Clausen „Ein Chor geht, das Leben geht weiter“: Kirchenchor Clausen löst sich nach 125 Jahren auf

Zum letzten Mal stehen die Sängerinnen und Sänger des katholischen Kirchenchores gemeinsam und unter dem Dirigentenstab von Geor
Zum letzten Mal stehen die Sängerinnen und Sänger des katholischen Kirchenchores gemeinsam und unter dem Dirigentenstab von Georg Meier auf den Stufen vor dem Altar.

Nach 125 Jahren verstummt der katholische Kirchenchor in Clausen endgültig. Ein bewegender Abschiedsgottesdienst brachte die Dorfgemeinschaft noch einmal zusammen.

Paul Germann, der Sprecher des katholischen Kirchenchores, brachte es bei seinen Abschiedsworten am Sonntag auf den Punkt: „Wenn wir nun auseinander schreiten, dann bitte nicht so weit.“ Das Auseinanderschreiten bedeutet nämlich, dass sich der katholische Kirchenchor nach exakt 125 Jahren im Einsatz für die musica sacra auflöst. Grund: Es gibt keinen Chornachwuchs mehr.

Es war ein bewegender und ein sehr gut besuchter Abschieds-und Jubiläumsgottesdienst des katholischen Kirchenchores in der Pfarrkirche, die bei ihrer Einweihung als „Clauser Dom“ betitelt wurde. 125 Jahre Kirchenchor sind damit Geschichte. Pfarrer Franz Ramstetter dankte mit Anerkennung: „Wer singt, betet doppelt.“ Sein herzliches „Vergelt’s Gott“ galt für Treue, Verdienst, Einsatz und Gemeinschaft im Chor im Namen der Kirchenmusik. Lobende Worte fand auch Paul Germann als Sprecher des Kirchenchores für das Ehepaar Georg und Renate Meier, die sich als Ostwestfalen im Ort und ganz besonders im Chor hohe Verdienste erworben hätten.

Dresen: Gelebte Dorfgemeinschaft über Generationen

Für den Gemeindeausschuss dankte Luc Hufnagel, der darauf verwies, dass der Chor selbst älter ist als die Pfarrkirche. Sie wurde 1903 eingeweiht und in ihr gibt das Klangensemble nun seinen Abschied. Das Eine sei aber ohne das Andere schlecht vorstellbar, weil der Chor doch seit Kindheit die Bürger von früher und heute begleite. Sein Dankeschön galt allen Mitwirkenden, die sich bei den vielen kirchlichen Festen ehrenamtlich über all die Jahrzehnte eingebracht hatten.

Ortsbürgermeister Jens Dresen betrachtete den Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend, weil der Chor über mehr als ein Jahrhundert auch schwierigste Zeiten überstanden hat und ein fester Bestandteil im Dorf war. Weinend, weil sich diese Chorleistung nun nicht mehr fortsetze. Der Kirchenchor sei eine gelebte Dorfgemeinschaft mit Verbindung über alle Generationen gewesen, lobte Dresen. Er repräsentiere das Rückgrat der Dorfgemeinschaft in Sachen Ehrenamt. Das habe sich gerade im kürzlich stattgefundenen Jubiläumskonzert widergespiegelt, weil alle Clauser Chöre hier mitwirkten.

Georg Meier, Dirigent und Vorsitzender des Jubelchores sah realistisch auf die Auflösung des Kirchenchores: „Keiner soll Angst haben. Ein Chor geht. Das Leben geht weiter,“ so sein Blick in die Zukunft. Und dennoch: ein Chor, der für seine schönen Gesang zur Gestaltung des Fest-und Abschiedsgottesdienstes stehenden Applaus bekam, ist jetzt verstummt.

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