Grosssteinhausen Der Ort hat jetzt sein Gratis-Fitnessstudio im Freien

Stephanie Schröder (vorn) und Moni Bernhard probieren zwei der sechs neuen Fitnessgeräte aus.
Stephanie Schröder (vorn) und Moni Bernhard probieren zwei der sechs neuen Fitnessgeräte aus.

Am Samstag wurde der Outdoor-Campus in Großsteinhausen eröffnet. Das ist ein Feld mit sechs Fitnessgeräten, an denen man neben dem Sportplatz trainieren kann.

Nur zwei Tage hatte der Bau beziehungsweise das Aufstellen der sechs Holzgeräte gedauert, wie Großsteinhausens Ortsbürgermeister Volker Schmitt erläuterte. Jedes Gerät hat je nach Größe zwei oder drei Pfeiler, die im Boden einbetoniert wurden. Umgeben von viel Rindenmulch, damit man sich nicht wehtut, sollte man einmal hinfallen.

Direkt neben dem Sportheim wurden die sechs Fitnessgeräte aufgestellt, allerdings auf Gelände, das schon zum Gemeindeeigentum gehört. „Der Sportverein hat uns darauf angesprochen, ob wir uns sowas vorstellen könnten. Wir haben uns das angeschaut und waren dann der Meinung, dass wir uns das sogar sehr gut vorstellen können“, erinnert sich Schmitt. „Aber wir wussten nicht, wie wir das finanzieren sollten. Der Sportverein konnte es nicht bezahlen, die Gemeinde auch nicht. Der Outdoor-Campus kostet schließlich 22.000 Euro.“ Allerdings lief da gerade die Leader-Aktion: Mit ihrem Leader-Programm unterstützt die Europäische Union (EU) die ländlichen Regionen auf ihrem Weg einer selbstbestimmten Entwicklung, nach dem Motto „Bürger gestalten ihre Heimat“. Gefördert werden Projekte, die die Lebensqualität auf dem Land erhalten, das Miteinander stärken und die Zukunftsfähigkeit von Dörfern sichern. Menschen vor Ort wirken mit an der Projektentwicklung und der Entscheidung über die Förderung.

Funktionelles Ganzkörpertraining

Entsprechend hat sich Großsteinhausen mit dem Projekt Outdoor-Campus beworben und wurde schließlich gefördert. 70 Prozent Zuschuss auf den Nettopreis von 18.000 Euro gab es von der EU, den Rest haben die Großsteinhauser als Spenden eingesammelt. Das Sportfeld gehört der Gemeinde. Aber der Sportverein soll davon profitieren. Nicht zuletzt die Besucher der Ponderosa, einem Ausschank mit Biergarten auf der anderen Seite des Sportheims.

„Gesundheitstraining an der frischen Luft“ verspricht der Outdoor-Campus in Großsteinhausen. Die Trainingsgeräte aus wetterfestem Holz, das rund 15 Jahre halten soll, sind multifunktionale Stationen. Das bedeutet, man kann an einem Gerät verschiedene Übungen machen. Funktionelles Ganzkörpertraining ist ebenso möglich wie Übungen mit dem Schwerpunkt auf Rumpfstabilität sowie Dehnungsübungen. Beispiele für Trainingsprogramme stehen auf Schildern an den Geräten, man kann sie sich aber auch per QR-Code auf dem Handy anzeigen lassen.

Ein bisheriges Angebot zieht um

Einen Steinwurf von den neuen Geräten entfernt, baut die Gemeinde ein bisheriges Angebot ab, beziehungsweise zieht damit um. Denn die aus Verbundsteinen gebauten Spielfelder für Mühle, Schach und Dame neben dem Kleinspielfeld auf der anderen Sportplatzseite werden laut Volker Schmitt nicht so recht angenommen: „Die sind zu weit ab vom Schuss.“ Daher hat die Gemeinde beschlossen, sie dort abzubauen und an der Grillhütte am Hochseiters wieder aufzubauen. Das soll vermutlich im kommenden Jahr geschehen. Kosten entstünden dadurch nicht, dies erledigen freiwillige Helfer bei einem Arbeitseinsatz.

Auch bei den neuen Sportgeräten hat die Kommune selbst Hand angelegt. Denn der Gemeindearbeiter hat die Fundamente angelegt und den Boden vorbereitet für die Installation. Den Gang ins Fitnessstudio können sich die Großsteinhauser ab sofort jedenfalls sparen.

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