Kreis Südwestpfalz Einbruchsserie dürfte im Gefängnis enden

Zwei bis sechs Jahre Haft forderte Staatsanwältin Karin Ephan am Donnerstag für sechs Angeklagte, die eine Vielzahl von Einbrüchen im Saarpfalz-Kreis und in der Südwestpfalz begangen haben sollen.
Die fünf jungen Männer aus Pirmasens (20 bis 28 Jahre) und eine Homburgerin (49) stehen wegen schwerer Bandendiebstähle und Wohnungseinbrüchen vor der großen Jugendkammer des Zweibrücker Landgerichts. Von September 2016 bis Februar 2018 sollen sie in Homburg, Blieskastel, Mandelbachtal und Ottweiler sowie in Contwig, Pirmasens, Rodalben und Lemberg nachts in Kneipen eingebrochen sein, Spiel- und Zigarettenautomaten aufgebrochen und die Beute geteilt haben. Zweimal seien sie in Wohnhäuser eingebrochen. Die Verteidiger bestreiten den Vorwurf des bandenmäßigen Vorgehens. Vielmehr handle es sich um spontane Vergehen. Die Staatsanwältin: „Sie hatten in einem Jahr mehr als 24 Einbrüche verübt. Sie hatten immer die gleiche Zielrichtung. Sie schmückten sich mit dem Firmennamen ,rasch und ruh’.“ Auch hätten die Angeklagten eine Sporttasche mit Einbruchswerkzeug bei einer Bekannten abgestellt. „Sie suchten ständig nach neuen Objekten“, sagte Ephan. Die Anklägerin schilderte ihre Sicht der Dinge. Demnach seien einige der Angeklagten in Geldnot gewesen. Der 22-Jährige habe durch die Verbrechen die Aufmerksamkeit seines Vaters gewinnen wollen. Der 28-Jährige sei aus dem Elternhaus geworfen worden und habe seine Arbeit verloren. Die 49-jährige Homburgerin habe sich mütterlich um ihn gekümmert und ihn finanziell unterstützt. Sie hatte im Sicherheitsbereich gearbeitet und daher gewusst, wie Alarmanlagen funktionieren und so ihrem damaligen Geliebten bei seinen Raubzügen geholfen. Die Frau habe die Gruppen in wechselnder Besetzung mit ihrem Auto zum Tatort gefahren und mit Smartphone und Kopfhörer Schmiere gestanden. Die 49-Jährige „ist als Mittäterin zu bestrafen“, so Ephan, die für die Homburgerin drei Jahre und fünf Monate Haft forderte. Der Verteidiger der Frau plädierte auf Beihilfe. Der 28-jährige Angeklagte soll laut Staatsanwaltschaft drei Jahre und neun Monate hinter Gitter. Er habe, so Ephan, direkt nach seiner Verhaftung Aufklärungshilfe geleistet. Sein engster Freund, der 26-Jährige, habe nur eine geringe Vorstrafe und solle drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Der 22-Jährige habe sich an sechs Einbrüchen beteiligt. Er solle mit zwei Jahren und sechs Monaten bestraft werden. Er habe bereits neun Vorstrafen und habe unter Bewährung gestanden. Doch er sei selbst aus den Bandendiebstählen ausgestiegen. Sechs Jahre soll ein weiterer 26-Jähriger hinter Gitter: Er sei einschlägig vorbestraft und habe die Taten während seiner Bewährung begangen. Der Richter verlas eine lange Liste an Einbrüchen 2009 in Pirmasens, für die er zu Haftstrafen verurteilt worden war. Der 20-Jährige solle zu einer Einheitsjugendstrafe von zwei Jahren verurteilt werden, forderte die Anklägerin. Er sprang für die 49-Jährige als Fahrer ein, weil er als einziger der Männer Auto und Führerschein besaß. Er wurde wie seine Kameraden im Februar verhaftet, kam in die Jugendstrafanstalt Schifferstadt und wurde dann auf freien Fuß gesetzt. Doch im Anschluss habe er eine schwere räuberische Straftat begangen und sei wieder in Haft gekommen. Die Urteile fallen am Montag.