Wallhalben RHEINPFALZ Plus Artikel Endlich: Die Dauerfußballer haben den Weltrekord

Im Juni 2019 gaben die Wallhalber Dauerkicker alles. Jetzt ist klar, dass es tatsächlich gereicht hat fürs Buch der Rekorde.
Im Juni 2019 gaben die Wallhalber Dauerkicker alles. Jetzt ist klar, dass es tatsächlich gereicht hat fürs Buch der Rekorde.

Über 18 Monate mussten sie warten, dann ging alles ganz schnell: Seit Mittwoch, 14:51 Uhr, halten die Kicker vom Wallhalber Thank God it’s Friday Event Club den Weltrekord im Dauerfußball. Noch Stunden später konnte es Dirk Stiwitz kaum fassen. „Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben“, sagt er.

Was hatten sie nicht für einen Frust geschoben. Auf den Arm genommen von Guinness World Records Limited hatte sich Dirk Stiwitz gefühlt. Und das war noch freundlich formuliert. Doch seit gestern sieht die Welt anders aus. „Von mir aus kann morgen ein Team den Rekord brechen, das ist mir ganz egal. Wir haben ihn, das zählt. Und wir haben ihn uns verdient.“

Seit Juni 2019 hatten die Wallhalber Kicker um Dirk Stiwitz auf diesen Moment gewartet. Damals traten sie zusammen mit den saarländischen Sportfreunden Winterbach, einem Stadtteil von St. Wendel, an, um den Weltrekord im Dauerfußballspielen zu holen – zum dritten Mal bereits. Et voilà: Sie schafften tatsächlich die angepeilten 168 Stunden am Stück.

„Endloses Hin und Her“

Doch der Ärger ließ nicht lange auf sich warten: Die Festplatte, auf der alles dokumentiert war, wurde geklaut. Die Firma, die den Weltrekordversuch für die Wallhalber aufgezeichnet hatte, hatte zum Glück noch eine Kopie. Diese wurde nach London geschickt, und seitdem warteten die Kicker auf die Anerkennung. Umso sehnlicher, weil bereits die vorangegangenen zwei Versuche von Pleiten, Pech und Pannen gekennzeichnet waren. Mal waren andere schneller und spielten länger, mal wurden die Videoaufzeichnungen aus Wallhalben nicht anerkannt.

Aber: Es gab laut Stiwitz ein endloses Hin und Her. „Immer wenn wir eine weitere Bedingung erfüllt haben, kommen sie wieder mit was Neuem“, erzählte er kurz vor Weihnachten. So sollten die Videos plötzlich in einem kleineren Format geliefert werden. Guinness könne sie sonst nicht ansehen, habe es geheißen. Die Wallhalber fragten, ob sie sie nicht auf einer Plattform im Internet hochladen können, wo Guinness sie ansehen kann. „Da hieß es: Nein, geht nicht“, sagte Stiwitz. Also habe man sich drangemacht, das Filmmaterial zu verkleinern. Mittendrin habe bei Guinness die Sachbearbeiterin gewechselt. „Die schrieb dann, warum wir die Videos nicht einfach auf einer Plattform im Internet hochladen.“ Da sei ihm schon fast der Kragen geplatzt, so Stiwitz.

Der dritte Prüfer macht’s

Jeden Spielerwechsel habe man in allen Details beschrieben, ganz nach Vorgabe. „Dann hieß es, wir müssen die Dauer der Spielerwechsel noch angeben.“ Also noch mal hinsetzen, das ganze Videomaterial angucken. Guinness habe dann erklärt, es seien nur fliegende Wechsel erlaubt, keine Spielunterbrechungen. „Das gilt jetzt, aber als das Spiel 2019 stattfand, war das noch nicht so“, betonte Stiwitz. Neuer Mailverkehr mit Guinness, in dem Stiwitz darauf bestand, dass die Regeln von 2019 gelten müssen. Danach herrschte Funkstille.

Bis Dienstag. Ein Sachbearbeiter namens Paul habe angerufen – „Mit dem hatten wir vorher nie zu tun“ –, sich entschuldigt für die Pannen und Besserung gelobt. Ein paar Kleinigkeiten waren noch zu klären, dann kam die frohe Botschaft: Der Guinness-Weltrekord war geschafft. „Um 14.51 Uhr ging die Mail bei mir ein. Aber wir waren einkaufen, ich habe sie erst gegen halb fünf gesehen“, erzählte Stiwitz lachend. „Und jetzt überschlagen sich alle aus dem Team vor Freude.“ Gefeiert wird die große Weltrekord-Party „sobald das wieder geht“, sagt Stiwitz. Aber ans Warten sind die Wallhalber Kicker und ihre Unterstützer ja gewöhnt.

Im Netz steht der Eintrag schon.

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