Knopp-Labach
Digitalisierung und Erdurnen: Volles Programm im Gemeinderat Knopp-Labach
Wie in Contwig, Reifenberg, Schmitshausen und Krähenberg hat sich auch der Gemeinderat in Knopp für das Verlegen der Glasfaserkabel durch das Unternehmen „Unsere Grüne Glasfaser“ (UGG) aus Ismaning in Bayern entschieden. Einer Absichtserklärung wurde zugestimmt. Wie UGG-Sprecher Hilmar Mollo erklärte, könne der Ausbau in sechs Monaten abgewickelt sein, vorausgesetzt Landrätin Susanne Ganster gebe für das Breitband grünes Licht. Eine Rolle für den Zeitplan spiele der Verlauf der Hauptschlagader. Die Entscheidung der Nachbargemeinde Biedershausen steht noch aus.
„Das hört sich alles gut an. Zumal es uns auch nichts kostet“, sagte Ortsbürgermeister Ralf Schneider gegenüber der RHEINPFALZ. Beim Ausbau der Straßen habe man vorausblickend Leerrohre gelegt. Gequält habe ihn die Angst, dass eine Pfuschfirma mit der Durchführung beauftragt werde. Mollo habe zugesichert, dass die Arbeiten „gesittet“ ablaufen. UGG werde die Arbeit vor Ort beaufsichtigen.
Tablets und App für die Räte
Stephan Marx von der Verbandsgemeindeverwaltung Thaleischweiler-Wallhalben stellte den Ratsmitgliedern die Ratsinformations-App vor. Bei kleineren Gemeinden fielen für eine Ratssitzung locker 160 bis 170 Seiten Papier an, für eine Verbandsgemeindesitzung 600 bis 700 Seiten. Es sei eine Erleichterung für den Sitzungsdienst, diese nicht mehr verschicken zu müssen. Öfters sei die Post schon weg, wenn noch eine Tischvorlage nachkommt. Um Kosten zu sparen, werde er die Schulungen wohl selbst durchführen, so Marx.
„Kein Weg führt daran vorbei. Es ist eine Investition in die Zukunft“, zeigte sich Schneider überzeugt. Der Gemeinderat sprach sich für die Anschaffung der acht Tablets aus. Laut dem Digitalisierungsbeauftragten haben unter anderem Herschberg, Höheischweiler, Maßweiler und Thaleischweiler der papierlosen Ratsarbeit zugestimmt. Wallhalben wolle die nächste Kommunalwahl abwarten. Hettenhausen und Schmitshausen hätten abgelehnt. Die Entscheidung einiger Kommunen wie Biedershausen, Krähenberg, Nünschweiler und Reifenberg stehe noch aus.
Haushalt ausgeglichen
8500 Euro wurden für die Ratsinformations-App einschließlich Firmenschulung in den Doppelhaushalt 2022/2023 eingestellt. Weiterhin stehen dort 15.000 Euro für die Straßenbeleuchtung in der Kirchstraße sowie ein kleiner Posten für einen Stromkasten und für Leitungen für das Mietshaus der Gemeinde. Investiert werden sollen 50.000 Euro in den barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen. Die Maßnahme werde vom Land mit 85 Prozent bezuschusst, erläuterte Tobias Weis von der Verbandsgemeindeverwaltung. Die Gemeinde Knopp-Labach sei liquide. Weis: „Der Ergebnis- und Finanzhaushalt ist im Jahr 2023 ausgeglichen.“ Der Rat genehmigte den Haushaltplan ohne Gegenstimme.
Einstimmig sprachen sich die Ratsmitglieder für den Planentwurf zu Erdurnengräbern aus. Zwei Urnen sollen in einem Grab zugelassen werden. Man war sich einig, vor der Umsetzung des Plans zunächst die Mauer an der Einsegnungshalle abzustrahlen. Zu dieser soll auch eine Stromleitung hingeführt werden. „Damit wir nicht immer wieder, auch bei Wind und Regen, Kabel legen müssen“, sagte Schneider.
Mit spitzen Ohren lauschten die Gemeinderäte den Ausführungen eines Vertreters der Firma Anumar aus Ingolstadt. Das Unternehmen projektiert, errichtet und betreibt Solarkraftwerke in Deutschland und Chile. Anumar möchte auf acht Hektar Pachtfläche Grünstrom erzeugen. Das Ganze müsse ins Landschaftsbild passen, meinte der Bürgermeister. „Wir müssen sehen, was wir davon haben. Wenn wir den Solarpark nicht wollen, wird er vielleicht bei einer Nachbargemeinde errichtet. Stichwort Windräder Krähenberg.“
Termin
Heute Abend, 18:30 Uhr, in der „Eintracht“ sollen die Bürger hinsichtlich des Hochwasserschutzkonzepts mitreden.