Kreis Südwestpfalz Ein heimlicher Verehrer am Nikolaustag 1994

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An die Einzelheiten kann sich Anke Knoll aus Contwig kaum noch erinnern, aber die wichtigen Dinge ihrer selbst erlebten Nikolausgeschichte, die weiß sie noch. Denn ihre ganz persönliche Weihnachtsgeschichte liegt schon 22 Jahre zurück, und als ihre drei Kinder erfuhren, dass sie sich bei der RHEINPFALZ gemeldet hat mit ihren Erinnerungen, fanden die das „peinlich“. Ist es aber nicht. Eher spannend und auch lustig.

Es war der 5. Dezember 1994. Anke Knoll, heute verheiratete Mutter von drei Kindern, war zu der Zeit Single und sozusagen „auf dem Markt“. Das bemerkte auch ein Bekannter, den die Lehrerin an der Grundschule Wallhalben, die damals noch in Kleinsteinhausen wohnte, über den Bruder einer Freundin kennen gelernt hatte. Dieser junge Mann bemühte sich um die Gunst der jungen Frau und beschloss, an jenem Abend vor Nikolaus seine Angebetete mit einer Nikolaustüte zu überraschen, die er an die Haustüre hängte. Bei Anke Knoll kamen Tüte und Inhalt jedoch nie an. Da sie von der Überraschung nichts wusste, vermisste sie die Nikolaustüte auch nicht. „Erst, als mein Verehrer nach einigen Tagen im Januar 1995 sich so seltsam benommen hat, als würde er auf etwas warten, und beleidigt war, als ich ihn fragte, was denn los ist, dämmerte mir etwas“, erinnert sich die heute 50-Jährige. Denn vor Weihnachten hatte sich der Austräger der RHEINPFALZ mit einer handgeschriebenen Weihnachtskarte überschwänglich für die nette Nikolaustüte bedankt, die er an der Haustür von Anke Knoll am Morgen des 6. Dezember 1994 vorfand. „Das kam mir zwar seltsam vor, denn ich hatte dem Zeitungsboten ja gar keine Tüte hingehängt, aber damals hatte ich mir nichts dabei gedacht“, erzählt die Contwigerin. So langsam aber fügte sich das Puzzle zusammen, und noch im Januar 1995 wurde das Rätsel gelöst. Ihr Verehrer verehrte sie weiter und hat auch am darauffolgenden Valentinstag wieder an Anke Knoll gedacht. Diese lernte jedoch kurz darauf ihren heutigen Ehemann kennen, und aus dem Verehrer und ihr wurde kein Paar. Kontakt haben die beiden auch keinen mehr. Vor einigen Jahren hat sie ihren Verehrer von damals noch einmal zufällig getroffen. Die Nikolaus-Anekdote von damals haben die beiden allerdings nicht mehr angesprochen. „Er ist heute vierfacher Vater, ich bin dreifache Mutter. Da hat sich das kurze Gespräch nur um die Entwicklung der Kinder gedreht“, sagt sie. Viele Jahre hat Anke Knoll die Geschichte mit sich herumgetragen und sich keine Zeit genommen, sie aufzuschreiben. Vor kurzem hatte sie im Krankenhaus eine längere Wartezeit auf ein Familienmitglied zu überbrücken und fasste sich ein Herz. Kurzerhand schrieb sie ihre Nikolausgeschichte in ein paar Sätzen auf und schickte diese der RHEINPFALZ. Eine Frage ist all die Jahre für Anke Knoll geblieben: „Ob sich der RHEINPFALZ-Austräger nicht über Herzchen und Liebesbeteuerungen gewundert hat?“ Denn den genauen Inhalt der Nikolaustüte, den kennt Anke Knoll bis heute nicht. |mml

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