Kolumne
Die große Frage lautet: Wer hat’s erfunden?
Erinnern Sie sich noch an den Kräuterbonbonwerbespot? Als sich wahlweise schwitzende Männer in der Sauna oder jagende Engländer über die Herkunft ihres Kräuterbonbons unterhielten und plötzlich ein blonder Mann auftaucht und fragte: „Wer hat’s erfunden?“ So etwas passiert zurzeit auch in Dahn. Nicht in der Sauna und nicht auf der Jagd. Und es geht auch nicht um Schweizer Kräuterbonbons. In Dahn geht es um die Skateranlage in der Pfaffendölle. Und um einen RHEINPFALZ-Bericht über die jüngste Stadtratssitzung, erschienen in der Dienstagausgabe. Darin standen zwei Sätze: „Auf dem hinteren Sportplatz in der Pfaffendölle entsteht ein Skatepark. Dahner Jugendliche hatten dies vor rund zwei Jahren dem Stadtbürgermeister Holger Zwick vorgeschlagen.“
Das gefiel der Dahner CDU aber gar nicht. Und flugs schlüpfte sie in die Rolle des kleinen, blonden Schweizers. Sie fragt aber nicht „Wer hat’s erfunden?“, sie ruft ganz laut: „Wir haben’s erfunden!“ Und fühlt sich dabei „genervt“, wie der CDU-Ortsverband Dahn seinen Gemütszustand seinen Anhängern auf seiner Facebookseite beschreibt. Als Beweis der Urheberschaft hat die CDU die Niederschrift der Sitzung vom 24. Februar 2022 beigefügt. Als Leser des Posts bedauert man allerdings, dass der CDU-Antrag von damals nicht beigefügt war. Wäre doch ganz interessant zu wissen, was da drin stand. Vielleicht kann der CDU-Ortsverband das, wenn er nicht mehr ganz so genervt ist, noch nachreichen. Das würde für maximale Transparenz sorgen.
Maximale Transparenz
Die RHEINPFALZ hat weder die Urheberschaft verschwiegen, noch die Katalysatorfunktion der CDU unter den Teppich gekehrt. Am 26. Februar 2022 stand in der Zeitung: „Sowohl die CDU-Fraktion als auch die Fraktion Zwick haben das Thema Skater- und Dirtpark schon seit über einem Jahr auf der Agenda, da beide von Jugendlichen darauf angesprochen wurden. Bisher geschah – außer Überlegungen – auf dem Weg zur Umsetzung noch nicht viel. Daher brachte die CDU-Fraktion einen Antrag ein, der einen Grundsatzbeschluss zur Schaffung einer solchen Anlage ortsunabhängig forderte. Das beschloss der Rat jetzt auch.“
Natürlich ist das, was die „genervte“ CDU jetzt betreibt, Bürgermeisterwahlkampfgetöse. Deshalb ein Vorschlag zur Güte: Wenn die Skateranlage aufgebaut ist, kann man, in Anerkennung der kommunalparlamentarischen Verdienste der CDU, ja ein Hindernis schwarz anstreichen und nach ihr benennen. Vielleicht wird die schwarze CDU-Halfpipe ja die Attraktion der Anlage. Eine Bitte an die Nicht-Anglisten: Die Bezeichnung CDU-Halfpipe ist nicht wortgleich mit CDU-Halbpfeife zu übersetzen. Der Engländer spricht hier nicht von einer besonders großen Pfeife, sondern von einem Rohr, einer Pipeline oder einer Rohrleitung. Die CDU-Halfpipe ist also eine Halbröhre.
Apropos Urheberrecht: Das Posten von RHEINPFALZ-Artikeln (etwa auf Facebook) bedarf der Zustimmung des Autors und des Verlags. Beides liegt der Dahner CDU aber bestimmt vor, oder?
