REIFENBERG / WINTERBACH / BATTWEILER RHEINPFALZ Plus Artikel Die Eisheiligen setzen Mais und Getreide zu

Über die Güte seines Grünfutters für die Silagemieten ist Landwirt Steffen Sewohl aus Battweiler erfreut.
Über die Güte seines Grünfutters für die Silagemieten ist Landwirt Steffen Sewohl aus Battweiler erfreut.

Frostschäden durch die Eisheiligen beim Mais und in den Feldern. Beim Getreide sind schon jetzt Ernteeinbußen erkennbar. Beim Grünfutter für die Silage stimmt die Qualität, aber die Menge bleibt hinter den Erwartungen zurück. Notwendig wäre schon wieder Regen für die Feldflur.

Am Wochenende vor den Eisheiligen (11. bis 15. Mai ) kam es zu Nachtfrösten, für Bauern und Hobbygärtner ein Alarmsignal. Schaden nahmen die Jungpflanzen auf den Feldern, im Garten und die Blumen auf Balkonen und Terrassen.

Fleece und Folie

In der zweiten Nacht der Eisheiligen war es so kalt, dass sogar dichte Eisblumen auf den Autoscheiben waren. Die jungen Triebe der Frühjahrsblumen waren braun und welk, so heftig war der Frost. Nur wer Blumen und Gartenpflanzen mit Teppichen, Fleece oder starker Folie abgedeckt hatte, wurde für seine Bemühungen belohnt. Den so geschützten Pflanzen konnte die Kälte nichts anhaben. Schließlich waren zwei Nächte bis zur gefürchteten kalten Sophie richtig gefährlich für das Absterben der empfindlichen Jungpflanzen.

Auf den Kartoffelfeldern hat der Frost auch seine Spuren hinterlassen. Hier hatt man bei der Größe der Felder keine Möglichkeit, für einen Schutz durch Abdecken zu sorgen. „Gegen solche Wetterereignisse sind wir Bauern einfach machtlos, obwohl sie uns großen Schaden bringen“, erläutert Landwirt Ralf Schneider aus Knopp-Labach. Er hat jedoch die Hoffnung, dass die Kartoffeln sich bei normaler Wetterlage wieder erholen.

Deutliche Spuren hat der Nachtfrost bei den ersten zarten Blättchen des Maises hinterlassen. Gerade aus dem Boden herausgespitzt, da hat ihn schon der Frost mit voller Wucht erwischt, berichtet Schneider. Der Mais kann keinen Wärmeschutz bilden wie es bei den Kartoffeln möglich ist, die bei einem schönen Krautbewuchs Tageswärme über der Ackerfläche speichern können. Die reicht manchmal aus, um den Schaden klein zu halten.

Braune Blattspitzen

Mit diesem Schutzmechanismus rechnet Schneider nach seinen ersten Kontrollen auch in diesem Jahr. Viele seiner Berufskollegen sind der Ansicht, dass rund um die Sickinger Höhe bis ins Zweibrücker-Land hinein der Mais-Ertrag bis zu 30 Prozent zurückbleibt. Wer auf den Feldern die jungen Maiskeimlinge genau betrachtet, sieht wo der Frost die Blattspitzen braun gefärbt hat. Hier gibt es selbst bei günstigem Wetter keine völlige Erholung mehr, klagen die Bauern.

Besonders schlecht sieht es noch beim Raps aus. Ihm ist die schwierige Wetterlage seit der Aussaat im Spätsommer bis zum Frühjahr nicht bekommen. Die Ölfrucht wird in der Region weit hinter einer Normalernte bleiben, es gibt nur ganz wenige gut gewachsene Felder. Ausnahme sind die Äcker von Klaus Schnur vom Stockbornerhof. Seine Felder um die Aussiedlerhöfe bei Rosenkopf in der Gemarkung Battweiler und der Pottschütthöhe entsprechen den Vorstellungen einer erfolgreichen Feldbewirtschaftung.

Goldener Blütenteppich

An dem gleichmäßigen goldenen Blütenteppich konnte man vor wenigen Tagen noch erkennen, dass hier die Bestandsdichte und Entwicklung der Pflanzen einfach Freude macht. Beim Wintergetreide erkennen die Bauern an den schwach entwickelten Ähren, dass der Ertrag mindestens ein Drittel unter ein normal guten Ernte bleiben wird. Auch für das Sommergetreide war der bisherige Wetterverlauf störend für gute Entwicklung.

Weidegras wächst gut

Den ersten Grünschnitt für die Silagemieten konnten die Landwirte bei passendem Sonnenwetter einfahren. Das Gras war schön abgetrocknet, was von Vorteil für den Gärprozess ist, erläutert Steffen Sewohl aus Battweiler. Er war mit der Menge auf seinen Wiesen auf dem Lammsberg sehr zufrieden. Dem Weidegras hätte der dringend notwendige Regen Anfang Mai vom über 30 Litern noch einen Wachstumsschub gegeben. Mit der Qualität des Futters war der Bauer ebenfalls zufrieden.

Auf der angrenzenden Gemarkung Niederhausen, noch keine 100 Meter entfernt, hatte Jörg Klein aus Winterbach-Niederhausen eine Wiese gemäht, da sah man an dem aufgeschwadeten Grasschnitt ganz deutlich, dass die Menge fehlte. Das Futter stand auf diesem Grünland viel zu dünn, was an der mangelnden Feuchtigkeit im Frühjahr lag. Dieser große Unterschied im Ertrag zieht sich quer über die Sickinger Höhe und gilt auch für die Wiesen in der Grenzregion nach Frankreich.

Futter in Talwiesen

„Der Grünschnitt hatte insgesamt eine Bandbreite von gut bis schlecht. Selten sei das Ergebnis ideal, aber in diesem Jahr fallen die Abweichungen wieder aus dem Rahmen,“ sagt Ralf Schneider. Darum wünscht sich der Landwirt aus Knopp, dass der zweite Grünschnitt insgesamt besser ausfällt. Diese Hoffnung kann jedoch nur in Erfüllung gehen, wenn es bald wieder 15 bis 20 Liter Regen gibt. Die Talwiesen in der Region hatten gutes Futter, da hier kein wirklicher Wassermangel herrschte, berichten die Landwirte vom Stockbornerhof und aus dem Wallhalbtal.

In den ersten Maitagen fegte erneut ein trockener Nordostwind über die Sickinger Höhe, der viel Feuchtigkeit von den Feldern abgesaugt hat. Deshalb könnte die Feldflur und der Wald schon wieder Regen vertragen. Der wäre auch notwendig, damit sich der Dünger der Bauern auf den Feldern und Wiesen auflöst und zu den Pflanzenwurzeln kommt. Schlecht wäre erneut eine harte und ausgedorrte Erdkruste, die das Wachstum der Pflanzen wieder ausbremst. Diese zu starken Schwankungen in der Vegetationsphase außerhalb der goldenen Mitte bringen diese ungeliebten Ertragsprobleme für die Bauern, beklagt Sewohl.

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