Contwig
Das Freibad hat geöffnet: Jede Menge Veränderungen und 28 Gäste am Morgen
Anders als in den Vorjahren ist dieses Jahr vieles „im Kuntwicher“. Los geht es an der Kasse, wo Abstandsmarkierungen auf dem Boden kleben und jeder Besucher ein Kontaktformular ausfüllen muss. Man kann es auf der Homepage der Verbandsgemeinde herunterladen und es schon ausgefüllt und unterschrieben mitbringen. Zudem herrscht im Kassenbereich genauso Mundschutzpflicht wie in den Toiletten und am Kiosk. Schwimmen darf man ohne Maske, in der Sonne liegen auch.
Von den vier Becken sind nur drei geöffnet, der Sprungturm ist samt Becken gesperrt. „Das muss aber nicht so bleiben, je nach Benehmen der Gäste und Ansturm können wir vielleicht mal den Dreier öffnen für kurze Zeit“, sagt Jutta Döring, will sich aber auch nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen und zu viel versprechen. Größtes Problem am Sprungturm ist die vorgeschriebene Desinfektion aller möglichen Kontaktflächen während der zweistündigen Mittagspause. Das ist am Geländer und auf den Treppen am Sprungturm nahezu unmöglich mit dem vorhandenen Personal.
Apropos Personal. Das musste laut Döring für die besondere Situation nicht groß aufgestockt werden. Wo sich normalerweise fünf bis sieben Mitarbeiter an Kasse und Beckenrand kümmern, waren sieben Mitarbeiter eingesetzt. Auch für sie gab es viele Neuerungen. So mussten sie beispielsweise darauf achten, dass die wenigen Schwimmer im 50 Meter langen Schwimmerbecken in den drei abgeteilten Bereichen immer rechts schwimmen.
Und mit sogenannten Klickern in der Hand zählte das Schwimmbadpersonal jederzeit die Zahl der Badegäste in den Becken, denn auch die ist limitiert. 155 Menschen dürfen gleichzeitig in Baby-, Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken sein, und zwar genau aufgeteilt. 20 im Babybecken, wobei die Zählweise laut Jutta Döring dort wie auch im Nichtschwimmerbecken (60 Schwimmer) nicht ganz so streng gehandhabt wird.
„Wenn sich die Eltern mit Abstand zueinander an den Beckenrand setzen und die Kinder dort beaufsichtigen, zählen wir die nicht als Schwimmer“, sagt Jutta Döring. Ins Schwimmerbecken dürfen 75 Badegäste gleichzeitig. Im Babybecken darf der Wasserpilz nicht laufen, der Igel aber schon. Die Trinkwassersäulen sind gesperrt, Eingang und Ausgang sind getrennt, dafür ist der Kiosk geöffnet und bestuhlt bei entsprechendem Abstand.
Getrennte Ein- und Ausgänge gibt es im Einbahnverkehr auch für das Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken. Alles mit Pfeilen und Schildern ziemlich unmissverständlich gekennzeichnet und mit Bauzäunen abgesperrt.
Ein Konzept, das bei der Begehung des Gesundheitsamtes am Montag von dessen Chef und drei Mitarbeitern laut Jutta Döring auch ausdrücklich gelobt wurde. Das Wegekonzept sei beispielsweise laut dem Gesundheitsamtsleiter Heinz Ulrich Koch gut geplant.
Geöffnet hat das Contwiger Freibad täglich von 9 bis 13 und von 15 bis 19 Uhr. In der Mittagspause desinfizieren die Mitarbeiter die Duschkonsolen, die Toiletten, die Sitzbänke rund um die Becken sowie alle Geländer und allen sonstigen möglichen Kontaktflächen. Bezahlt werden kann an der Kasse bar, allerdings nur Einzelkarten. Wer Mehrfachkarten kaufen möchte, muss dies in diesem Jahr bei der Verbandsgemeindeverwaltung in Zweibrücken tun, damit Schlangen an der Badkasse vermieden werden.
Und natürlich müssen sich die Bediensteten im Freibad auch so einiges anhören. „Aber dafür können wir nichts, das sind die Vorgaben des Landes. Und ob und wenn, wann die gelockert werden, weiß der Himmel“, sagt Döring. Jedenfalls habe man sich nach der jetzt schon zehnten Landesverordnung gerichtet, die elfte wird demnächst erwartet. Ob dann auch die Rutsche im Nichtschwimmerbecken dauerhaft geöffnet werden kann, wird sich zeigen. Derzeit ist sie gesperrt und wird höchstens hin und wieder geöffnet.
Erster Schwimmgast war in diesem Jahr nicht wie in vielen Vorjahren Markus Zimmer. Der musste nämlich arbeiten, weil die Saisoneröffnung ausnahmsweise an einem Wochentag erfolgte und nicht einem Samstag wie in normalen Jahren. Denn dann war Zimmer immer als erster Schwimmer des jeweiligen Jahres im Becken. Allerdings war ein Stammgast unter den ersten Besuchern. Die 86-jährige Marianne Maurer aus Contwig, die seit 47 Jahren jeden Tag mit dem Fahrrad ins Freibad kommt, war auch am Morgen gegen 10 Uhr wieder da. Und freute sich trotz aller Einschränkungen, ins Schwimmerbecken zu könne, um ihre Bahnen zu ziehen. Immer schön rechts entlang.