Kreis Südwestpfalz Das Zweibrücker Land ist jetzt auch mit dabei

Es geht um 2,5 Millionen Euro Fördergelder, die bis zum Jahr 2020 in die Pfalz fließen könnten. Vorausgesetzt, die Region wird von der Europäischen Union wieder in das Infrastrukturprogramm Leader aufgenommen. Darüber informierte vergangene Woche das Büro Entra (Winnweiler).
Das Gebiet, das sich um die Förderung bewirbt, nennt sich „Region Pfälzerwald plus“. Neu dabei sind die die Verbandsgemeinden Zweibrücken-Land und Thaleischweiler-Fröschen/Wallhalben. Sie ergänzen das bisher bereits über das Leader-Programm geförderte Gebiet der Verbandsgemeinden Annweiler, Bad Bergzabern, Dahner Felsenland, Hauenstein, Kaiserslautern-Süd, Lambrecht, Pirmasens-Land, Rodalben und Waldfischbach-Burgalben. Damit sind die Kreise Bad Dürkheim, Kaiserslautern, Südliche Weinstraße und Südwestpfalz eingebunden. Leader ist ein Infrastrukturprogramm der EU, das den ländlichen Raum stärken möchte. „Die Chancen auf eine Anerkennung als Leader-Region sind gut“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Bündnisses Ländlicher Raum im Naturpark Pfälzerwald, der Kaiserslauterer Landrat Paul Junker. 19 Bewerbungen gebe es wohl, „mindestens 15 kommen rein“, sagte er. Positiv sei, dass für den Pfälzerwald das Biosphären-Statut erneuert wurde. Die Kommission habe eindrücklich klar gemacht, dass dies in Gefahr geriete, würden Pläne umgesetzt, 30 Windräder in den Pfälzerwald zu stellen. Die touristische Bedeutung des Pfälzerwalds spiele eine wichtige Rolle im Konzept Ländliche integrierte lokale Entwicklungsstrategie (Lile). An diesem wurde seit Oktober in verschiedenen Arbeitsgruppen gefeilt. Es wurde eine Stärken- und Schwächeanalyse der Region Pfälzerwald plus erarbeitet. Positiv beurteilen die Menschen, dass es noch inhabergeführte Unternehmen in der Region gebe, die Landschaft sei ein Plus, ebenso der Zusammenhalt. Zu den Schwächen werde die Infrastruktur gerechnet, obwohl die Pendlerquote hoch sei; das Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sei schlecht, vor allem an Sonn- und Feiertagen. Das habe auch Auswirkungen auf die Gästezahlen. Wahrgenommen werde ein starkes Kirchturmdenken. Bei Leader-Projekten spiele Zusammenarbeit eine große Rolle, erläuterte Christian Plöhn (Entra). Interessant sei, dass ein Arbeitstreffen mit Jugendlichen weitgehend deckungsgleiche Ergebnisse gebracht habe. „Das zeigt, dass die Jugendlichen die Region nicht viel anders wahrnehmen. Man teilt die Werte“, sieht Plöhn hier eine gute Grundlage für generationenübergreifende Projekte. Probleme seien die Defizite im Breitbandausbau, der demografische Wandel und der relativ geringe Bekanntheitsgrad der Region. Aus all dem wurde nun das Leitbild entwickelt, mit dem sich Pfälzerwald plus um die Leader-Förderung bewirbt: „Mehr Leben und erleben.“ In den drei Handlungsfeldern „Mehr Natur/Kultur“, „Mehr Leben in der Region“ und „Mehr regionale Identität leben“ sollen die Stärken herausgestellt und Projekte entwickelt werden, die die Schwächen beseitigen. Über 50 konkretere Projektideen wurden schon erarbeitet. Gute Chancen haben Ideen, die sich dem Thema Barrierefreiheit widmen, zur Vernetzung beitragen und Wertschöpfung anstoßen. Bis Ende März kann man weitere Anregungen geben. Dann wird die Mitgliederversammlung die Bewerbungsgrundlage endgültig beschließen. Erfolgt die Anerkennung, kann es im Herbst losgehen. Erwartet wird, dass wieder Projekte mit Investitionssummen bis 200 000 Euro gefördert werden. Bei kommunalen Projekten ist die Förderung von 70 Prozent der Bruttosumme möglich, bei kommunal-privaten und bei privaten Projekten 40 Prozent. Bei besonderen Projekten ist eine erhöhte Förderung in Ausnahmefällen denkbar. Genaueres zu den Fördersätzen stehe bis zur Mitgliederversammlung im März fest. (add)