Schmitshausen / Battweiler / Winterbach Die Raupen des Kohlweißlings greifen den Rosenkohl an
Sehr spät im Oktober hat das Weibchen seine zahlreichen Eier an die Unterseite der Blätter der Gemüsepflanze gelegt. Nach etwa drei Wochen schlüpften die ersten Raupen. Für die jungen Raupen ist es typisch, dass sie in Gruppen an ihrer Wirtspflanze fressen. Hier sind die Schäden der zahlreichen Raupen an der Pflanze deutlich zu sehen. Bis zu ihrer Verpuppung hatten die Raupen eine ausgeprägte Fresslust, sodass von der Gemüsepflanze häufig fast nur noch die Rispen übrig bleiben. Trotz der starken Beeinträchtigung seiner Blätter hat der Rosenkohl noch schöne Früchte angesetzt, die bald zu ernten sind.
Schädlingsbekämpfer oder Naturhelfer
Viele Hobbygärtner dulden es nicht, dass der Schmetterlingsnachwuchs ihre Gemüse so beeinträchtigt. Darum lesen sie die Raupen von den Blättern ab, um sie wirksam zu beseitigen. Andere setzen die chemische Keule ein, um einen sicheren Erfolg zu haben. Dies alles verhindert jedoch, dass es im nächsten Frühjahr wieder zahlreiche Falter gibt, die sich an der Bestäubung unserer blühenden Pflanzen beteiligen.
Für Albert Westrich aus Schmitshausen ist es ein zu verschmerzender Schaden, der keine Bekämpfung erfordert. Auch den Schmetterlingen und Vögeln müsse man eine Überlebensmöglichkeit geben, so der Gartenfreund. Schließlich freue er sich im Frühling, wenn die ersten bunten Schmetterlinge wieder durch das Garten- und Obstbaumgrundstück flattern. In diesem Jahr hätte er die Schmetterlinge schon vermisst, da ihm nur wenige zur Sommerzeit aufgefallen seien. Eine Beobachtung, die viele Naturkenner gemacht haben.
Die Raupen fühlen sich sicher
In diesem Nutzgarten hatte der Kohlweißling gleich an drei Gemüsepflanzen für ausreichend Nachwuchs gesorgt. Die gelblich- schwarze Färbung der Raupen ist ein deutliches Warnsignal an die üblichen Fressfeinde. Deshalb können sich die Raupen in diesen Ansammlungen sehr sicher fühlen. Außerdem nimmt der Nachwuchs aus ihren Futterpflanzen Schwefelverbindungen auf, die sie zusätzlich noch als chemischen Schutzschild zur Feindabwehr nutzen.
Die Raupe ist selbst für ein hungriges Vögelchen keine Gaumenfreude mehr. Die Herbstgeneration dieser Schmetterlingsart – es ist zumeist die dritte Generation – überwintert als Puppe angehängt an einem geeigneten und sicheren Ort. Vom Kohlweißling gibt es zwei bis drei Generationen im Jahr, die von März bis Oktober nacheinander aktiv sind.
Flügel mit schwarzen Ecken
Der Kohlweißling ist auf Wiesen, in der offenen Feldflur und in Hausgärten anzutreffen. Schon früh im Jahr ist der cremeweiße Tagfalter unterwegs. Die Vorderflügel des Falters haben schwarze Ecken. Auf den Hinterflügeln hat der Schmetterling jeweils einen schwarzen Fleck. Das Weibchen hat jedoch zusätzlich noch zwei schwarze Mittelflecken in den Vorderflügeln. Der Falter hat eine Flügelspannweite bis zu sechs Zentimetern.