Kreis Südwestpfalz „Erbsensuppe ist ein billiges Essen, das satt macht“

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Contwig. Warum essen die Contwiger bei Festen so gerne Erbsensuppe? Der Vorsitzende des Liederkranzes, Karl-Otto Schunck, hat es unserem Mitarbeiter Mario Moschel verraten. Der Gesangverein feierte an Christi Himmelfahrt wieder auf dem Festplatz im Klingental, den der Verein seit 50 Jahren gepachtet hat.

Herr Schunck, wie viele Mitglieder hat der Gesangverein Liederkranz Contwig?

Wir sind 180 Mitglieder, davon rund 25 oder 30 Aktive im Frauenchor und dem Männerchor. Es gab aber auch mal einen Kinderchor? Ja, den hatten wir mal, aber der wurde eingestellt, weil die Kinder nicht mehr gekommen sind. Sie feiern heute mit vielen Besuchern das Jubiläum 50 Jahre Festplatz hier im Wald. Bereits bei der Einweihung 1966 und sogar die Jahre zuvor gab es Erbsensuppe. Was hat es damit auf sich? Erbsensuppe ist doch eher ein Winteressen? Das kommt von früher. Die Tradition entstand, weil die Erbsensuppe ein billiges Essen ist, das satt macht. Das hat man damals, 1963, am Wandertag im Buchwäldchen begonnen und bis heute weiter geführt. Und die Erbsensuppe gibt es jedes Jahr an Vatertag? Ja, jedes Jahr. Und die kochen wir natürlich selbst. Wie lange brauchen die Helfer dazu? Die fangen morgens um 7 Uhr an bis etwa 11 oder 11.30 Uhr. Das sind zwei Männer, die kochen, und vier, fünf Frauen dabei, die unsere Erbsensuppe in der Küche zubereiten. Wie viel Liter wurden heute gekocht? Ungefähr 120 Liter. Und die gehen immer ganz weg. Und die Leute wissen das und kommen selbst bei heißem Wetter wegen der Erbsensuppe? Egal, ob es kalt oder heiß ist, es ist Tradition beim Liederkranz, an dem Tag Erbsensuppe zu essen. Der Liederkranz, das sind ja Sänger. Das heißt, da kommt die Musik aus dem Mund. Bei der Erbsensuppe kommt die Musik hinten raus. Ist das ein Problem? (lacht) Nein, bis jetzt noch nicht. Das kann aber noch kommen. An Christi Himmelfahrt verzichtet der Sängerbund aber bewusst aufs Singen? Ja. (lacht lange) Wie viele Helfer sind denn heute im Einsatz? Und hält das Verein lange durch? Etwa 20 Helfer sind heute im Einsatz. Bislang klappt das noch alles. Aber wenn zwei, drei Leute ausfallen, wie in diesem Jahr, wird es schon eng. Man merkt die Überalterung schon, auch in den Chören. Wenn wir vielleicht fünf, sechs Leute mehr wären, das wäre schon gut. Woran das liegt und was wir dagegen tun könnten, wissen wir nicht. An der Erbsensuppe liegt es vermutlich nicht? Nein, damit sind die Leute zufrieden. Heute sind ja fast 200 Besucher gekommen. Nur wegen der Erbsensuppe. Der Festplatz gehörte nicht dem Verein, als er bei einer Vatertagswanderung entdeckt wurde. Hat der Verein ihn gekauft? Nein, wir haben den Festplatz gepachtet von einem Privatmann, und der Vertrag verlängert sich alle fünf Jahre. Unsere Hütte ist mittwochs geöffnet, und sie wird gut besucht. Wir haben drei Teams, die mittwochs Dienst in der Hütte machen und Wanderer bewirten. Wir hoffen, dass es so weitergeht. Am heutigen Vatertag ist überall was geboten, vom Dellfelder Scheierfescht über Vatertagsparty im Freizeitgebiet in Contwig. Haben Sie da nichts besseres zu tun, als Erbsensuppe zu kochen? Nein, das wird so gemacht. Da gibt es gar nichts anderes! Wir sind von klein auf so erzogen. Am Vatertag geht es zum Liederkranz Erbsensuppe essen. Fertig, aus. Das ist in den Familien auch so drin, das liegt uns im Blut. Im September feiern wir unser Herbstfest hier, zu dem wir verschiedene Chöre eingeladen haben, zum Beispiel aus Fehrbach, Peppenkum und meines Wissens auch den Sängerbund. Es wird ja nicht mehr viel gesungen. Das ist das Schöne dabei, sonst hört man ja nichts mehr. Gesang im Wald ohne Erbsensuppe? Genau, aber mit Ehrungen. (mml)

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