Kreis Südwestpfalz Erschließer für Baugebiet gesucht

Großsteinhausen sucht eine Firma, di ein weiteres Baugebiet für das Dorf erschließt. Das beschloss der Gemeinderat am Donnerstag einstimmig. Bürgermeister Volker Schmitt sagte, er habe den Eindruck, dass „es von oben herunter nicht gewollt ist, dass Neubaugebiete ausgewiesen werden“. Dabei sieht er dringenden Bedarf an Bauplätzen für die jungen Leute vor Ort.
Die geburtenstarken Jahrgänge kämen erst noch, „wenn nur die Hälfte der Hälfte davon in Großsteinhausen bauen will, wird’s schon eng“, prognostiziert er. Von dem zuletzt erschlossenen Neubaugebiet „Am Mühlberg“ sind noch drei Bauplätze übrig – nicht zwei, wie am Donnerstag berichtet. Die Planungsgemeinschaft Westpfalz zieht es vor, in den Dörfern Häuser umzubauen oder auf leeren Flächen im Dorf zu bauen. „Aber die jungen Leute kaufen sich kaum alte Häuser zum Sanieren“, findet Schmitt. Deshalb sollten Innen- und Außensanierung gleichermaßen vorangetrieben werden. Der Rat sprach sich einstimmig dafür aus, einen Erschließungsträger hierfür zu finden. Schmitt will deswegen Firmen anschreiben. Einzige Alternative hierzu sei, dass die „Gemeinde alles kauft und weiter vermarktet“. Grundsätzlich müsse „man dahin kommen, dass auch abgerissen werden kann“, spielte der Beigeordnete Berthold Lauer auf die alte Bausubstanz an. „Das Potenzial ist größer, wenn man aus einem großen Baugrundstück drei kleine macht“, fand er. Nach Hornbach und Kleinsteinhausen nimmt auch Großsteinhausen den Widerspruch gegen die Verbandsgemeindeumlage zurück. Nachdem die Umlage um zweieinhalb Punkte sinkt, müsse man „Wort halten“ und den Widerspruch zurückziehen. „Wir bedanken uns beim Verbandsbürgermeister und schämen uns nicht“, so Schmitt. „Unterm Strich bleiben 16 000 Euro, die wir den Bürgern bei der Grundsteuer A und B einsparen können. Einer Resolution an alle Parteigremien der Landesregierung schließt sich Großsteinhausen an. „Die Resolution wurde an alle Ortsbürgermeister im Kreis verschickt, in der Hoffnung, dass sich so viele wie möglich anschließen, um dem mehr Gewichtung zu verleihen“, informierte Schmitt. Unter anderem wird gefordert, „die Verbandsgemeindespitze abzuschaffen“. Für den Umbau der Kindertagesstätte habe der Kreis einen Zuschuss von 40 Prozent genehmigt, vom Land soll kein Geld fließen. Aber ohne Zuschüsse darf die Maßnahme laut Kommunalaufsicht nicht angegangen werden. „Die Daniel-Theysohn-Stiftung war da, die waren sehr angetan“, berichtet Schmitt. Die Unterstützung sei von einer Vielzahl von Anträgen abhängig, allerdings komme dies nur für die Außenfassade in Frage. Für den Rest müssten noch alternative Geldquellen ausfindig gemacht werden. „Ich weiß nicht, was wir sonst mit dem Gebäude machen sollen“. (xkn)