Rodalben RHEINPFALZ Plus Artikel Die einstige Narrenhochburg kämpft gegen die Pandemiestarre

Die Fasnacht soll wie ehedem in die Stadt zurückkehren. Das wünschen sich nicht nur die Fasnachter des RCV, sondern auch hiesige
Die Fasnacht soll wie ehedem in die Stadt zurückkehren. Das wünschen sich nicht nur die Fasnachter des RCV, sondern auch hiesige Vereine und selbst die Politik.

Die Rodalber Fasnacht um den Hauptakteur Rodalber Carnevalsvereins (RCV) hat sich noch nicht von der Pandemiestarre erholt und dümpelt gerade vor sich hin. Bessere Aussichten bestehen laut Stadtbürgermeister Claus Schäfer wieder für das nächste Jahr.

Nur vereinzelt liefen in diesem Jahr Fasnachtsveranstaltungen: die Fasnachtsfeier beim Fußballclub und der „Frauenfasching“ im voll besetzten Saal „Peterhof“. Nun folgt noch, auch dank der Initiative des Stadtbürgermeisters, die Rosenmontagsparty im Schapuro-Gebäude (gegenüber dem früheren Autohaus Bold).

Drei Vereine laden am Montag hier zum Feiern ein. Sie können 500 Feierwilligen ab 18.30 Uhr Zutritt gewähren. Die TSR-Jugend und der SV 53 haben den RCV mit ins Boot genommen, teilen mit ihm auch die Einnahmen, um ihm den Neustart zu erleichtern. Es gibt eine Sekt-, Cocktail- und Bierbar sowie einen Essensstand. Der Bürgermeister übernimmt die Rolle des DJs und legt auf. „Spaß haben“ lautet das Motto des Abends. Dazu soll auch die „Fotobox“ beitragen. Während der Party aufgenommene Bilder können hier sogleich ausgedruckt werden.

Umzug lockte Tausende

Vor der Pandemie spulte der RCV das ganze Fasnachtsprogramm ab. Es begann mit dem „Blänkelowend“ im „Peterhof“, verbunden mit der Krönung der neuen Tollität, die dann am Tag darauf beim „Sturm aufs Rathaus“ mit Hilfe der Narretei den Stadtschlüssel an sich nahm und ihre Proklamation verkündete für die närrischen Tage. Die Prunksitzung folgte im Januar, dann kam der große Umzug vor rund 10.000 Zuschauern. Und am Aschermittwoch wurden beim Trauerzug an der Rodalb die leeren Geldbeutel gewaschen.

Diesmal hielten sich selbst die biestigen Hexen zurück. Sie bevölkerten am Tag der Altweiberfastnacht nicht die Hauptstraße (um für einen guten Zweck zu sammeln) und statteten auch den Bürgermeistern im Rathaus keinen Besuch ab. Auch das Hexenleben bedarf wohl neuer Impulse nach der Zwangspause.

400 Aktive in den Straßen

Stolz der RCV-Fasnacht über Jahrzehnte war der Gaudiwurm. Im Februar 2020 schlängelte sich zuletzt ein Fasnachtsumzug durch Rodalben, gestaltet von 36 Gruppen und 400 Aktiven. Jede Menge kunterbunt kostümierte Fußgruppen gehörten dazu wie Prinzessinnen und Hexen, Zwerge und viele „Dummscheese“, Gardemädchen und andere Tanzgruppen, der Spielmannszug, Fanfarenzüge, die Spaßkapelle der Hexen und Guggemusiker wie die „Phönixkrechzler“ aus Ramstein. Vereinzelt tuckerten selbst Motivwagen durch die Straßen.

„Davon sind wir aktuell ein ganzes Stück entfernt“, räumt Schäfer ein und hegt doch die Hoffnung, dass die Rodalber Fasnacht Stück für Stück zurückkehrt. Die neu gewählte junge Vorstandschaft um Theresa Müßig, vor sechs Jahren Tollität des RCV, soll dabei die größtmögliche Unterstützung erfahren. Es gilt vor allem, Vereine und den Spielmannszug für das Anliegen zu gewinnen und gemeinsam an Vorhaben zu gehen.

Auf eine konkrete Vorstellung kam Schäfer schon einmal zu sprechen. Im nächsten Jahr soll es zumindest eine Fasnachtsparty am Kreisel oder im Zelt geben, möglichst mit Live-Musik.

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