Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Eine Beigeordnetenwahl und ihre Folgen: Ortsbürgermeister Oestreicher verlässt die BWB

Michael Oestreicher
Michael Oestreicher

Waldfischbach-Burgalbens Bürgermeister Michael Oestreicher zieht wenige Tage nach der Ratssitzung, bei der es Unstimmigkeiten wegen der Tagesordnung gab, Konsequenzen. Oestreicher verlässt die BWB und wird künftig als fraktionsloser Bürgermeister das Amt ausüben.

„Ereignisse in den letzten Wochen, Unvereinbarkeiten bezüglich wegweisender politischer Entscheidungen, ohne meine Meinung dazu gehört zu haben, Eingriffe in die Tagesordnung der konstituierenden Ratssitzung während meines Urlaubs, obwohl diese im Vorfeld mit der Fraktion besprochen waren, bewegen mich zu diesem Schritt“, teilt Oestreicher mit. Im Juni war Oestreicher mit 75 Prozent der abgegebenen Stimmen wieder zum Bürgermeister gewählt worden. Kandidiert hatte er für die BWB, denen er viele Jahre angehört hatte. Bevor er Bürgermeister wurde, war Oestreicher beispielsweise BWB-Fraktionssprecher im Rat gewesen.

Er werde sich mit genau so viel Elan und Begeisterung für Waldfischbach-Burgalben stark machen, wie er das in den vergangenen fünf Jahren getan habe, sagt Oestreicher. Die Bürger müssten sich keine Sorgen machen: Er werde künftig auch als fraktionsloser Ortsbürgermeister die anfallenden Aufgaben bezüglich des Ortes leiten und lenken. Das Wohl des Ortes und der Bürger stehe für ihn über allem, sagt Oestreicher und ist sich sicher, dass auch alle Fraktionen im Rat ihre Arbeit unter diese Prämisse stellen.

Oestreicher kritisiert „Mangel an Respekt“

Seinen früheren BWB-Kollegen hat Oestreicher zuvor bereits in einem Schreiben deutlich gemacht, dass ihm die Vorgänge im Zusammenhang mit der Beigeordnetenwahl nicht gefallen hätten. Bei der jüngsten Ratssitzung war gegen die Absicht des Bürgermeisters auf Antrag der BWB-Fraktion die Wahl des weiteren Beigeordneten auf die Tagesordnung genommen worden. Hinzu komme: Im Gegensatz zum BWB-Koalitionspartner CDU habe seine damals noch eigene Gruppierung, die BWB, ihn nach der Wahl nicht gefragt, mit welchem möglichen Beigeordnetenkandidaten er sich eine Zusammenarbeit vorstellen könne. Bei ihm habe das damals schon ein Gefühl von „Nimm, wen wir dir vor die Nase setzen“ ausgelöst, schreibt Oestreicher. Für ihn sei das ein Mangel an Respekt gegenüber ihm gewesen.

Nachdem es vier BWB-Bewerber für das Beigeordnetenamt gegeben habe, habe er mit den Bewerbern einen Gesprächstermin vereinbart, um zu klären, wie die Zusammenarbeit aussehen könne, welche Aufgaben ein Beigeordneter, eine Beigeordnete habe. Diese solle den Bürgermeister entlasten. Von den vier Bewerbern sei einer bereits unentschuldigt dem Treffen ferngeblieben. Von den drei verbliebenen Kandidaten habe er sich mit zweien die Zusammenarbeit vorstellen können.

„Hauptsache, nur nicht Tanja“

Zu den Beigeordnetenkandidaten gehörte neben Justyna vom Hagen, der Ehefrau des vormaligen Beigeordneten Alexander vom Hagen, auch Oestreichers Ehefrau Tanja, für die er, räumt Michael Oestreicher ein, geworben habe, weil sie bei der Gemeinderatswahl mit über 1000 Stimmen eines der besten Ergebnisse für die BWB erreicht habe. Außerdem habe sie im Bereich Soziales, den er dem weiteren Beigeordneten überantworten will, sehr viel Erfahrung habe.

Er sei Demokrat, sagt Oestreicher, weshalb er den Erfolg von Justyna vom Hagen, die sich als Kandidatin für den Beigeordnetenposten BWB-intern durchsetzte und zwischenzeitlich auch in dieses Amt gewählt wurde, respektiere. Dennoch habe sich bei ihm an diesem BWB-internen Wahlabend der Eindruck aufgedrängt, dass viele nach dem Motto „Hauptsache, nur nicht Tanja“ gewählt hätten. Das sei für ihn erneut ein Schlag ins Gesicht gewesen. Zumal eine Entscheidung zugunsten seiner Frau die Chancen von Michael Würtz erhöht hätten, in den Gemeinderat nachzurücken. Dessen Expertise habe man dort haben wollen, als man ihn – nachdem die Freie Wählergruppe (FWG) keine Liste mehr aufgestellt hatte – auf die BWB-Liste genommen habe.

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