Erlenbach Elf Büffel als Landschaftspfleger

Dirk Eichberger nutzt die Schafe, die nahe beim Haus stehen, zur Milchproduktion ...
Dirk Eichberger nutzt die Schafe, die nahe beim Haus stehen, zur Milchproduktion ...

Das eingewanderte Indische Springkraut ist im Erlenbacher Tal kein Problem mehr, sagt Dirk Eichberger. Die kleine Herde Wasserbüffel, die er vor sechs Jahren angeschafft hatte, betätige sich zuverlässig als Landschaftspfleger. Sie haben sich mit den Jahren vermehrt. Inzwischen verkauft der Landwirt auch ihr Fleisch, nicht aber die Milch.

Wie eine Mischung aus Rind und Wild schmecke Büffelfleisch, meint Landwirt Dirk Eichberger aus Erlenbach. Und mager sei es. Er hält eine kleine Herde im Tal, hat vor sechs Jahren mit sechs Wasserbüffeln angefangen, zwischendurch waren es mal 21. Doch das ist ihm derzeit zu viel, denn Eichberger arbeitet an vielen Projekten. Deshalb habe er die Herde auf elf Tiere verkleinert. Damit das eine Weile so bleibt, stehe im Moment kein Bulle dabei. Wenn es mal wieder ruhiger wird, könne er sich auch einer größeren Herde widmen, meint Eichberger.

Das Fleisch seiner Wasserbüffel verkauft der Landwirt teils direkt an Kunden, teilweise an Metzger. „Das wird gut angenommen.“ Die Vermarktung sei kein Problem. Büffelmozzarella gibt es aber keine in Erlenbach: Auf das Melken der Kühe verzichtet Eichberger. „Dazu müssten sie beim Haus stehen.“ Sonst wäre der Aufwand zu groß. Beim Melken beschränkt sich der Landwirt auf seine Ostfriesischen Milchschafe hinter dem Haus in der Hauptstraße. Zudem züchtet er Schwarzkopfschafe des Fleisches wegen.

Eingewandertes Kraut unter Kontrolle

Der eigentliche Grund, warum der Landwirt im Nebenerwerb die Büffelherde angeschafft hat, ist die Landschaftspflege: Die Büffel halten die nassen Wiesen im Tal des Erlenbachs frei. Anders als die Schafe, die Klauenprobleme erleiden, kommen sie mit dem feuchten Untergrund gut klar. Das Indische Springkraut, eine eingewanderte Pflanze, die sich vor einigen Jahren massiv ausgebreitet hatte, „ist inzwischen unter Kontrolle“, berichtet Eichberger. Arno Sprau von der Kreisverwaltung hatte Eichberger vor Jahren die Haltung von Wasserbüffeln ans Herz gelegt, erzählt der Erlenbacher. Er habe dem Landwirt die Wasserbüffel vorgeführt, die es damals schon in Hornbach bei Zweibrücken gab.

Eichberger hielt zuvor schon Rinder. „Das hat es einfacher gemacht, denn die Einrichtungen waren ja schon da.“ Notwendige Geräte und Fahrzeuge wie einen Hänger zum Transport musste der Landwirt nicht erst anschaffen. Für die Verbandsgemeinde Dahner Felsenland beweiden die Büffelkühe inzwischen eine Ausgleichsfläche bei Niederschlettenbach. Timm Gutensohn, der bei der VG für Landschaftspflege zuständig ist, sei deshalb auf den Landwirt zugekommen.

Zwei Jobs – und will auf keinen verzichten

Eichbergers Familie kommt aus der Landwirtschaft, erzählt er. Der heutige Bürgermeister von Erlenbach stammt aus Bad Bergzabern. Eigentlich ist er Kfz-Mechaniker und arbeitet seit rund 25 Jahren im Harley-Davidson-Laden in Steinweiler. „Wir sind acht Mechaniker.“ Einen Vorzug gebe er keinem seiner beiden Standbeine. Er wolle weder auf die Landwirtschaft noch auf den Harley-Laden verzichten. „Wenn mir eins keinen Spaß machen würde, hätte ich mich längst festgelegt.“ Zudem könne er flexibel arbeiten: Wenn auf dem Hof gerade Heu gemacht wird, lasse er sein Mechaniker-Dasein ein paar Tage ruhen.

Sendung

Für seinen Themenschwerpunkt Südwestpfalz hat der SWR in Erlenbach vorbeigeschaut: Am Dienstag, 27. Oktober, 18.15 Uhr, zeigt die Sendung „Natürlich – Natur und Umwelt im Südwesten“ mit Ulrike Nehrbaß den Hof der Familie Eichberger.
... aber nicht die Büffel im Tal des Erlenbach. Sie halten das Land von Unkraut frei und liefern Fleisch.
... aber nicht die Büffel im Tal des Erlenbach. Sie halten das Land von Unkraut frei und liefern Fleisch.
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