Kreis Südwestpfalz Der Sozialraum ist das Bernsteinzimmer
„Ich bin erstaunt, dass alles so reibungslos geht. Nur die Umstellung der EDV macht mir noch Sorgen“, sagte gestern Eckart Schwarz, Werkleiter der Verbandsgemeindewerke Zweibrücken-Land, nach zweieinhalbtägigem Umzug von Zweibrücken nach Contwig. Wie berichtet, sind die Verwaltungsmitarbeiter der Werke aus dem Hinterhof der VG-Verwaltung umgezogen ins neue Gebäude an der Kläranlage.
300 Umzugskisten hat ein Contwiger Umzugsunternehmen seit Mittwoch ins neue Gebäude in der Contwiger Tränkgasse gebracht, die meisten voller Ordner, die ins Archiv unters Dach wanderten. „Heute geht es hauptsächlich um den Anschluss und die Einrichtung der Computer. Ich kann derzeit keine Mails empfangen, die Buchhaltung auch nicht auf Daten zugreifen“, schilderte Eckart Schwarz gestern seine größte Sorge. Am Montag muss alles fertig sein, denn dann rufen die Bürger wieder an. Ein Teil der Daten vom alten Server, der in der VG-Verwaltung in Zweibrücken geblieben ist, wurde zu einem externen Dienstleister nach Saarbrücken gebracht. „Das war für uns billiger als einen eigenen Server zu betreiben“, erklärte Schwarz. Für seine Kollegen hat er nur Lob übrig: „Neun Leute sind umgezogen in sieben Büros, und alle Mitarbeiter haben mitgedacht und mit angepackt.“ Für alle waren es seinen Worten nach „zwei extrem anstrengende Tage“. Vom Umzug verspricht er sich kürzere Wege und effizienteres Arbeiten. Mussten Dokumente vorher teilweise per Kurier von den Werken in Contwig zur Werksverwaltung nach Zweibrücken gefahren werden, ist jetzt der kleine Dienstweg – einmal quer über den Hof – angesagt. Und ein wenig abgespeckt hat die Verwaltung auch: Einen ganzen Container voller Akten hätten die Mitarbeiter entsorgt. Im Archiv unter dem Dach des neuen Gebäudes in Contwig lagern die Akten, welche die Werksverwaltung behält. „Wir heben alles auf, was mit Beiträgen zu tun hat, bis in alle Ewigkeit“, sagt Schwarz. Auch alle kaufmännischen Unterlagen der vergangenen Zeit, Akten aus 30 Jahren zur landwirtschaftlichen Klärschlamm-Verwertung und viele technische Akten, etwa zu Kanalbauarbeiten der Vergangenheit. So könne man dem Käufer eines Hauses auch in zehn Jahren noch Auskunft geben, aus welchem Material das Abwasserrohr vor seinem Haus besteht und wie es verläuft. Für einige Unterlagen gibt es gesetzliche Aufbewahrungsfristen. Als Nachnutzer für die zum Büro umgebaute ehemalige Hausmeisterwohnung und die beiden früheren Garagen hinter der Zweibrücker VG-Verwaltung, wo die Verwaltung der Werke bislang untergebracht war, gebe es etliche Interessenten. So sollen laut Schwarz externe Anbieter wie Renten- und Energieberatung, der Bezirkspolizeibeamte sowie der Personalrat der VG-Verwaltung dort eigene Büros erhalten. Als Sozialraum für die neun Verwaltungsmitarbeiter und den Abwassermeister am neuen Standort dient das „Bernsteinzimmer“, wie die Werksmitarbeiter den Raum im angrenzenden Gebäude nennen. „Jetzt hoffe ich nur, dass die Leute uns finden“, sagt Werkleiter Eckart Schwarz mit Blick auf Montag. Die Contwiger Adresse lautet Tränkgasse 20 – etliche Navis schickten die Leute aber in die benachbarte Bauertstraße, von der aus es keine direkte Verbindung gebe.