Hinterweidenthal Eine Sandkastenliebe feiert heute ihre Eiserne Hochzeit

Lieselotte und Adolf Meyer sind seit 65 Jahtren verheiratet.
Lieselotte und Adolf Meyer sind seit 65 Jahtren verheiratet.

Es ist höchst selten, wenn einem Ehepaar die Gnade gegeben wird, das gemeinsame Leben 65 Jahre miteinander zu teilen. Heute dürfen die Eheleute Adolf und Lieselotte Meyer in der Hinterweidenthaler Talstraße im Kreise ihrer Kinder, Enkel, Urenkel und Verwandten auf ein erfülltes Ehe-Leben zurückblicken.

In guter Gesundheit leben sie jetzt schon 60 Jahre im schmucken Eigenheim, nur unweit von ihren Elternhäusern. Und in der trauten Nachbarschaft beginnt auch in der Kindheit eine lebenslange Freundschaft, die das ganz junge Paar im Jahre 1957 vor den Traualtar führte. „Jung gefreit, hat nie gereut“, bei Adolf und Lieselotte Meyer passt das alte Lebensbild bis zum heutigen Tage, „auch wenn es nicht nur ganz glückliche Tage gab“, meinen beide Jubilare beim Rückblick auf ein ausgefülltes, arbeitsames Leben in ihrem schönen Zuhause, das einem kleinen Erlebnismuseum gleicht.

Schon im Vorgarten wird deutlich, dass da ein begnadeter Schnitzer wohnt. Überall filigrane Schnitzarbeiten, viele aus pittoreskem Wurzelholz, spiegeln ein künstlerisches Abbild des leidenschaftlichen Schnitzers und Malers Adolf Meyer wider. „Ja mir wurde das schon in die Wiege gelegt, meint 84-jährige Senior, der schon als Kind mit seinem Vater in den Wald ging und durch diese Naturverbundenheit sein künstlerisches Talent früh entwickeln durfte. Sein Lieblingsmotiv ist zeitlebens – und wer sollte es in Hinterweidenthal anders erwarten – der Teufelstisch in allen Variationen in Stein, Holz oder auch als Gemälde.

Fingerhüte aus vielen Ländern gesammelt

Ehefrau Lieselotte ergänzt seit vielen Jahrzehnten dieses Sammeln und Gestalten. Weit über 200 kunstvolle Fingerhüte aus vielen Ländern und Kulturkreisen ergeben eine interessante Kollektion, wohlsortiert und ausgestellt in schönen Vitrinen.

In übergroßen Modellen hat Adolf Meyer vor Jahren schon zwei prägende Sinnbilder seiner Heimat in feinster detaillierter Holz- und Steinarbeit gestaltet: Die protestantische Kirche von Hinterweidenthal und das Winterkirchel als Sinnbild jahrhundertealten Volksfrömmigkeit. „Das sind auch zwei Bezugspunkte in unserem gemeinsamen Leben, die wir immer wieder besucht und erwandert haben“, sagen die Meyers.

„Tauben sind sein Leben“

Und da sind wir bei einer anderen gemeinsamen Lebensfreude der Jubilare, denn sie haben Zeit ihres Lebens als Mitglieder des Pfälzerwald-Vereins schöne Erlebnisse beim Wandern in der Heimat und bei Vereinsausflügen nach Bayern und Tirol gesammelt.

Bleibt noch eine andere lebenslange Leidenschaft des Ehemannes zu erwähnen, die Frau Lieselotte mit Blick auf den Stadel im Garten auf diesen kurzen Nenner bringt: „Tauben sind sein Leben“. In seinem Schlag turteln über 50 Brieftauben. Adolf Meyer ist einer der letzten und ältesten Brieftaubensportler im Wasgau.

Die Steppmaschine steht noch in der Küche

Das Jubelpaar hat noch eine andere gemeinsame Lebenserfahrung, die dem allergrößten Teil dieser Generation gemeinsam war. Für beide gab es beruflich nur eine Alternative und die führte in die Schuhfabrik. Adolf begann 1952 „beim Bisson in Hääschde“, ging dann nach Hinterweidenthal , wo er 28 Jahre lang in der Firma Goebbels arbeitete, mit deren Familie und Kindern er heute noch in Freundschaft verbunden ist. Die letzten Jahre war er dann nach einer kurzen Zeit in Lug beim heutigen „Waldläufer“ bei der Gemeinde mit der Betreuung des Parks „Am Teufelstisch“.

Ehefrau Lieselotte ging nach der Schule auch in die „Fawwerik“, zuerst zur Firma Metzger, und später „zum Simbert“. Als die Kinder kamen, kam die Steppmaschine in die heimische Küche, wo die Maschine lange Jahre ratterte – und heute als Andenken noch steht.

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