Kreis Südwestpfalz Das rote Boot macht niemals schlapp

Das Feuerwehrboot fasst sechs Kameraden. Hier haben Johannes Jüllich (vorne) und der Contwiger Wehrführer Arthur Lorenz Platz ge
Das Feuerwehrboot fasst sechs Kameraden. Hier haben Johannes Jüllich (vorne) und der Contwiger Wehrführer Arthur Lorenz Platz genommen.

«ZWEIBRÜCKEN.»„Er hat ein knallrotes Gummiboot“ sang Wencke Myhre vor fast 50 Jahren. So ein Gummiboot hatte auch die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land. Bewährt hat es sich jedoch nicht. Vor einem guten Jahrzehnt stieg man auf ein Boot aus Aluminium um. Zum Einsatz kommt es auf dem Hornbach und dem Schwarzbach bei Hochwasser und um Personen zu retten.

„Es hat Platz für sechs Kameraden, und es wird mit reiner Manpower betrieben“, beschreibt Wehrleiter Markus Schmidt das in Contwig stationierte und einzige Feuerwehrboot in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land. „Manpower“ bedeutet, dass gepaddelt werden muss. Einen Außenbord-Motor gibt es − wie schon beim Vorgänger − nicht. Man brauche auch keinen, merkt der Feuerwehrchef an. Denn die beiden Bäche im Einsatzgebiet seien kaum tiefer als 60 Zentimeter, und bei Hochwasser bestehe ohnehin das Risiko, mit der Schraube aufzusetzen. „Das Paddeln will allerdings geübt sein“, ergänzt Markus Schmidt und erwähnt in diesem Zusammenhang auch das Einsteige-Manöver. Es gelinge nicht immer problemlos; mancher Feuerwehrkamerad habe schon nasse Füße bekommen. Um solches Ungemach zu vermeiden ist das − mit Anhänger etwa 5000 Euro teure − Wasserfahrzeug im Sommer regelmäßig unterwegs: zu Übungen in den Gemeinden und gelegentlich auch im Landkreis Südwestpfalz. „Grundsätzlich reicht ein Boot für alle Wehren der Verbandsgemeinde aus“, ist Schmidt überzeugt. Richtige Einsätze gebe es vielleicht ein- oder zweimal im Jahr. Vor allem, wenn ein Bachlauf nach Personen abzusuchen sei. Eben dabei machte das alte Schlauchboot regelmäßig schlapp, im wahrsten Sinn des Wortes sogar. Denn ragte irgendwo ein spitzer Zweig vor oder ein Stein, war schnell ein Loch in der Außenhaut. Dessen Reparatur verursachte dann Kosten und Ärger. Dass der Kunststoff bei längerem Lagern auch ganz ohne Fremdeinwirkung porös wurde, erwähnt Markus Schmidt am Rande. „Das alte Boot war regelmäßig platt, wenn wir es brauchten“, erinnert sich der Wehrleiter. Das neue habe eine korrosionsbeständige Leichtmetall-Legierung und halte – ganz unspektakulär − ohne jede Wartung über Jahre durch.

x