Kreis Südwestpfalz Die CDU will erneut Geschichte schreiben
Mit großem Rückenwind geht Susanne Ganster in das Rennen um die Nachfolge von Landrat Hans Jörg Duppré. 154 der 158 Delegierten stimmten am Freitagabend im Bürgerhaus Waldfischbach-Burgalben mit Ja. In ihrer mehrfach von Applaus unterbrochenen Rede machte 39-jährige Theologin und Landtagsabgeordnete aus Erfweiler deutlich, dass sie ihre Entscheidung anzutreten erst nach einem „innerlichen Reifungsprozess über einen längeren Zeitraum“ getroffen habe.
nennt die Bereiche Wirtschaft und Infrastruktur als die großen Aufgaben, um den Landkreis fit für die Zukunft zu machen. Die Wirtschaftsförderung solle weiter intensiviert werden, um die Südwestpfalz als Wirtschaftsstandort weiter auszubauen. Die vielen kleinen und mittleren Unternehmen brauchten Unterstützung, „wenn es um die Vermittlung von Förderprogrammen geht, um fachliche Beratung oder in der Zusammenarbeit mit den Schulen“, sagte sie. Es sollen neue Gewerbeflächen erschlossen, erfolgreiche Projekte gestärkt werden, um Arbeitsplätze in der Region zu erhalten. Der Kreis müsse intensiv an der überregionalen Bewerbung arbeiten, „der Tourismus wird als Wirtschaftsbranche und Arbeitsmarkt in unserer Region immer wichtiger“, ergänzte sie. Seit sie 2011 erstmals in den Mainzer Landtag einzog, habe sie für den vierspurigen Ausbau der B 10 und mehr Mittel für den Ausbau von Landstraßen gekämpft. Die beharrliche und immer wieder vorgetragene Forderung habe dazu geführt, dass der Bund im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans die B 10 ganz aufgenommen habe, nicht wie von der rot-grünen Landesregierung vorgesehen nur Teilabschnitte. Als Landrätin wolle sie Sorge dafür tragen, dass die Straßen im Kreis in einem guten Zustand erhalten werden, „denn unsere Bürger sind im ländlichen Raum auf gute und sichere Straßen angewiesen“. Als Landrätin wolle sie Sorge tragen, dass der Breitbandausbau bis 2018 umgesetzt werde. Sie betonte auch, dass die Mobilität im ländlichen Raum durch ein entsprechendes Angebot des öffentlichen Nahverkehrs erhalten werden müsse. Einem möglichen Ärztemangel auf dem Land möchte sie mit Anwerbestrategien entgegen wirken. Die „finanzielle Lage der Kommunen in Rheinland-Pfalz ist katastrophal schlecht“, sagte Ganster und bezog den Kreis Südwestpfalz mit ein. Neue Aufgaben wie der Bereich Schulen und die Kostensteigerungen im sozialen Bereich seien die Ursachen dafür. Als Landrätin wolle sie „verstärkt auf die finanzielle Kostenbeteiligung durch Bund und Land“ im Bereich der sozialen Aufgaben drängen, sagte sie. „Mit Augenmaß sollten alle Ausgaben und notwendige Investitionen gemeinsam mit den Mitgliedern des Kreistages“ getroffen werden. Mit Blick auf die Fusionsgespräche der Verbandsgemeinde Hauenstein versicherte Ganster, dass sie „den Bürgerwillen und die Entscheidung der verantwortlichen Gremien respektieren“ werde. Die Landesregierung müsse jetzt allen Bürgern eine verlässliche Auskunft geben, was möglich ist und was nicht und dass der Bürgerwille bei der Entscheidung der Landesregierung gehört wird“, ergänzte sie. Ganster verwies darauf, dass die SPD-geführte Landesregierung die Spielregeln bei der Kommunal- und Verwaltungsreform festgelegt habe. Sie sehe den Bedarf eine Funktions- und Verwaltungsreform, halte aber nichts davon, nur die Ebene der Verbandsgemeinden gebietsmäßig zu verändern. „Wir müssen von den Aufgaben her denken und alle Ebenen in den Blick nehmen“, sagte sie. Als Landrätin wolle sie deshalb den weiteren Prozess zu einer möglichen Gebietsänderung „im Sinne unseres Landkreises konstruktiv begleiten“. Mit „Herz und Verstand“ habe sie sich entschieden, Landrätin werden zu wollen, eine „Landrätin für die Menschen in der Südwestpfalz“. Bis zur Wahl – voraussichtlich im Mai 2017 – möchte sie „in möglichst vielen Orten und in allen Verbandsgemeinden unseres Kreises Bürgergespräche anbieten“. Erster Gratulant war Kreisvorsitzender Christof Reichert. „Wenn wir hinter unseren Kandidaten stehen, haben wir die Kraft, Wahlen zu gewinnen“, nannte er als Stärke der CDU. Die Partei wolle erneut Geschichte schreiben und nach dem dienstältesten Landrat Deutschlands die erste Frau an der Spitze des Landkreises Südwestpfalz stellen. |daa