Contwig
Eine Krippe für Stambach, an der sich jeder etwas wünschen darf
Spontan, also von einen Tag auf den anderen, begann die Stambacherin eine Aktion, die im besten Fall langjährig Folgen für das Gemeindeleben haben wird. Seit Donnerstag sägte sie nämlich in jeder freien Minute Krippenfiguren aus einer massiven Holzplatte aus. „Zuerst die Heilige Familie“, also Maria, Joseph und das Jesuskind. Diese wurden lackiert und sollen heute an der protestantischen Kirche aufgestellt werden.
Um die Bürger auf die Krippenfiguren aufmerksam zu machen, werden Lichter sie anstrahlen. Kinder dürfen die Figuren noch mit Sternen schmücken. Die liegen vorbereitet, coronakonform in Tüten einzeln verpackt, bei den Krippenfiguren. Wer möchte, kann die Sterne mit guten Wünschen beschriften – auch Erwachsene, wenn ihnen etwas auf dem Herzen liegt. „Am Heiligen Abend werden diese Wünsche im Gottesdienst vorgetragen“, verspricht Susanne Duymel.
Wie kam die Mutter dreier Kinder auf die Idee, so kurzfristig vor Weihnachten noch Krippenfiguren zu sägen und zu bauen? „Ich habe eine Kollegin, die eine Krippe für ihren Garten macht. Dann habe ich mir überlegt, dass wir eine solche Krippe auch für unsere Kirchengemeinde bauen können.“
Denn: „Wenn wegen Corona zu Weihnachten in einer Kirche nicht so viel stattfinden kann, ist es vielleicht gut, wenn die Kirche den Leuten etwas anbietet, wo sie jederzeit hingehen können. Wo sie auch ohne Gottesdienst einfach mal kurz die Verbindung zu Gott herstellen können. Meine Hoffnung ist, dass wir in diesem Jahr mit der Heiligen Familie erst anfangen. Vielleicht kommen im nächsten Jahr noch Ochs und Esel dazu. Damit die Krippe jährlich um neue Figuren wachsen kann“, denkt sich die neu ins Presbyterium Gewählte.
Dass Susanne Duymel noch keine Erfahrung mit einer Stichsäge hatte, hielt die Presbyterin nicht von der Arbeit ab: „Der Papa leitet mich an. Der hat mir erst einmal das Sägeblatt gewechselt.“ Das Holz wurde in einem Baumarkt gekauft, gestiftet von der Spedition Sefrin und Sohn und der Familie von Susanne Duymel. Neben ihrem Vater Jürgen Karkut halfen noch Ehemann Oliver sowie Jürgen Stuhlbauer mit, der die Silhouette des Stalls baute.