Kreis Südwestpfalz Das Pflaster hält sogar einen Panzer aus

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Die Treppe und der Vorplatz der katholischen Kirche in Contwig wurden neu gestaltet. Der Zugang ist jetzt altersgerecht und barrierefrei. Außerdem wurde der Kanal zur Kirche erneuert. Alles zusammen soll 130 000 Euro kosten, erläutert Architekt Hermann Held aus Contwig.

Den Kirchenvorplatz zu pflastern, sei schon eine besondere Herausforderung, erzählt Christoph Seul aus Schmitshausen. Immerhin vier Kilo und mehr wiegen die alten Pflastersteine, die so wuchtig sind, dass sie normalerweise für eine Straße mit rollenden schweren Fahrzeugen geeignet wären. Selbst Panzer würden sie aushalten. Jeden Stein müssen die Pflasterer mit beiden Händen verlegen, da man keinen Stein mit einer Hand anheben kann und ihn zudem wegen des Gewichtes auch nicht halten könnte. Die erfahrenen Pflasterer der Firma Staab aus Schmitshausen können sich kaum erinnern, dass sie einmal solch kompakte Natursteine verlegen mussten. Im Park vor der Kirche wären solche stabilen Steine auch nicht wirklich notwendig, meint Bauleiter Fabian Peifer. Einig sind sich jedoch alle Bauarbeiter, dass die wieder verwendeten Steine noch lange als Fußweg und Zufahrt genutzt werden können. Diese Natursteine seien nicht klein zu kriegen, so Peifer. Allein schon aus diesem Grund sei es richtig gewesen, das alte Pflaster wieder zu verwenden. Schnell waren sich Architekt und Baufachleute einig, dass ein harmonisches Verlegemuster zwischen den großformatigen und normalen Pflastersteinen gefunden werden sollte. Der Bau der Kirche begann im Jahr 1903 und dauerte über zwei Jahre. So alt ist das Pflaster aber noch nicht. Laut dem bald 90-jährigen Alois Bärmann wurde das Kopfsteinpflaster kurz nach dem Jahr 1970 verlegt. Bärmann war bis 1967 Mitglied im Verwaltungsrat der Kirchengemeinde, da war der Weg zur Kirche und durch die heutige Lindenallee noch ein Braschenweg, erinnert er sich. Bei Regenwetter und im Herbst sei dies immer schlimm für den Kirchenboden gewesen. Deshalb habe man den Weg gepflastert, was damals sogar noch im Straßenbau getan wurde. In dieser Woche wird noch vor der Grotte beim Zugang zur Kirche gearbeitet, dann ist der Außenbereich fertig. 400 Quadratmeter Pflaster wurden aufgenommen und gesäubert. Der Unterbau erhielt ein tragfähiges Schotterbett, um danach das historische Pflaster wieder sauber verlegen zu können. Die Treppenstufen aus Sandstein wurden im Elsass gefertigt, erzählt der Architekt. Der französische Sandstein habe eine viel größere Festigkeit, was für die Treppenstufen besonders wichtig sei. Bei den alten Stufen habe man deutlich gesehen welcher Beanspruchung das Material durch die Kirchenbesucher ausgesetzt ist. Die Sandsteinarbeiten mit der befahrbaren Rampe für Rollstühle und Rollatoren wurden vom Bauunternehmen Ulrich Vogel aus Contwig ausgeführt. Das Geländer aus Edelstahl stammt aus der Kunstschmiedewerkstatt von Thomas-Maria Schmidt aus Höheischweiler. Für diese kunstvollen Arbeiten mussten rund 10 000 Euro bereitgestellt werden. Die gleiche Firma hat auch die Abtrennung im Seiteneingang der Kirche hergestellt. Das war notwendig, weil vermehrt Opferstöcke der Kirche aufgebrochen wurden. Außerdem machte man sich Sorgen um die kostbare Kircheneinrichtung und den Altarraum. Dennoch können Kirchenbesucher auch außerhalb der Gottesdienstfeiern noch einen Eindruck von der Kirche gewinnen. Gleichzeitig bestehe die Möglichkeit, im Vorraum in Ruhe zu beten, berichtet der Architekt. Solche Sicherheitsvorkehrungen findet man immer häufiger in Kirchen. Die Alternative wäre, die Kirche außerhalb der Gottesdienstzeiten ganz abzusperren. Dringend notwendig war die Erneuerung der eingebrochenen und teilweise durch Wurzeln verstopften alten Abwasserleitung. Das war aufwendig und schwierig, da die Leitung durch die Parkanlage bis in die Oberauerbacher Straße verlegt werden musste, um an den Hauptkanal anschließen zu können. (hac)

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