pendelbetrieb zwischen Bundenthal und dem Abzweigbahnhof Hinterweidenthal Ost, der vormittags auf Anschlüsse in Richtung Landau und nachmittags in der Gegenrichtung optimiert ist. Bei der Sanierung der Wieslauterbahn sind die Instandhaltung der Brückenbauwerke, der Neubau der Sicherungstechnik an den Bahnübergängen, die Instandhaltung des Oberbaus mit Gleisen und Weichen vorgesehen.

Historie

Am 1. Dezember 1911 verkehrte der erste Zug auf der Wieslauterbahn. Im Jahr 1966 wurde der Personenverkehr auf der Wieslauterbahn größtenteils eingestellt. Der Ausflugszug „Bundenthaler“ von und nach Ludwigshafen durfte weiter verkehren, jedoch wurde dieser zehn Jahre später auch eingestellt. Ab dem Jahr 1976 wurde die Strecke nur noch für den Güterverkehr und gelegentliche Sonderzüge genutzt. Im Jahr 1995 wurde die Wieslauterbahn komplett stillgelegt.
Im Jahr 1997 zeigten die Bemühungen der Eisenbahnfreunde Dahn zur Reaktivierung der Wieslauterbahn Erfolg: Am 1. Juni 1997 wurde sie reaktiviert. „Der Bundenthaler“ verkehrte nun wieder. Zunächst verkehrten dort an Sonn- und Feiertagen zwei Zugpaare, später vier. Ab dem Jahr 2001 war die Wieslauterbahn erneut bedroht. Die Stadt Dahn wollte auf einem 800 Meter langen Trassenabschnitt der Wieslauterbahn eine innerörtliche Entlastungsstraße bauen. Die Verbandsgemeinde, die im Jahr 1997 Eigentümerin der Strecke wurde, unterstützte dies. Das Allgemeine Eisenbahngesetz verhinderte dieses Vorhaben. Die Strecke wurde europaweit ausgeschrieben und die Albtal-Verkehrsgesellschaft erhielt den Zuschlag als Eisenbahninfrastrukturunternehmen. Ab dem Jahr 2008 wurde das Angebot auf der Wieslauterbahn stetig verbessert. Im Jahr 2010 startete der Zugverkehr an Samstagen. 2012 folgte der Zugverkehr unter der Woche – seitdem verkehren die Züge auch mittwochs.

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