Kreis Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Die Käshofer rufen „Hotdog“

Käshofen grillt und lernt gleichzeitig Englisch mit Jo Anne Pinney (blaues Falcon-Shirt).  Foto: Moschel
Käshofen grillt und lernt gleichzeitig Englisch mit Jo Anne Pinney (blaues Falcon-Shirt).

Anwohnerin Jo Anne Pinney veranstaltet seit einiger Zeit Englischkurse für ihre Käshofer Nachbarn. Am Samstag ging es um „American Food“. Standesgemäß wurde dazu der Grill angeschmissen. Die RHEINPFALZ war dabei und aß mit.

Käshofen. Der Geruch von frisch gegrillten Hamburgern und Hotdogs war fast im gesamten Dorf zu erschnüffeln. Die Amerikanerin und Käshoferin Jo Anne Pinney veranstaltet seit mehreren Monaten Englischkurse für ihre Nachbarschaft. Zum Kurs am Samstag, bei dem es ums Grillen ging, fanden sich die Handelnden auf dem Mehrgenerationenplatz ein.

„Ich war lange Zeit bei der amerikanischen Air Force in Ramstein“, sagt Pinney, die seit elf Jahren in Käshofen wohnt. Dort hingekommen ist sie über einen Arbeitskollegen: „Der ist nach Jahren zurück in die Staaten gezogen und hat mich gefragt, ob ich sein Haus in Käshofen übernehmen will. Und was soll ich sagen, ich war von dem kleinen Dorf und den Menschen hier von Anfang an hellauf begeistert“, erzählt Pinney. Inzwischen arbeitet sie nicht mehr bei der Luftwaffe, sondern im normalen Dienst auf der Air Base.

Pinney lernt Deutsch, die Gemeinde Englisch

Die Idee, ihren Nachbarn Englischkurse zu geben, sah sie als eine Selbstverständlichkeit an. „Ich lerne selbst Deutsch und wollte der Gemeinde einfach was zurückgeben. Die Leute haben mir so viel geholfen. Und ich meine, wenn sie Englisch lernen und ich Deutsch, ergänzt sich das ja“, findet Pinney. Ihre Englischkurse finden einmal im Monat statt – jeder Kurs hat sein eigenes amerikanisches Thema. So ging es schon um amerikanisches Bier, Reisen und Ostertraditionen. Für die nächsten Treffen ist geplant, über das Gesundheitssystem, amerikanischen Wein, Halloween, Thanksgiving und Weihnachten zu reden.

„Normalerweise haben wir englische Texte, die wir gemeinsam durchgehen und bearbeiten“, erklärt Klaus Marhöfer, der seit dem ersten Treffen im März dabei ist. „Heute futtern wir aber erst einmal“, sagt er und lacht. Marhöfer freut sich über die Kurse. Sein Englisch habe sich dadurch bereits verbessert. „Ich war selbst dreimal in den USA. Für mich ist das super“, so Marhöfer.

Viele Egon-Burger gegrillt

Auch am Samstag gab es eine kleine Unterrichts-Lektion. „Wir rufen jetzt mal alle laut ,Hotdog’“, rief Pinney, nachdem alle ihre erste Essens-Portion verdrückt hatten. Sie erklärte anschließend, dass der Begriff „Hotdog“ sowohl für das Essen steht als auch als Ausruf der Freude benutzt werden kann. Zudem erklärte Pinney, wie der Hamburger zu seinem Namen kam: „Es gibt viele Mythen, warum er so heißt, aber ich denke, dass die der Hamburger Segler die wahrscheinlichste ist.“ Demnach hatten Segler aus Hamburg das Hackfleisch nach Amerika gebracht. Das wurde dann als „Hamburger“ bezeichnet. „Das würde auch erklären, warum in amerikanischen Supermärkten ein Hamburger auch nur das Stück Fleisch ist“, so Pinney.

Gerda und Peter Seebald, die ebenfalls am Samstag beim Grillen dabei waren, sind direkte Nachbarn von Pinney. „Ich weiß noch den ersten deutschen Satz, den Jo Anne damals gelernt hat: „Ich hätte gerne eine Tasse Kaffee mit Milch und Zucker.“ Und den kann sie heute noch“, meint Gerda Seebald. Sie spricht mit Pinney Englisch, Pinney mit ihr Deutsch. „Wir verständigen uns mit Hand und Fuß und lernen so immer voneinander“, sagt Gerda Seebald.

Die Hamburger, die die Käshofer Englisch-Gruppe am Samstag gegessen hat, nannten sie übrigens liebevoll den „Egon-Burger“ – passend zum Namen von Käshofens Bürgermeister Egon Gilbert.

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