Höhfröschen
Ein Paradies für Tiere
Kleine, im großen Garten aufgestellte Bienenhäuser, mit viel Liebe zum Detail wie ein kleines Haus gestaltet, ein riesengroßer Teich, in dem neben Fischen alles kreucht und fleucht, was in unserer Heimat Wasser und Natur liebt, ein großer Hasenstall, ein Hühnerhaus und jede Menge Grün, kein abgemähter Rasen, sondern eine Naturwiese, in der sich, man lese und staune, 21 maurische Landschildkröten nach Herzenslust tummeln – so sieht der Garten von Anette Leonhardt in Höhfröschen aus. Die Mutter zweier erwachsener Töchter, die mit ihrem Ehemann in Waldfischbach-Burgalben ein Unternehmen leitet, das Kunststoff-Spritzguss herstellt, ist mehr als nur Tierliebhaberin, und sie hat nicht nur einen grünen Daumen, sie denkt ganzheitlich Grün.
Mit Tieren aufgewachsen
Die Verbundenheit mit der Natur und einer artgerechten Haltung von Tieren, darunter auch Exoten, wie Schildkröten, hat ihre Wurzeln in der Kindheit Leonhardts. „Ich bin schon mit Tieren aufgewachsen“, blickt sie zurück. Vor etwa zwölf Jahren kam dann die erste Schildkröte ins Hause Leonhardt – das Männchen Paul. „Alle Tiere haben Namen“, merkt die Tierliebhaberin an. Dass sie inzwischen eine gefragte Ratgeberin und Fachfrau in Sachen Exoten ist, hat sich schnell herumgesprochen.
Paul erwählte das Weibchen Pauline zu seiner Frau und beide zeugten eine große Schildkrötenfamilie. Heute tummeln sich 21 Schildkröten in dem Naturbiotop am Ortsrand von Höhfröschen. Alle exotischen Tiere sind, wie es die gesetzlichen Regelungen vorschreiben, bei der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung ordnungsgemäß gemeldet.
Bienen verstehen lernen
Zum kleinen Tierparadies im Hause Leonhardt gehören auch vier Zwergwidder-Kaninchen, zwei Hunde und sechs Bienenvölker. „Es ist sagenhaft spannend und interessant, das Leben der Bienen verstehen zu lernen“, erklärt die Imkerin. In einer Art Brutkasten züchtet sie Königinnen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem Anette Leonhardt nicht die Dächer der Bienenhäuschen abnimmt, um sie zu beobachten. Tipps von erfahrenen Imkern, wie „Du kuckst zu viel“ nimmt sie milde lächelnd zur Kenntnis.
Die Obstbäume auf der Streuobstwiese an der Grundstücksgrenze tragen so viele Früchte wie nie zuvor, seitdem die Bienen die Bestäubung vornehmen. „Ich hatte sogar schon Anfragen eines Obstbauern aus Karlsruhe, der mit zu geringen Ernteerträgen kämpfen muss und der mich bat, einige Bienenvölker auf seine Obstplantage zu bringen“, erzählt sie. Auf Schutzkleidung verzichtet sie bei den typischen Imkerarbeiten gänzlich. „Mir machen die wenigen Stiche nichts aus“, stellt sie nüchtern fest. Es gibt aber auch Tage, beispielsweise nach einem Gewitter, da sind die Bienen recht aggressiv. „Dann lasse ich sie einfach in Ruhe“, merkt sie an.
Die Hühner, drei an der Zahl, und ein Hahn, ergänzen das bunte Tiertreiben bei Anette Leonhardt. „Ich stehe morgens mit den Hühnern auf und gehe abends zu Bett, wenn sie auch schlafen gehen“, sagt Anette Leonhardt. Eine Antwort bleibt sie dennoch schuldig, die nämlich auf die Frage, ob das Tierparadies noch weiter ausgebaut wird.