Massweiler / Rieschweiler-Mühlbach
Die jungen Störche trainieren für den Flug ins Winterquartier
Hinter der Schuhfabrik Stuppy in Höhmühlbach werden derzeit noch drei muntere Storchenkinder von den Eltern mit Futter versorgt. Der Nachwuchs ist verspätet geschlüpft, weil das schüchterne Storchenpaar länger gebraucht hatte, um zusammenzufinden. In weiteren Nestern im Schwarzbachtal und auf dem Hitscherhof sind Nachzügler zu finden.
Tatsächlich sind die Eltern und ihre Kleinen durchaus im üblichen Zeitrahmen. Jedoch hat sich in den vergangenen fünf Jahren die Heimkehr der Störche aus den südlichen Gefilden deutlich nach vorne verschoben. Oft liegt sie noch in den Wintermonaten, weshalb auch die Brutzeit früher beginnt – teils zu einem Zeitpunkt, an dem der Frühling kaum begonnen hat.
Gravierende Ausfälle in Vorderpfalz und Rheinhessen
Haben die Störche in den Vorjahren dank der oft sommerlichen Temperaturen im Frühjahr davon profitiert, so ging dieses Jahr der frühe Brutbeginn in einigen Fällen schief – es fehlten die Wärme und die trockenen Tage. Zwar waren die Kälteausfälle bei den Storchenbabys in der Vorderpfalz und in Rheinhessen mit bis an die 80 Prozent deutlich gravierender – dennoch sei der Trend unverkennbar, wie der für die Beringung der Jungstörche in der Pfalz zuständige Christian Reis vom Rheinland-Pfälzischen Storchenzentrum in Bornheim im Juni festgestellt hat. Gleiche Beobachtungen hat Björn Busch-Geertsema (Einöd) vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu), der ebenfalls bei der Beringung der Jungstörche im Zweibrücker-Land mitarbeitet, im Hornbachtal gemacht.
In Rieschweiler hat dagegen der Nachwuchs gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Zwischen den Mühlen, der Fischerhütte und dem ehemaligen Feuerwehrhaus ist auf den Bäumen am Schwarzbach eine noch kleine Wohnkolonie entstanden. Fünf neue Nester gibt es auf einer Pappel am Bachlauf unterhalb der Mahlmühlen – in drei von ihnen werden noch Jungvögel gefüttert. Belegt waren wieder beide Quartiere in den Gärten hinter der Bebauung im Blickfeld der Fischerhütte.
17 Jungstörche haben nasskalten Frühling überlebt
Erfolgreich gebrütet wurde auch auf dem Birkenstumpf über der Bahnlinie unweit der Isemannmühle und auf der hohen Fichte bei der Getreidemühle Sties. Insgesamt werden in Rieschweiler 14 Storchenkinder noch im Juli ihre Nester verlassen. In den Horsten auf den Bäumen rund um den Hitscherhof und – noch zahlreicher – auf den Dächern des Hofguts sind mehrere Junge zu sehen. Aktuell sind 17 Nachwuchsstörche am Leben. Gut möglich, dass die sehr früh geschlüpften Storchenkinder ihre Nester bereits verlassen haben.
Um die Schuhfabrik Stuppy und den Bäumen zwischen der Gärtnerei Empel in Höhmühlbach bereiten sich ebenfalls einige Jungschnäbel auf ihren Jungfernflug vor. Erneut belegt sind auch die Baumnester bei der Schuhfabrik und am Waldhang zum Rieschweiler Sportplatz. Kürzlich konnten 19 fast flugreife Jungstörche gezählt werden. Die drei Nachzügler werden die verbleibenden Julitage zu Flugübungen nutzen, damit auch sie im August, spätestens Anfang September die Reise ins Winterquartier nach Spanien oder Afrika antreten können.