Zweibrücken / Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel Elektroauto und Kleinbus für alle – im Frühjahr soll’s losgehen

Beim Car-Sharing – hier in Landau – kann man sich ein Auto stundenweise mieten.
Beim Car-Sharing – hier in Landau – kann man sich ein Auto stundenweise mieten.

Im Frühjahr soll das neue Car-Sharing-Angebot der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land starten. Angeboten werden ein kleines Elektroauto und ein Neunsitzer-Kleinbus.

Beim Car-Sharing – auf Deutsch Auto teilen – kann man sich ein Auto stundenweise mieten. Das Ganze ist aber deutlich günstiger und einfacher als ein Mietwagen. Eine Firma stellt Autos zur Verfügung, die sich jeder gezielt so lange ausleihen kann, wie er sie braucht. Wer wenig Auto fährt, aber ab und zu doch eins braucht, könnte damit ganz auf ein eigenes Auto oder einen Zweitwagen verzichten. Verbandsbürgermeister Björn Bernhard hatte die Idee, dieses Prinzip, das es vor allem in Städten gibt, für die Verbandsgemeinde anzubieten. In der Südwestpfalz wäre Zweibrücken-Land damit Vorreiter. Im Mai stellte sich die Firma Mikar aus Bayern dem Verbandsgemeinderat vor. Sie hat sich auf den ländlichen Raum spezialisiert.

Für die Verbandsgemeinde ist die Zusammenarbeit kostenlos. Sie hilft aber beim Start: Sie schreibt Firmen in der Verbandsgemeinde an, ob sie auf den Autos werben möchten. Denn zum Teil werden die Fahrzeuge über Werbung finanziert, ähnlich wie die kleinen Bürgerbusse, die es in manchen Orten und Verbandsgemeinden gibt. Wer ein solches Auto nutzt, muss sich kostenlos anmelden und zahlt dann je nach Preismodell für die Nutzung etwa fünf Euro pro Stunde und elf Cent pro Kilometer. Der Neunsitzer-Diesel ist etwas teurer. Es gibt auch Tagespauschalen und Inklusivkilometer.

Das E-Auto soll in Contwig stehen

Bürgermeister Bernhard hofft, dass diesen Herbst genug Firmen zusammenkommen, die auf den Autos werben möchten. Dann könnte die Firma Anfang 2023 die Fahrzeuge anschaffen, und im Frühjahr könnte es losgehen. Der Neunsitzer soll bei der Verwaltung in Zweibrücken stehen, das Elektroauto bei den Werken in Contwig. Beide sind aber nicht in erster Linie für die Verwaltungsmitarbeiter gedacht, sondern für alle.

Zwar wäre der Standort an der Contwiger Kläranlage nicht optimal, räumt Bernhard ein, aber er hat zwei Vorteile: Die Fläche gehört der Verbandsgemeinde, und man würde zum Aufladen den Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage nutzen. Man könne aber überlegen, ob es Alternativen gibt, etwa das Contwiger Rathaus, das zentraler und näher am Bahnhof liegt. Klar ist für Bernhard, dass als Standorte vor allem Contwig und Bechhofen in Frage kommen: „Es bringt nichts, das Auto nach Rosenkopf zu stellen, weil es dort niemand nutzt.“ Man könne überlegen, den Kleinwagen nach Zweibrücken zu stellen, aber es sei ja als Angebot für die Einwohner der Verbandsgemeinde gedacht, sagt Bernhard. Der Verbandsbürgermeister ist vor allem von dem Neunsitzer-Bus begeistert, wie er schon im Frühjahr sagte. Gerade für Vereinsausflüge oder Familienurlaube biete sich ein Mehrsitzer an.

Zweibrücken-Land wäre Erster im Südwesten

Wer ein Auto buchen will, macht das über eine App, mit der man auch das Auto öffnet. Der Schlüssel liegt im Handschuhfach. Das Auto muss man vollgetankt zurückgeben oder wieder an die Ladesäule hängen. Wer sich bei der Firma registriert hat, kann alle Fahrzeuge an allen Standorten nutzen, nicht nur die in Zweibrücken-Land. Mikar hat vor allem in Bayern ein dichtes Netz an Kommunen, die mitmachen. Hessen ist noch ein wenig vertreten, in Baden-Württemberg gibt es einige Standorte und sehr wenige in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. In Rheinland-Pfalz und dem Saarland bietet Mikar noch keine Autos zum Teilen an.

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