Kreis Südwestpfalz Endlich sitzt der Pfeil
Ein hartes Stück Arbeit! Dem Erlenbacher Tierfänger Erwin Schablowski ist es gelungen, einen ausgebüxten Stier im schwäbischen Landkreis Günzburg zu betäuben. Nach mehreren Anläufen kam ihm das Tier vors Narkosegewehr und wartet nun in einem Stall auf den Transport zu einem Gnadenhof.
Der Stier ist vor rund drei Monaten ausgebüxt und streift seitdem durch einen Wald bei Günzburg. Eine Tierliebhaberin hat ihn gekauft, um sein Leben zu retten, und den Tierschutzverein Rüsselheim kontaktiert, der im Sommer 2016 bereits die auf dem Einsiedlerhof in Kaiserslautern entlaufene Kuh Johanna gerettet hat. Damals betäubte Schablowski das Tier und brachte es auf einen Gnadenhof. Mit dem Stier in Günzburg wird nun genauso verfahren, nachdem es dem Tierfänger aus dem Kaiserslauterer Stadtteil Erlenbach endlich gelang, ihn zu betäuben. Schablowski war mehrfach im Landkreis Günzburg und musste jedes Mal unverrichteter Dinge wieder abziehen, ehe er am Sonntag Glück hatte. Am Mittwoch vergangener Woche war er erneut losgefahren, hatte mehrere Tage auf der Lauer gelegen, ohne den Stier vor das Narkosegewehr zu bekommen. Erst am Sonntagabend hatte er Glück und konnte den Stier betäuben. Dass es dem Erlenbacher Tierfänger gelang, den Stier zu narkotisieren, ist der Hilfe eines Jägers im Landkreis Günzburg zu verdanken. Der habe, so Schablowski, das Tier angefangen zu füttern, habe sein Vertrauen gewonnen und es geschafft, das Rind täglich ans Futter zu locken. Schablowski richtete sich dann auf einem Hochsitz nahe der Futterstelle ein und wartete – wieder vergeblich, wie er ausführt. Das Tier sei nie näher als 80 Meter an ihn herangekommen, zu weit für das Narkosegewehr. Schablowski behielt jedoch die Ruhe. Er verbarrikadierte sich regelrecht auf dem Hochsitz. Am Sonntagabend kam der Bulle endlich etwas näher, stand an die 55 Meter entfernt, schätzt Schablowski. Der Tierfänger zielte und traf. Doch der Stier schleppte sich davon. Mit Hilfe des Jägers und dessen Hund stellte Schablowski dem Tier nach, fand es tief im Wald und verabreichte ihm noch einen Narkosepfeil. Endlich betäubt, konnte der Stier in einen Hänger verfrachtet werden. Mit Seilen fixiert, wurde er von vier Mann auf den Hänger gezerrt und in den Stall eines Viehhändlers gebracht. Dort muss er ein paar Tage ausharren, ehe es weiter auf den Gnadenhof geht. Der Stier sei total durch den Wind, verwildert und aggressiv, sagt Schablowski. Man müsse ihm zwei Kühe dazustellen, damit er sich beruhigt. Schablowski konnte gestern die Heimreise antreten. Ermüdet nach dem langen Warten auf dem Hochsitz, aber auch zufrieden, dass er seinen Job erledigt hat. „Das wäre in 30 Jahren das erste Rind gewesen, das ich nicht narkotisiert hätte“, meinte der Fänger gestern Mittag.