Kreis Südwestpfalz Damit die Bakterien arbeiten können

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Die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land investiert in die Kleinsteinhauser Ortsdurchfahrt rund 1,2 Millionen Euro, weil sie dort in diesem Jahr Rohre und Hausanschlüsse erneuert, wenn die Ortsdurchfahrt ausgebaut wird. „Darüber hinaus bräuchten wir eigentlich nichts zu machen“, sagt Eckart Schwarz als Leiter der Verbandsgemeindewerke mit Blick auf die Kosten. Doch haben die Werke 2017 noch weitere Straßen auf dem Zettel.

Der Straßenausbau gibt den Takt für die Arbeiten an den Leitungen vor. Wenn die Straßen eh aufgebaggert sind, werden auch in die Jahre gekommene Leitungen und Anschlüsse erneuert − damit die neuen Straßen nicht in Kürze wieder aufgerissen werden. Neben der Kleinsteinhauser Ortsdurchfahrt sollen laut Schwarz dieses Jahr auch die Blumen- und die Schulstraße in Battweiler sowie in Bechhofen die Kirrberger und eventuell die Lambsborner Straße an die Reihe kommen. In der Schulstraße in Dellfeld steht das zweite Teilstück an, möglicherweise aber nicht mehr dieses Jahr. Wann es in Kleinsteinhausen losgeht, lässt sich noch nicht sagen. Werkleiter Schwarz geht aber davon aus, dass die Arbeiten nicht vor Mai beginnen. Dass die Ortsdurchfahrt während der Arbeiten zum Teil auch voll gesperrt werden muss (wir berichteten zuletzt am 28. Januar), liegt am unteren Stück der Walshauser Straße. Dort gibt es schlicht keine Möglichkeit, den Verkehr über Seitenstraßen um die Baustelle herumzuleiten. Wer von Kleinsteinhausen in Richtung Walshausen fahren will – beispielsweise, um dort auf die A 8 aufzufahren –, muss dann einen Umweg über Großsteinhausen in Kauf nehmen. Schwarz geht allerdings nicht davon aus, dass die Ortsdurchfahrt acht Monate am Stück dicht ist. Denn auch wenn der Kanal erneuert wird, könne man in Abschnitten arbeiten. Dann ließe sich die Baustelle auch innerorts umgehen. Die Kleinsteinhauser Leitungen bestünden teilweise „fast nur noch aus Flickstücken“, berichtet Schwarz. Die Verbandsgemeindewerke rückten derzeit viermal im Quartal nach Kleinsteinhausen aus, weil es dort Probleme gibt. „Stellenweise ist der Guss spröde, da wäre es fahrlässig, nicht auszutauschen“ – erst recht, wenn die schweren Baumaschinen während der Arbeiten quasi über die Leitungen fahren. In diesem Jahr will die Verbandsgemeinde außerdem an den Kläranlagen in Contwig und Walshausen die Belüftung austauschen. Die Luftzufuhr sorgt dafür, dass die Bakterien in den Becken arbeiten können, also Verunreinigungen im Abwasser abbauen. In der Kläranlage Großsteinhausen mache sich die neue Belüftung schon bezahlt: Laut Schwarz spart die Verbandsgemeinde dort jährlich 18 000 Euro an Stromkosten. Zudem werden an den Kläranlagen Schritt für Schritt Pumpen erneuert, ebenfalls um Energie zu sparen. Die Schilfkläranlage in Bechhofen, die die Verbandsgemeinde schon lange beschäftigt, macht laut Schwarz noch immer Probleme. „Wir suchen nach einer Lösung, den Schlamm besser abzuscheiden“, sagt er. Das sei notwendig, weil den Pflanzbeeten „sonst irgendwann der Infarkt droht“. Man habe bereits verschiedene Filtermethoden ausprobiert und wolle das Problem 2018 oder 2019 angehen. Auch die Kläranlage in Wiesbach nennt Schwarz „ein Sorgenkind“: Dort dringe zu viel Fremdwasser − Grund- oder Regenwasser − in den Kanal ein. Auch das wird dann in der Kläranlage gereinigt, was jedoch unnötig ist. Der Fremdwasseranteil ist laut Schwarz mit 70 Prozent so hoch, dass die Verbandsgemeinde deswegen jedes Jahr eine Strafe an die Aufsichtsbehörde zahlen muss, die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd. Schwarz spricht von 1200 bis 1500 Euro. Um herauszufinden, wo und wie das Wasser in den Kanal eindringt − an vielen kleinen Stellen oder durch große Löcher −, wollen die Werke dieses Jahr die Wiesbacher Kanalisation komplett begutachten. Die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land hat sieben Kläranlagen (Battweiler, Bechhofen, Contwig, Großsteinhausen, Hornbach, Walshausen und Wiesbach) − „extrem viel“, sagt Schwarz. Die Verbandsgemeinde Rodalben beispielsweise hat nur eine. „Aber eine zentrale Anlage, zum Beispiel in Contwig, das würden wir gar nicht hinkriegen“, verdeutlicht der Werkleiter; dann müsste das Abwasser zu weite Strecken zurücklegen. Wenn Mitarbeiter der Werke alle Kläranlagen der Verbandsgemeinde begutachten, was regelmäßig geschehe, legten sie an die 100 Kilometer zurück. Dagegen ist das derzeitige Leitungsnetz der Verbandsgemeinde vergleichsweise kurz: Es ist 180 Kilometer lang – allerdings sind das nicht nur die Leitungen zur Kläranlage, sondern auch alle Kanalrohre in den Straßen der 17 Dörfer. |sbn/bfl

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