Bottenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Das Klima setzt dem Wald zu

In Bottenbach wurden 2020 viel mehr Bäume gefällt als geplant.
In Bottenbach wurden 2020 viel mehr Bäume gefällt als geplant.

Der Bottenbacher Gemeindewald ist von Klimaschäden gezeichnet, sagt Revierförsterin Maria Jäger. Vergangenes Jahr wurden 2500 Festmeter Holz aus dem Wald getragen, eingeplant waren 800 Festmeter. Vor allem die Fichte leidet stark unter dem Borkenkäfer.

Wenngleich Bottenbach finanziell am Jahresende mit einer schwarzen Null beim Wald davonkommt, sind viele Bäume rund ums Dorf von Käfern befallen und durch die Klimaveränderung geschwächt. Vor allem die Fichten weisen einen starken Befall des Borkenkäfers auf, 1500 Festmeter Fichtenholz wurden deswegen vergangenes Jahr eingeschlagen. „Aber auch die Buchen und die Eschen liegen über dem Hiebsatz. Eichen haben wir allerdings nicht eingeschlagen“, berichtet Jäger dem Gemeinderat. Insgesamt wurden 2020 rund 2500 Festmeter Holz im Bottenbacher Wald eingeschlagen. Viel mehr als geplant, der Hiebsatz liegt normalerweise bei 800 Festmetern.

Weniger Geld für Fichten

Fürs Jahr 2019 hat das Forstamt für Bottenbach einen Gewinn von rund 26.000 Euro erzielt. Für 2020 steht bisher ein Plus von 18.000 Euro auf dem Papier. „Was natürlich an den hohen Einschlagsmengen liegt“, fügt Jäger an. Allerdings gehen von den 18.000 Euro noch einige Kosten ab, sodass die Försterin damit rechnet, am Ende Null auf Null herauszukommen. Schlimmer seien die verlorenen Gewinne beim Fichtenholz – Geld, das man eingenommen hätte, wären diese Holzmengen zum normalen Preis verkauft worden. Zum Hintergrund: Aktuell liegt der Fichtenholzpreis auf einem historischen Tiefpunkt, da aufgrund der Borkenkäferplage Fichtenholz im Überfluss verkauft wird. Bottenbachs Bürgermeister Klaus Weber schätzt, dass die eingeschlagenen Fichten eigentlich 70.000 bis 80.000 Euro hätten einbringen können.

Viele neue Bäume gepflanzt

Investiert wurde indes in die Aufforstung. Vor allem im Tiergartenwald wurden Tausende neue Bäume gepflanzt. Insgesamt wurden in den Wäldern um Bottenbach innerhalb kurzer Zeit 7750 Bäume gepflanzt – vor allem dort, wo früher große vom Käfer befallene Fichten standen. Die Aufforstung hat rund 31.000 Euro gekostet, darin eingerechnet sind die Materialkosten für Bäumchen und Wildschutz sowie die Pflanzung selbst. Mit Fördergeldern sowie der Bundeswaldprämie wurden diese Kosten gerade so gedeckt.

Im Vergleich zu anderen Gemeinden steht der Bottenbacher Wald aufgrund der Fichtenschäden zwar nicht optimal da, jedoch kennt Jäger Dörfer, in denen es schlimmer aussieht. Weber nannte als Beispiel die Gemeinde Schmalenberg, deren Forstwirtschaftsplan ein Minus von 50.000 Euro vorweise.

x