Kreis Südwestpfalz Einbrüche in der Südwestpfalz und im Bliesgau

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Vor der Großen Jugendkammer beim Landgericht Zweibrücken sitzen seit Montag fünf junge Männer (20 bis 28 Jahre) und eine Frau (49 Jahre) auf der Anklagebank. Sie werden von neun Verteidigern vertreten. Staatsanwältin Karin Ephan wirft dem Sextett vor, sich als Bande zum fortgesetzten Begehen von Einbruchsdiebstählen zusammengeschlossen zu haben. 40 Zuschauer verfolgten den Prozessauftakt.

Die Angeklagten sollen unter wechselnder Beteiligung vom 17. September 2016 bis zum 23. Februar 2018 in Pirmasens, Rodalben, Lemberg, Contwig, Homburg, Blieskastel, Mandelbachtal und Ottweiler nachts in Lokale und Wohnhäuser eingebrochen sein, um dort Beute zu machen. Die 49-jährige Angeklagte aus Homburg soll die jungen Männer zeitweise mit ihrem Auto an die Tatorte gefahren haben. Dort habe sie im Auto Schmiere gestanden. Mit den Einbrechern sei sie über Smartphones und Kopfhörer verbunden gewesen, um die Komplizen bei Bedarf zu warnen. Insgesamt listete die Staatsanwältin 27 Tatorte auf, an denen die Angeklagten Zigaretten- und Spielautomaten aufbrachen sowie Bargeld und Wertsachen mitgehen ließen. Die Schäden lagen in den meisten Fällen weit über der erlangten Beute. Alle Angeklagten legten am Montag Geständnisse ab für die Taten, die ihnen vorgeworfen werden – mit kleineren Abweichungen. Der 28-jährige Angeklagte gab den Richtern Erläuterungen zu allen 27 Tatorten und zur Beteiligung seiner Mitangeklagten. Er wird von seinen Mitstreitern als derjenige bezeichnet, der alle Fäden in der Hand gehabt habe. Der 28-Jährige ist in Neunkirchen geboren und hat dort die Schule besucht, ist dann nach Homburg-Erbach und Pirmasens gezogen, wo er zuletzt Kontakt zu der 49-jährigen Angeklagten hatte. „Ich würde sie als persönliche Chauffeurin bezeichnen. Wenn er gepfiffen hat, ist sie gesprungen“, sagte der jüngste der Angeklagten zum Verhältnis des 28-Jährigen zu der Frau. Der 28-Jährige meinte dazu: „Sie hat nur Spritgeld bekommen.“ Er sei mit dem 28-Jährigen oft über die Dörfer in der Pfalz und im Bliesgau gefahren, um Objekte auszukundschaften. „Das war alles nur spontan“, sagte der Jüngste. „Wir schauten, ob dort Alarmanlagen vorhanden sind“, erklärte er. Danach hätten sie die Objekte ausgesucht. „Wenn ich etwas mache, mache ich es nicht alleine“, sagte der 28-Jährige und erklärte, dass die Gruppenmitglieder je nach Situation ihre Einbrüche verübt hätten. „Es war spontan“, antwortete auch er auf die Frage des Verteidigers Olaf Langhanki, der wissen wollte, ob es eine gemeinsame Absprache gegeben habe. Die 49-jährige Frau soll ihre Mitstreiter sogar auf das Wohnhaus ihres Vaters im Saarpfalz-Kreis aufmerksam gemacht und diese animiert haben, auch dort einzubrechen. „Sie hat mir die Wohnung ihres Vaters und viele Gegenstände gezeigt“, sagte der 28-Jährige. „Wir haben das Geld vergessen, das auf dem Tisch bereit gelegt worden ist“, erklärte er. Versehentlich hätten sie den Schmuck mitgenommen, den sie aber wieder an die 49-Jährige zurückgegeben hätten. Die Rolle der 49-Jährigen in der Gruppe beschrieb deren Verteidiger Johannes Berg so: „Sie wollte als Frau die jungen Männer bemuttern, hat sie durch die Gegend gefahren und ihre Kleider gewaschen. Sie war auch bei den Besprechungen dabei, hatte aber nicht die Objekte ausgesucht.“ Der Prozess wird am morgigen Donnerstag fortgesetzt.

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