Kolumne RHEINPFALZ Plus Artikel Deutsche Bahn: Wenn’s mal wieder länger dauert

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Aufgespießt: Mit den Bauvorhaben der Bahn im ländlichen Raum verhält es sich wie mit den Zugfahrplänen. Es kommt nicht nur zu Verspätungen, man kann froh sein, wenn baulich überhaupt noch was passiert.

Die Bahn plant, baut aber nicht

Am 1. August 1913 verkehrte zum ersten Mal ein Zug zwischen Pirmasens und Kaiserslautern. 110 Jahre später wissen viele Fahrgäste dieses Angebot zu schätzen. Zumindest dann, wenn Züge fahren. Die Frage, ob der Zug fährt oder wieder Schienenersatzverkehr auf der Straße unterwegs ist, gehört längst zum Standard bei Bahnreisenden. Manchmal ungeplant, weil seit geraumer Zeit immer mal wieder Personalnot im Stellwerk herrscht. Manchmal geplant, weil gebaut und saniert wird. Geplant war, dass die Bahnstrecke im kommenden Jahr für längere Zeit gesperrt und auf Schienenersatzverkehr ausgewichen werden muss. Der Umbau des Haltepunktes in Steinalben in einen Kreuzungsbahnhof sollte beginnen. Veranschlagte Bauzeit: zehn Monate, davon mindestens sechs Wochen Vollsperrung. Ein Großprojekt, auf das schon lange gewartet wird. Das immer wieder angekündigt und verschoben wurde. Aber 2024 sollte es wirklich losgehen, nachdem absehbar war, dass es 2023, als die Bauarbeiten starten sollten, mal wieder nicht losgehen wird.

Der Glaube daran, dass es wirklich losgeht, fehlte ohnehin vielen, die dieses Projekt seit Jahren begleiten. Bereits ein Jahrzehnt zuvor hatte es schon mal losgehen sollen und losgehen sollen und losgehen sollen. Nichts passierte, bis 2019 die überarbeiteten Pläne vorgestellt, das Planfeststellungsverfahren eingeleitet wurde. Ein bisschen Hoffnung, dass sich das Warten gelohnt hat, keimte auf, als begonnen wurde, entlang der Bahnstrecke Bäume zu entfernen. Es braucht schließlich Platz für das neue zweite Gleis.

Das Warten geht aber doch weiter. Die Bahn hat der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben mitgeteilt, dass die Arbeiten verschoben werden. Bis 2026. Darüber informierte Verbandsbürgermeister Felix Leidecker kürzlich den Rat. Überrascht hat es niemanden. Begründet wurde die Verschiebung damit, dass man die Arbeiten zusammen mit den geplanten Umbauarbeiten am Bahnhof Schopp vornehmen wolle. Der Anschluss an das elektronische Stellwerk für den Knoten Pirmasens und die Erneuerung des Mittelbahnsteigs stehen dort unter anderem auf den Plan. Was gleichfalls eine Streckensperrung erfordert. Man wolle, so die Bahn in ihrer Begründung, die Sperrung der Strecke so kurz wie möglich halten, die Baumaßnahmen deshalb zeitgleich zusammenfassen. Es war also im Sinne der Bahnreisenden, dass die Baumaßnahme in Schopp nicht begonnen wurde. Geplant war diese übrigens im Jahr 2023.

Die Zusage steht, der Antrag folgt noch

Im Warten übt sich auch die Ortsgemeinde Waldfischbach-Burgalben. Sie wartet auf Zuschüsse und Gutachten, um Projekte starten zu können. Die SPD-Fraktion hatte den Sachstand verschiedener Projekte abgefragt. Umstellung der noch fehlenden Straßenlampen auf stromsparende LED-Technik? Es wird sehnsüchtig auf eine Rückmeldung zur beantragten Landesförderung gewartet, sagte Bürgermeister Michael Oestreicher. Ohne Förderzusage keine Ausschreibung. Das gilt auch für die Kapellenstraße, die ausgebaut werden soll. Es fehlt die Zuschusszusage. Ein Dauerbrenner: die Höhstraße. Hier gab es schon mal eine Zuschusszusage, die wurde verfallen gelassen. Die Sanierung bleibt aber erforderlich und die gute Nachricht ist, teilte der Beigeordnete Herbert Beihl mit, dass von Seiten des Landesbetriebs Mobilität signalisiert sei, dass bei einem neuerlichen Zuschussantrag trotzdem mit einem positiven Bescheid gerechnet werden könne. Der Zuschussantrag kann allerdings noch nicht gestellt werden. Denn es wird noch auf das erforderliche Artenschutzgutachten gewartet.

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