Dahn / Bekond RHEINPFALZ Plus Artikel Die Gabelstaplerbändiger: Zwei Südwestpfälzer sind vom Wettbewerbsvirus infiziert

Jörg Mostberger aus Rodalben (links) und Kevin Ulrich aus Pirmasens sind Gabelstaplerfahrer bei SLS in Dahn. Nach der Wettbewerb
Jörg Mostberger aus Rodalben (links) und Kevin Ulrich aus Pirmasens sind Gabelstaplerfahrer bei SLS in Dahn. Nach der Wettbewerbspremiere in diesem Jahr haben sie 2026 fest im Blick. Es gilt, Basketball, Kegeln und Stapeln zu üben.

Die Südwestpfälzer Kevin Ulrich und Jörg Mostberger waren erstmals bei der Quali zur deutschen Meisterschaft im Staplerfahren – und sind mit einem Staubsauger heimgekommen.

Jörg Mostberger, gebürtiger Lemberger und seit Jahren in Rodalben wohnend, arbeitet seit 18 Jahren beim Unternehmen SLS im Dahner Stadtteil Reichenbach. Der 50-Jährige ist Gabelstaplerfahrer, ebenso wie Kevin Ulrich (32) aus Pirmasens. Im Berufsleben befördern die beiden sechs Meter breite Kassetten von Warenregalen in Laster.

Anfang des Jahres wurde ein Stapler wegen eines Defekts durch einen Leihstapler ersetzt. Dabei sprach Mostberger mit dem Lkw-Fahrer über einen Qualifikationswettbewerb zur Deutschen Meisterschaft in Bekond, zwischen Trier und Bitburg gelegen. „Ich war Feuer und Flamme und habe mich sofort angemeldet“, berichtet Mostberger. In Kollegenkreisen gilt er als Gabelstaplerbändiger, ebenso wie sein Arbeitskollege Kevin Ulrich. „So ist der Irrsinn geboren worden“, merkt Ulrich schmunzelnd an, der sich auch anmeldete. Die beiden waren selbstbewusst genug, um vorherzusagen, dass sie abräumen würden. Doch es sollte anders kommen.

Die Konkurrenz fährt auf

Am 17. Mai war es so weit. Mit einem Tross von Anhängern sind sie frühmorgens nach Bekond aufgebrochen. Dort angekommen, erstarrten sie fast vor Respekt. „Kevin, komm, wir fahren heim“, flüsterte Mostberger. Am Start waren keine geringeren als amtierende deutsche Meister, mehrfache Weltmeister. Das Team „Gerolsteiner“ beispielsweise reiste mit einem Reisebus an. Ein Zurück sollte aber keine Option sein für die beiden Südwestpfälzer.

Zunächst gab es die obligatorische Sicherheitsbelehrung. Angurten im Stapler war ebenso Pflicht wie das Tragen von Sicherheitsschuhwerk. Wer ein Kriterium nicht erfüllt, kann höchstens noch zuschauen. Jeder kleine Fehler im Ablauf wird mit Zeitverzug bestraft. Nach dem Inspizieren der drei zu absolvierenden Parcours begann der Wettbewerb.

Es war sehr knapp

„Basketball“ war die erste Aufgabe. Mit der Staplergabel mussten die Teilnehmer einen Ball von einem Pylon aufnehmen, durch einen engen Zick-Zack-Kurs steuern und den Ball in den Korb ablegen. Von fünf Bällen mussten drei ihr Ziel erreichen. Während Ulrich die Aufgabe ohne Fehler meisterte, blieb Mostberger beim letzten Ball mit der Gabel am Korb hängen. Das bedeutete: Fünf Minuten Zeitstrafe. Die Enttäuschung stand dem motivierten Gabelstapel-Experten ins Gesicht geschrieben.

„Kegeln“ hieß die zweite Disziplin. Auch dabei musste ein Ball aufgenommen, durch einen Parcours balanciert und schließlich „gekegelt“ werden. Mostberger war sehr flott unterwegs, acht der neun Kegel fielen um, der neunte entschied sich nur zu wackeln. Von den insgesamt 70 Teilnehmern schafften es zwei, sämtliche Kegel umzuwerfen. Mostberger und Ulrich gehörten – wenn auch knapp – nicht dazu.

Für 2026 wird gezielter geübt

Auch bei der dritten Disziplin, dem Stapeln, gab es letztlich nichts zu gewinnen für die beiden Debütanten aus der Südwestpfalz. Die Aufgabe bestand darin, mit einem auf der Staplergabel befestigen kleinen Ministapler Paletten zu stapeln. „Du siehst das alles gar nicht, deshalb bist du auf einen Einweiser angewiesen“, erklären die beiden.

Auch wenn sie sich am Ende nicht für die deutschen Meisterschaften qualifiziert haben, so wird dieser Tag noch lange mit vielen positiven Eindrücken haften bleiben. „Wir haben uns direkt für 2026 angemeldet. Wir werden auch gezielter üben, nachdem wir wissen, was etwa verlangt wird“, erklärt Ulrich.

„Nächstes Jahr mit Fanbus“

Ganz mit leeren Händen kamen die beiden jedoch nicht zurück in die Südwestpfalz: Kevin Ulrich nahm an einem Spaß-Wettstreit außerhalb des offiziellen Wettkampfes teil. Es galt, mit einer Kehrmaschine einen Parcours zu absolvieren. Dabei hat der Pirmasenser die schnellste Zeit gerockt. Der Gewinn: ein Staubsauger.

Nun sind die beiden vom Gabelstapler-Wettbewerb-Virus infiziert. Sie kündigen jetzt schon an: „Nächstes Jahr reisen wir mit einem Bus von Fans an.“

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