Kreis Südwestpfalz Die Hochburgen der Kleinen bröckeln

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Es gibt noch Dinge, auf die ist Verlass. Auf Lambsborn zum Beispiel. Und auf Knopp-Labach. Die beiden Hochburgen für die SPD und die CDU. Allerdings sind dies – anders als bei früheren Landtagswahlen – auch die beiden einzigen Orte im Zweibrücker Land, in denen eine Partei die absolute Mehrheit holt. Eine Analyse zeigt auch: Im Vergleich zu den Landtagswahlen vor fünf Jahren sind die kleinen Parteien Grüne, FDP, Linke und Freie Wähler in ihren Hochburgen eingebrochen. Sie holen dort im Vergleich zu 2011 nur noch die Hälfte der Stimmen.

SPD

Auf die Lambsborner kann sich die SPD nach wie vor verlassen. Fast 55 Prozent sind zwar weniger als 2011 (62 Prozent) und 2006 (75 Prozent), aber der Ort, der von SPD-Bürgermeister Rudi Molter geführt wird und in dem es bei den Kommunalwahlen 2014 nur eine Liste gab – die der SPD – ist nach wie vor eine rote Hochburg. Es folgen die ebenfalls SPD-geführten Orte Rieschweiler-Mühlbach und Althornbach, während Dellfeld diesmal nur auf Platz 6 landet, noch hinter Battweiler und Walshausen. Auch in Winterbach knacken die Sozialdemokraten die 40 Prozent. CDU Noch stärker auf ihre Stammwähler verlassen kann sich die CDU: Knopp-Labach, Schmitshausen und Riedelberg sind wie vor fünf Jahren ihre Hochburgen. Über 40 Prozent liegen sie auch in Reifenberg und in Saalstadt. Wenig überraschend: Wo die CDU stark ist, ist die SPD schwach. Aber umgekehrt geht es der CDU in den SPD-Orten auch so. Das Ergebnis zeigt auch: Im Zweibrücker Land sind CDU und SPD noch die großen Volksparteien. Zusammen kommen sie fast überall auf 60 bis 70 Prozent der Stimmen, selbst dort, wo die AfD 20 bis 25 Prozent abgrast. Deren Erfolg geht eher zu Lasten der kleinen Parteien. Grüne Die Grünen waren vor fünf Jahren die großen Sieger des Wahlabends. 2011 holten sie in ihren schlechtesten Orten mehr Stimmen als 2006 in ihren besten. Dieses gute Ergebnis hat sich wieder halbiert. Zwar stehen sie immer noch besser da als vor zehn Jahren, aber die Zehn-Prozent-Marke knacken sie nirgends mehr. Stark sind sie in Käshofen, wo Direktkandidat Fred Konrad wohnt, und in Hettenhausen, wo Bürgermeister Tobias Woll den Grünen angehört. Es folgen Mauschbach mit sieben Prozent, Wiesbach mit sechs Prozent und Rosenkopf mit fünf. Überall sonst liegen sie unter der 5-Prozent-Hürde. FDP Was ist los im Hornbachtal? Vor fünf Jahren, als die FDP nicht mal den Einzug in den Landtag schaffte, holte sie in Hornbach, Mauschbach und Dietrichingen Ergebnisse zwischen 20 und 30 Prozent, diesmal sind es in Hornbach nicht mal halb so viel, und die beiden Nachbarorte landen unter „ferner liefen“. Dafür rücken wieder zwei frühere FDP-Hochburgen in den Blickpunkt: Battweiler und Biedershausen, wo die Liberalen auch schon die Bürgermeister stellten. Ein zweistelliges Ergebnis schaffen sie auch in Käshofen, knapp darunter bleiben sie in Krähenberg, wo sie ebenfalls traditionell stark sind. Linke Die Linke schafft es nur noch in Großbundenbach, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen. Nur 1,8 Prozent holen sie in Rosenkopf, wo sie 2011 und 2006 am stärksten waren. Freie Wähler Die Freien Wähler erreichen in Schauerberg, wo Bürgermeister und Direktkandidat Martin Eichert herkommt, ein zweistelliges Ergebnis mit 12,1 Prozent. Im Zweibrücker Land sind sie wieder in der früheren Verbandsgemeinde Wallhalben stark, allerdings bei Weitem nicht mehr so wie noch 2011 und 2006. Dafür knacken sie in zwei Orten der VG Zweibrücken-Land noch die Fünf-Prozent-Hürde: in Dellfeld mit 5,6 Prozent und in Althornbach mit 5,1 Prozent. AfD Die AfD, die vor fünf Jahren noch nicht antrat, holt mit Ausnahme von Krähenberg durchgängig zweistellige Ergebnisse und wird in Obernheim-Kirchenarnbach und Hettenhausen vor der SPD zweitstärkste Partei, in Walshausen landet sie auf Platz 2 vor der CDU. Über 20 Prozent kommt sie auch in Rosenkopf (21,7) und Winterbach (21,3). Wahlbeteiligung Die Wahlbeteiligung ist gegenüber 2011 und vor allem gegenüber 2006 deutlich gesteigen. Vor fünf Jahren gab es keinen Ort mit einer Beteiligung über 80 Prozent, diesmal sind es fünf: Knopp-Labach, Mauschbach, Maßweiler, Krähenberg und Biedershausen. Anders als bei den beiden letzten Wahlen sank sie auch nirgends unter 60 Prozent.

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