Kreis Südwestpfalz Der verrückteste Schuh der Welt

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Lisa Brumbauer von der Deutschen Schuhfachschule in Pirmasens hat in Wien abgeräumt. Die junge Designerin sicherte sich den „Crazy Show Award“. Der ausgefallene Treter bekommt einen Platz im Wiener Schuhmuseum.

Der verrückteste Schuh der Welt kommt in diesem Jahr aus Pirmasens. Lisa Brumbauer von der Deutschen Schuhfachschule (DSF) auf der Husterhöhe hat beim Wiener „Schuhmacherball“ die in Fachkreisen renommierte Auszeichnung und das Preisgeld von 1500 Euro gewonnen. Ihre Schuhkreation in Form einer fleischfressenden Pflanze überzeugte die österreichische Fachjury. Drei weitere Kreationen von der Schuhfachschule kamen in die engere Auswahl und werden nun zusammen mit Brumbauers Schuh, der im übrigen auf den Namen „Audrey“ hört, bald im Wiener Schuhmuseum zu sehen sein. „Ich habe wirklich nicht damit gerechnet. Die Konkurrenz war ja sehr groß“, zeigte sich die 20-Jährige Schülerin der DSF begeistert. Drei Wochen lang habe sie immer nach der Schule an ihrem biologischen Schuhmodell gearbeitet. In den Schuhen könne man auch bequem laufen, versichert Brumbauer, die aus dem bayerischen Rosenheim kommt, wo sie bei Gabor eine Ausbildung absolvierte, die Zugangsvoraussetzung für die Pirmasenser Designerschule war. In dem Stil von „Audrey“ will Brumbauer auf jeden Fall weiterarbeiten. „Mein Traum ist es, immer solche Schuhe zu designen.“ Für Studiendirektor Stephan Seidenschnur von der DSF war der Erfolg Brumbauers nicht die erste Bestätigung für die gute Ausbildung in Pirmasens. „Wir hatten dieses Jahr zum dritten Mal teilgenommen. Vor vier Jahren gewannen DSF-Schüler den ersten und zweiten Preis. Vor zwei Jahren gingen wir leer aus“, erzählt der Pädagoge. Beim diesjährigen Wettbewerb hatten sich 18 Schüler beworben. Vier davon kamen in die engere Auswahl der 15 Besten. Seidenschnur und seine Kollegen von der DSF hatten den Schülern als Vorgabe das Thema Recycling gemacht und jede Schuhkreation musste Verschlussnippel von Milchkartons irgendwie in die Kreation einarbeiten. Brumbauer schaffte dies mit den fleischfressenden Pflanzenteilen. Den zweiten und dritten Platz belegten Schuhdesigner aus Österreich. Unter den 15 Besten fanden sich teils sehr ausgefallene Kreationen, wie beispielsweise ein in Holz wie eine Skulptur gearbeiteter Schuh, der den Titel „Naturbursch“ trägt oder ein Damenmodell mit einem Absatz in Hammerform, der aus Kunstharz gegossen wurde. Neue Techniken fanden sich auch beim „Crazy Shoe Award“ des Schuhmacherballs. Ein Bewerber versuchte es mit einem Absatz in Form einer Löwenskulptur, die aus einem 3D-Drucker hergestellt wurde. Ein anderer Bewerber wollte mit „Salsa-Schuhen“ gewinnen, die passende Musik per Bluetooth mitliefern. Die Bewerber für den „Crazy Shoe Award“ kommen aus Österreich, Deutschland, Finnland, Schweden, Ungarn, Frankreich und Russland. Allein die Nominierung unter die 15 Besten kann als Auszeichnung gewertet werden. Der Wiener Schuhmacherball der österreichischen Schuhmacher-Innung wird seit 1938 veranstaltet. Für den Design-Wettbewerb werden keinerlei Vorgaben gemacht, außer der Bedingung, dass der Schuhentwurf auch tragbar sein muss. (kka)

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